Montag, 11. Juli 2011

Blutmale



Autorin: Tess Gerritsen
Original: The Mephisto Club (2006)
Übersetzung: Andreas Jäger
meine Bewertung: 2 von 5

Es ist der heilige Abend, doch die Gerichtsmedizinerin Maura Isles und die Pathologin Jane Rizzoli sitzen nicht etwa im trauten Heim rund um den Weihnachtsbaum versammelt, sondern müssen sich zu einem Tatort begeben. Die Leiche einer Frau wurde verstümmelt in einer Wohnung gefunden – der Kopf fein säuberlich vom Körper abgetrennt und wie für ein Ritual drapiert, auch die Hand wird weit weg vom Körper aufgefunden. Der Tatort ist wahrlich grausig, die Hintergründe scheinen es ebenfalls zu sein.

Während der gerichtsmedizinischen Untersuchung stellt Isles fest, dass der abgetrennte Arm, der bei der Leiche gefunden wurde, nicht zur Leiche gehört. Es muss also irgendwo noch ein Opfer geben – aber wo? Neben ihrer Arbeit sind beide Ermittlerinnen auch in ihrem Privatleben schwer beschäftigt. Maura ist in einen Priester verliebt und Jane muss die Trennung ihrer Eltern miterleben.

Neben allerlei Verwicklungen tritt bald auch ein seltsamer Verein, der sich „Mephisto-Club“ nennt, auf den Plan. Dieser hat Mitglieder in aller Welt und glaubt daran, dass es das personifizierte Böse tatsächlich gibt und dies vernichtet werden muss. Eine pikantes Detail am Rande ist, dass im Garten des Hauses, in dem sich der Club zum Essen getroffen hat, ebenfalls eine verstümmelte Frauenleiche gefunden wird. Existiert das Böse tatsächlich? Und wo ist es zu finden?

„Blutmale“ ist ein spannender Thriller, der zwar viele Mängel aufweist, aber dennoch ganz gut zu lesen ist. Die Welt im Buch ist sehr kontrastreich gezeichnet, es gibt kein Grau, sondern nur Gut und Böse, die beiden Ermittlerinnen bleiben eher farblos und einige der langen biblischen Abhandlungen hätte man sich sparen können. Im Gegensatz zu anderen RezensentInnen finde ich nicht, dass die Geschichte unnötig blutig und brutal ist – es handelt sich eben um einen Thriller und nicht um ein Cozy Mystery Buch. Interessant ist der Perspektivenwechsel, den man während des Lesens mitbekommt, sehr überraschend ist die finale Enttarnung des Bösen dann aber leider auch nicht.

Dennoch: Spannung und ein bisschen Verschwörungstheorie machen aus dem Buch einen ganz netten Schmöker für verregnete Nachmittage. Nervenzerfezendes darf man sich allerdings nicht erwarten.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (8. Dezember 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783442371389
  • ISBN-13: 978-3442371389

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