Donnerstag, 13. Oktober 2011

Laienspiel



Autoren: Klüpfel/Kobr
Original: Laienspiel (2009)
meine Bewertung: 2 von 5
Teil 4 der Serie rund um Kluftinger


Die österreichische Polizei hat einen Mann bis ins Einsatzgebiet von Kluftinger verfolgt, doch dieser erschießt sich in seiner Wohnung, bevor die Polizei ihn zu fassen bekommt. Nach einigen Nachforschungen wird schnell klar, dass der Unbekannte mit seinem Leben sowieso bereits abgeschlossen hatte. Er gehört nämlich einer Terrorzelle an, die sich im eigentlich so friedlichen Altusried angesiedelt hat.
Was weit beängstigender ist: am Laptop des Toten wird ein Countdown gefunden, der von 12 Tagen, 2 Stunden, 14 Minuten und 38 Sekunden dem Ende entgegenläuft. Schnell wird eine Sondereinheit gegründet, der auch Kluftinger und einige seiner Kollegen angehören. Geleitet wird die Sondereinheit vom türkischstämmigen Faruk Yildrim, der Kluftinger aufgrund seines Auftretens und seiner Führungsqualitäten schwer beeindruckt.
Im Job ist es also sehr brenzlig. Alle arbeiten fieberhaft daran, herauszufinden, wer die weiteren Mitglieder der Terrorzelle sind und vor allem: wo der geplante Anschlag stattfinden soll. Doch auch im Privatleben ist Kommissar Kluftinger keine Ruhe vergönnt. Er macht wie jedes Jahr beim Laientheater mit und soll deshalb regelmäßig bei den Proben erscheinen und sich auch da engagieren. Dass dieses Jahr erstmals auch Langhammer dabei ist, macht ihm das Leben natürlich nicht leichter.
"Laienspiel" ist der vierte Fall aus der Serie rund um den Allgäuer Kommissar Kluftinger. Wie auch in den Vorgängerbänden bekommt man viel Lokalkolorit mit, doch was dieses Mal sehr stark nervt: die Darstellung des österreichischen Kollegen, die sehr klischeehaft dem Wiener Kiwara entspricht, andererseits aber der erhobene moralische Zeigefinger, mit dem immer wieder betont wird, dass Äußerlichkeiten nicht wichtig sind und nicht alle Moslems fundamentalistisch eingestellt sind.
Ein erwachsener Leser mit zumindest durchschnittlicher Bildung sollte das wissen, aber auch eher bildungsfernen reicht ein einziger Hinweis. Das Buch liest sich - abgesehen davon, dass es schon recht spannend ist - wie ein einziger Anti-Diskriminierungs-Akt. So etwas möchte man wahrscheinlich nicht unbedint in dieser Länge, wenn man das Buch in Erwartung eines Krimis gekauft hat.
Außerdem ist das Buch weit weniger komisch als seine Vorgänger (vor allem "Seegrund") und wenn, dann nur sehr unbeholfen. Kluftingers Erlebnisse geraten eher zu schlechtem Slapstick, die Komik wirkt zu gewollt. "Laienspiel" eignet sich überhaupt nicht als Einsteigerbuch in die Kluftinger-Serie, weil es einen eher schlechten Eindruck der Reihe vermittelt. Lieber bei Band 1 ("Milchgeld") beginnen und diesen vierten Band schnell hinter sich lassen. Band fünf wird wieder um einiges besser!

  • Taschenbuch: 368 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 12 (August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492254829
  • ISBN-13: 978-3492254823

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