Donnerstag, 30. Juni 2011

Der Schwarm



Autor: Frank Schätzing
Original: Der Schwarm (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Etwas ist geschehen. Die Wale in Kanada, die jedes Jahr zur selben Zeit an der Küste vorbei ziehen, bleiben zuerst lange Zeit aus. Als sich dann einige Exemplare doch hinverirren, fallen diese durch seltsames Verhalten auf. Die eigentlich friedlichen Tiere werden plötzlich aggressiv und greifen Boote von Fischern und Touristen an.

Auch ein paar tausend Kilometer entfernt ist nicht mehr alles so, wie es einmal war. In den Spitzenlokalen in Frankreich explodieren plötzlich Hummer, die statt Eingeweiden eine gallertartige Substanz in ihrem Körper tragen. Eigentlich harmlose kleine Muscheln rotten sich zusammen und bringen eine Fähre fast zum Kentern. Die Natur ist plötzlich bösartig geworden, ohne ersichtlichen Grund.

Die Regierung der Vereinigten Staaten beruft einen Krisengipfel ein. Experten auf allen Gebieten der Wissenschaften aus aller Herren Länder werden zusammengerufen und in einem luxuriösen Chalet einquartiert. Die Wissenschafter sollen zu einer Lösung kommen, denn längst schon ist klar, dass die Erde einem biologischen Krieg ins Auge blicken muss – die Angreifer und die Gründe für diesen Angreifer bleiben zuerst lange im Unklaren. Als sich dann aber klärt, womit die Experten es zu tun haben, wird ihnen schnell klar, dass nicht nur sie selbst in großer Gefahr sind, sondern die Erde, so wie wir sie gekannt haben, ebenfalls.

Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt, die Uhr tickt beständig – viel Zeit bleibt den Wissenschaftern nicht mehr. Besonders die beiden Hauptfiguren Anawak und Johanson haben auch mit persönlichen Problemen zu kämpfen.

„Der Schwarm“ ist ein Buch, das man vielleicht nicht unbedingt lesen sollte, wenn man gerade einen entspannten Tag am Meer verbringen möchte. Es ist spannend und recht originell, allerdings stört es schon ein wenig, dass die handelnden Personen alle mit derselben Erzählstimme „sprechen“. Egal, ob es sich um einen Marinekommandanten oder um eine Hausfrau handelt, sie alle scheinen über denselben Wortschatz zu vefügen, bzw. nicht zu verfügen.

Die Spannung lässt teilweise darüber hinwegsehen, wirklich störend sind die doch vorhandenen Längen, die dem Buch gerade am Ende viel vom Tempo nehmen. Dennoch ist es eine keineswegs unintelligente Idee, die Schätzing da verfolgt, außerdem werden viele Fakten anschaulich verpackt, so dass man sich dabei erwischt, nach dem ominösen Globster zu googlen (es lohnt sich!). „Der Schwarm“ ist also spannende Unterhaltung im Clive Cussler Stil, allerdings auf weit, weit höherem Niveau!


  • Broschiert: 956 Seiten
  • Verlag: Fischer Taschenbuch Verlag GmbH; Auflage: 12., Aufl. (26. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783596164530
  • ISBN-13: 978-3596164530

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