Dienstag, 27. Dezember 2011

Ihr Wille geschehe



Autorin: Ann Granger
Original: A Word after Dying (1996)
meine Bewertung: 3 von 5
Teil 10 der Mitchell & Markby - Serie

Der Polizist Alan Markby und seine Freundin Meredith Mitchell machen Urlaub. Es hat sie aus diesem Grund in ein altes Cottage in Parsloe St. John verschlagen. Das Dorf ist klein und irgendwie schrullig, aber den beiden gefällt es ganz gut. Sie verstehen sich mit der Nachbarin, die ihr Cottage direkt nebenan hat, sehr gut, bummeln durch die Stadt und nehmen Kontakt zu den restlichen Einwohnern auf.
Auch die Gegend erkunden sie. Sie stoßen auf eine Steinformation, die bei den Dorfbewohnern bekannt ist und eine Art Mini-Stonehenge sein soll. Einige Zeit lang können die beiden Ruhesuchenden Großstadtpflanzen ihren Urlaub genießen, doch dann stirbt eine reiche, alte Dame - Olivia Smeaton. Olivia hatte fast keinen Kontakt zur Außenwelt, sie hatte sich bewusst abgeschottet. Die alte Dame war über ein loses Teppichende gestolpert und die Stufen ihrer Eingangshalle hinuntergestürzt, wo sie schließlich starb. Einige Menschen in Parsloe St. John glauben nicht an die offizielle Todesursache "Unfall", weshalb sie Markby drängen, Untersuchungen anzustellen.
Dieser ist erstens im Urlaub und glaubt zweitens auch an einen Unfall, weshalb er sich zunächst weigert. Doch einige Indizien kommen auch ihm seltsam vor, weshalb er doch beginnt, Fragen zu stellen...
Band 10 der Serie ist ein ebenso gemütlicher Krimi wie die restlichen Bücher der Reihe. Die Beziehung zwischen Mitchell und Markby entwickelt sich kontinuierlich weiter, die Handlung ist interessant, aber nicht nervenzerfetzend, allerdings auch nicht so ausgeklügelt wie bei Agatha Christie. Nette Lektüre für regnerische Zeiten, sozusagen. Was besonders auffiel: Der Klappentext auf dem Buch passt nicht mit dem Inhalt zusammen.

  • Taschenbuch: 448 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: DE (16. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404151194
  • ISBN-13: 978-3404151196

Montag, 26. Dezember 2011

Unterwegs im Namen des Herren



Autor: Thomas Glavinic
Original: Unterwegs im Namen des Herrn (2011)
meine Bewertung: 2 von 5

Der Ich-Erzähler Thomas und sein Freund Ingo, seines Zeichens Fotograf, machen sich gemeinsam auf den Weg in den bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje. Sie wollen gemeinsam erleben, was es heißt, zu pilgern und vor allem, worin die Motivation und Faszination dabei liegen. Sie quetschen sich also am Wiener Westbahnhof gemeinsam mit dem Rest ihrer Reisegruppe, einer Mischung aus religiösen Fanatikern, Freaks und Normalos, in einen Reisebus.
Die Reise gestaltet sich eintönig und anstrengend, durchsetzt von unfreundlichen Blicken und Rosenkranzgebeten. Doch auch die Ankunft am Pilgerort ist alles andere als erleuchtend. Die Menschen kaufen massenhaft kitschige Madonnen und rutschen auf den Knien irgendwelche Pilgerberge hoch. Nicht einmal Alkohol und Tabletten machen irgendetwas besser. Als dann Thomas auch noch Angina bekommt, beschließen die beiden, zu fliehen.
Ihre Flucht ist eine Fahrt vom Regen in die Traufe. Die beiden Möchtegern-Pilger geraten in die Fänge eines dubiosen Mafiosi, der in Wahrheit auch nicht besser oder schlechter ist, als die Medjugorje-Pilger. Als Thomas in der Nacht aus Versehen dann auch noch eine Ziege tötet, wird alles nur noch schlimmer - sogar richtig brenzlig...
Zwar behauptet Glavinic, einen Reisebericht geschrieben zu haben, der der Wahrheit entspricht, allerdings wird das Buch gegen Ende schon sehr übertrieben und unwahrscheinlich, so dass man Glavinic auch die recht gut gelungenen Sequenzen am Anfang nicht mehr recht abkaufen will. Es ist auf jeden Fall ein Buch, mit dem wahrhaft gläubige Menschen wohl keine Freude haben werden, höchstens jene, die der katholischen Kirche sowieso ablehnend gegenüber stehen sowie überzeugte Atheisten werden dem hintergründigen Humor etwas abgewinnen können. Nicht unbedingt sein bestes Werk.

  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 3 (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446237399
  • ISBN-13: 978-3446237391

Sonntag, 25. Dezember 2011

Death of a Dustman



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Dustman (2001)
meine Bewertung: 3 von 5
Teil 17 der Hamish Macbeth-Serie

Es geht rund in Lochdubh. Fergus Macleod, der lokale Trunkenbold und Müllmann, ist zum "Umweltbeauftragten" ernannt worden, weil sich weit entfernt von Lochdubh eine aufstrebende Politikerin in den Kopf gesetzt hat, aus dem Dorf ein Vorzeige-Projekt zu machen. Schon vor seiner "Beförderung" war Macleod jemand, mit dem nicht gut Kirschen essen war. Doch jetzt ist die Sache richtig schlimm geworden.
Als sein toter Körper in einer Mülltonne gefunden wird, ist niemand traurig und quasi jeder verdächtig. So richtig mit der Sache herausrücken will aber auch niemand. Für Hamish bedeuted das einerseits einen Haufen Arbeit, andererseits aber auch, dass er mit viel Sorgsamkeit vorgehen muss.
Aber Hamish wäre nicht Hamish, würde er nicht schon bald eine wesentliche Spur entdecken, die ihn Tief in die Seele der Highlands führt...
Dieser Band ist Teil 17 der Serie und vom Plot her ziemlich ansprechend und spannend, auch die Rückkehr nach Lochdubh macht immer noch Spaß. Es ist schwierig, mehr über das Buch zu sagen, es ist ja Teil einer umfassenden Serie und damit ein Puzzlesteinchen, das das Gesamtbild ergibt - und dieses Gesamtbild mag ich einfach.

  • Taschenbuch: 279 Seiten
  • Verlag: Constable & Robinson Ltd. (10. September 2009)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1849010781
  • ISBN-13: 978-1849010788

Freitag, 23. Dezember 2011

Die gestohlenen Weihnachtsgeschenke



Autor: Jo Pestum
Original: Die gestohlenen Weihnachtsgeschenke (2011)
meine Bewertung: 3 von 5

Die beiden Freunde Rufus und Till beobachten etwas Schreckliches: drei kleine als Wichtel verkleidete Gestalten überfallen ein kleines Gechäft, das Bekleidung für Kinder verkauft. Die drei räumen in kürzester Zeit Strampelhosen und Häubchen ab und machen sich dann mit ihrer Beute aus dem Staub. Rufus und Till filmen die Szene mit ihrem Handy und beschließen, als Junior-Detektive, das Geheimnis rund um die Wichtelbande, die in letzter Zeit schon mehrere dieser Raubzüge durchgeführt haben, zu lüften.
Als die beiden in der Schule während der Pause ihre Mitschüler beobachten, fallen ihnen die auffälligen Stiefel von Kerstin auf - genau solche ungewöhnlichen Stiefel hat auch einer der Wichtelbande getragen. Rufus und Till heften sich auf die Fersen der Schülerin und finden schon bald heraus, wer die anderen beiden Mitglieder der Bande sind: Paula und Hassan. 
Die Detektive verfolgen die drei nach der Schule und werden so zum Geheimversteck der drei geführt. Das ist schon randvoll mit Spielsachen, Kleidung und Süßigkeiten. Sie können einfach nicht anders, als die drei auf ihre Raubzüge anzusprechen. Da erst wird klar, dass Hassan, Kerstin und Paula eigentlich einen guten Zweck verfolgen, mit ihren Aktionen aber allerhand Schaden angerichtet haben und sich selbst auch in Gefahr gebracht haben. Werden die Kinder mit vereinten Kräften die ziemlich vermurkste Situation wieder gerade biegen können?
Bei "Die gestohlenen Weihnachtsgeschenke" handelt es sich um einen Weihnachtskrimi für Kinder, der aus 24 Kapiteln besteht. Die Seiten jedes Kapitels sind noch nicht geöffnet, weshalb man das Buch wie einen Adventskalender verwenden kann. Jeden Tag durchtrennt man die Seiten und kann sich so Tag für Tag ein wenig Adventsvorfreude sichern - ganz ohne Kalorien.
Die Weihnachtsgeschichten von Jo Pestum sind bei weitem besser als die von Wolfram Hänel, sogar recht spannend, aber halt sehr moralisch. Aber - es ist Weihnachten, warum also nicht?

  • Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
  • Verlag: Arena (September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3401065904
  • ISBN-13: 978-3401065908

A Highland Christmas



Autorin: M. C. Beaton
Original: A Highland Christmas (1999)
meine Bewertung: 3 von 5
Teil 16 der Hamish Macbeth-Serie

In den schottischen Highlands hält man nicht viel von so heidnischen Bräuchen wie Weihnachten. Dementsprechend lichter- und glanzlos präsentiert sich Hamish Macbeths Heimatdorf Lochdubh. Im Nachbarort allerdings hat sich der Elektrohändler dafür eingesetzt, ausnahmsweise in diesem Jahr Weihnachtslichter anbringen zu dürfen, außerdem möchte er gerne einen Weihnachtsbaum aufstellen. Doch kurz vor Weihnachten werden sowohl die Lichter als auch der Baum geklaut. 
Das ist aber nicht der einzige Diebstahl, der Hamish, den Dorfpolizisten, auf Trab hält. Auch die schrullige alte Mrs Gallagher, die sehr einsam und zurückgezogen lebt, hat einen Diebstahl zu melden. Ihre geliebte Katze Smoky ist verschwunden. Das bedeuted einiges an Arbeit so kurz vor den Feiertagen, aber Hamish erledigt nicht nur diese Aufgaben mit Bravour, sondern schafft es auch noch, die Altenheimbewohner glücklich zu machen, ein bisschen Weihnachtsstimmung ins dunkle Lochdubh zu bringen und dabei gleichzeitig seinem Vorgesetzten eins auszuwischen. Wenn das nicht frohe Festtage werden!
In diesem Band der Serie gibt es ausnahmsweise keinen Mord, dafür lernt man die Bewohner des schottischen Dörfchens mal wieder etwas besser kennen, schlendert durch den Ortskern und sieht sich gemütlich um. Das Buch ist weder spannend noch lustig, aber einfach nur nett. So wie der etwas ältliche alleinstehende Onkel beim Familienweihnachtsfest. Kann man durchaus lesen, sollte man der Vollständigkeithalber unbedingt lesen, wenn man die Serie mag.

  • Taschenbuch
  • Verlag: Constable & Robinson (21. Oktober 2010)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 1849015171
  • ISBN-13: 978-1849015172

Dienstag, 20. Dezember 2011

Rauhnacht



Autoren: Volker Klüpfel/Michael Kobr
Original: Rauhnacht
meine Bewertung: 4 von 5
Kluftingers 5. Fall

In den Allgäuer Bergen feiert ein Hotel seine Wiedereröffnung. Aus diesem Grund wurden Kommissar Kluftinger, seine Frau und das ungeliebte Ehepaar Langhammer als Ehrengäste eingeladen. Auch wenn die Langhammers mit von der Partie sind: Kluftinger hat sich fest vorgenommen, die verschneite Landschaft zu genießen, Ski zu fahren und den Doktor zu ignorieren. Er freut sich auf einen besonderen Programmpunkt: das live Krimispiel. Kluftinger ist sich sicher, den Fall lösen zu können.
Bald schon muss er aber seine kriminalistischen Fähigkeiten tatsächlich unter Beweis stellen: er und die restlichen geladenen Gäste werden im Hotel eingeschneit - die Panik ist daher groß, als eine Leiche gefunden wird, noch dazu in einem von innen verschlossenen Zimmer. Da dem Kommissar weder die Spurensicherung noch erfahrene Kollegen zur Seite stehen, muss er die Ärmel hochkrempeln und mit der guten alten Kombinationsgabe den Fall  lösen. Zum Leidwesen Kluftingers ist da ja auch noch Doktor Langhammer...
Dieser Kluftinger-Fall ist von der Atmosphäre und dem Plot her wieder viel besser als der letzte Band, außerdem ist auch der Humor viel ausgeprägter als in den letzten Bänden. Der Fall ist für erfahrene Krimi-Leser natürlich sehr schnell durchschaubar und der Täter bald gefunden, aber die Situation dennoch interessant.
Wer Kluftinger-Fan ist, wird Band vier nicht besonders herausragend finden, sollte ihn aber nicht auslassen. Alle anderen werden mit den Bänden 1-3 und 5 ihre helle Freude haben. So lange die Autoren Kluftinger nicht zu moralisch und politisch werden lassen, geht das Konzept voll auf.

  • Broschiert: 368 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 8 (Dezember 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492259901
  • ISBN-13: 978-3492259903

Sonntag, 18. Dezember 2011

Death of an Outsider



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of an Outsider (1988)
meine Bewertung: 4 von 5
Teil 3 der Hamish Macbeth Serie

Macbeth wurde nach Cnotham versetzt - eine Stadt, die im Vergleich zu seinem geliebten Lochdubh ein Born der Unfreundlichkeit ist, alles scheint dunkel, dreckig und marod zu sein. Die Menschen sind verschlossen und unzugänglich. Das macht es Hamish natürlich nicht unbedingt leichter, seinen jüngsten Mordfall zu lösen. Im großen Hummertank einer Zuchststätte wurde ein abgenagtes Skelett gefunden. Die Hummer haben ganze Arbeit geleistet, weshalb es lange Verwirrung rund um die Identität des Toten gibt.
Als dieser sich aber schließlich als der am meisten gehasste Mann in Cnothan herausstellt, wird der Kreis der Tatverdächtigen nicht gerade überschaubar. Zusätzlicher Druck gerät außerdem in die Situation, da Hamishs Vorgesetzte den Hummerunfall unbedingt geheim halten möchten - schließlich wäre die feine Londoner Gesellschaft gar nicht so begeistert, würde sie herausfinden, was die letzte Mahlzeit ihrer letzten Mahlzeit war...
An sich sind die Krimis von M. C. Beaton ja nicht gerade für ihre nervenzerfetzende Spannung bekannt, aber dieser Band macht zumindest eine kleine Ausnahme. Durch die wirklich ein bisschen ekelhafte Grundgeschichte und den schwarzen Humor dazu ist dieser Band wirklich ein sehr lesenswerter in der Hamish-Macbeth-Serie. Natürlich kommen auch hier die seltsamen Kauze der Highlands nicht zu kurz und auch die gute alte Bekannte, Priscilla Halburton-Smythe, ist wieder mit von der Partie - mit einem neuen Lover...

  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Grand Central Publishing; Auflage: Reprint (1. Juli 2005)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0446614726
  • ISBN-13: 978-0446614726

Dear Mariella



Autorin: Mariella Frostrup
Original: Dear Mariella (2004)
meine Bewertung: 3 von 5

 Mariella Frostrup ist die britische Kummerkasten-Queen schlechthin. Sie schreibt beispielsweise für die bekannten Zeitungen "The Observer" und "The Guardian", ist in Großbritannien aber auch aus dem TV und Radio bekannt. In diesem Buch sind einige jener Leserbriefe zusammengefasst, mit denen sie Tag für Tag zu tun hat. Diese drehen sich um Fragen wie "Liebt er mich wirklich?" "Bin ich schwul?" "Soll ich meinem Chef sagen, dass er ein Trottel ist?"
Mariella gibt geduldig auf all diese Fragen Antworten, allerdings tut sie das auf genau die Art und Weise, die ihre Leser so lieben und so an ihr schätzen. Ihre Ratschläge strotzen vor britischem Humor (dabei ist Frostrup eigentlich ja Norwegerin), sind direkt und ehrlich - aber auch schonungslos. Das, wofür ihre Leser und ihre Ratsuchenden sie so schätzen, mutet für einige vielleicht ein wenig sehr hart an, aber Frotstrup hat damit Erfolg.
Insgesamt ist das Buch ein ganz netter Zeitvertreib, hin und wieder möchte man ihr laut "yes, Ma'm" zuschreien, oft mag man vielleicht aber auch einfach nur den Kopf über ihre haarsträubenden Aussagen schütteln, dennoch kann man mal einen Blick reinwerfen, wenn man gern Kummerkasten-Tanten liest und für Dr. Sommer schon zu erwachsen ist.

  • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
  • Verlag: Bloomsbury Publishing; Auflage: 1 (1. November 2004)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0747574413
  • ISBN-13: 978-0747574415

Samstag, 17. Dezember 2011

Yeah, Baby, yeah!

Mein Blog gibt es nunmehr seit fast 7 Jahren. Zwar habe ich in diesem Jahr besonders wenig Rezensionen verfasst, dafür aber Diplomarbeit geschrieben und meine Magisterprüfung abgelegt - und dennoch so nebenher heute die 500. Rezension hier verfasst. Ich feiere das jetzt ein bisschen und freue mich natürlich über jeden, der hin und wieder hier vorbei schaut oder vielleicht auch sogar mal einen Kommentar da lässt. 

Danke, ihr Lieben! Keep on reading,
Chil

Hinter verzauberten Fenstern



Autorin: Cornelia Funke
Original: Hinter verzauberten Fenstern (1995)
meine Bewertung: 5 von 5

Jedes Jahr bekommen Julia und ihr kleiner Bruder Olli von ihrer Mutter einen Adventkalender. Beide wünschen sich immer wieder jene Kalender, hinter deren Türen winzige Schokoladentäfelchen verborgen sind und jedes Jahr bringt ihnen ihre Mutter genau so einen Kalender mit. Doch in diesem Jahr war sie ein wenig schusselig beim Einkaufen, weshalb sie auf Julias Schokoladenkalender vergessen hat. Anstatt eines solchen Kalenders erhält ihre Tochter daher in diesem Jahr einen gemalten Adventkalender mit Bildern anstatt der Schokolade.
Zuerst ist Julia wirklich sauer auf ihre Mutter und neidisch auf ihren Bruder. Doch dann sieht sie sich den Kalender etwas genauer an. Im Mondlicht ihres Zimmers funkelt er geheimnisvoll und als sie ein Türchen aufmacht und das Bild dahinter genauer ansieht, wird es richtig geheimnisvoll. Denn jedes Mal, wenn sie das Bild betrachtet, hat sich darauf etwas verändert.
Es dauert nicht lange, bis Julia hinter das Geheimnis des Kalenders kommt: er lässt sie in die Zimmer eines Hauses blicken, das in der Kalenderstadt steht. Schließlich findet sie sich selbst in ihrem Adventskalenderhaus wieder und schon steckt sie mitten in einer haarsträubenden Geschichte rund um den schrulligen Erfinder Jakobus und seine Freunde. In dem Abenteuer, das Julia schließlich erlebt, geht es um sehr viel: es geht um die Existenz der Kalenderstadt und ihrer Bewohner. Wird Julia das Königreich retten können?
"Hinter verzauberten Fenstern" ist eine der schönsten Weihnachtsgeschichten für Kinder, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Es ist ein nicht nur spannendes Buch, sondern auch wunderschön illustriert, witzig, stimmungsvoll und weihnachtlich - ohne jedoch einen klassischen Weihnachtsinhalt zu haben. Ein wirklich nettes Buch, das einen nachdenken lässt, wann man das letzte Mal einen gemalten Adventskalender gesehen hat...

  • Broschiert: 180 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 6 (16. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596809274
  • ISBN-13: 978-3596809271

Freitag, 16. Dezember 2011

How the Grinch stole Christmas



Autor: Dr. Seuss
Original: How the Grinch stole Christmas (1957)
meine Bewertung: 5 von 5

Alle Bewohner von Who-Ville sind bereits aufgeregt. Das Weihnachtsfest, das alle Whos so sehr lieben, steht kurz vor der Tür. Natürlich laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren und alle freuen sich - alle, bis auf den Grinch, der nördlich von Who-Ville lebt.
Der Grinch versteht nicht, weshalb sich die Whos so auf dieses Fest freuen und was das alles soll, deshalb beschließt er, alle Weihnachtsgeschenke zu klauen und den Whos so ihr Fest zu verderben. Er macht sich daher in der Nacht auf den Weg, klettert durch die Kamine in die Häuser und stiehlt den Kindern ihre Puppen und Bauklötze - sogar den Weihnachtsbraten nimmt er mit.
Boshaft freut er sich auf das Erwachen der Whos am nächsten morgen. Er erwartet, großes Geschrei und Tränen zu vorzufinden. Doch dem ist nicht so. Die Whos beginnen zu singen und feiern dennoch miteinander; kein Wunder, ist doch für sie Weihnachten mehr als nur Geschenke. Der Grinch mit dem eiskalten Herzen ist gerührt und macht sich auf den Weg hinunter zu den Whos. Ob es dieses Mal auch für den Grinch ein schönes Fest wird?
Der Klassiker von Dr. Seuss, mittlerweile in vielen Überarbeitungen, Bearbeitungen, als Film und Hörbuch, Videospiel, Bilderbuch und Roman erhältlich, ist in seiner Urfassung ein sehr langes Gedicht mit vielen lustigen Illustrationen. Die Wortmelodie und die Bilder machen einfach Spaß, es ist ein etwas moralisches Buch mit einem Happy End, das fast in jeden Haushalt gehört!

Taschenbuch: 64 Seiten
Verlag: Harpercollins; Auflage: New edition (6. Oktober 2003)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0007170246
ISBN-13: 978-0007170241

Maria, Mord und Mandelplätzchen



Herausgeberin: Michelle Stöger
Original: Maria, Mord und Mandelplätzchen (2011)
meine Bewertung: 3 von 5

Es weihnachtet an allen Ecken und Enden - Zeit, dem einen grimmigen Kontrapunkt zu setzen und sich in die 24 Weihnachtskrimis, die Michelle Stöger hier zusammengetragen hat, zu vertiefen. Es finden sich unter den Autoren auch namhafte Schreiber wie Klüpfl/Kobr oder Ingrid Noll, einige Erstveröffentlichungen und Neuentdeckungen, aber wie das eben so ist, auch einige Geschichten, auf die man sehr gut verzichten hätte können.

Insgesamt ist es aber eine gelungene Sammlung, die in verschiedene Orte Deutschlands führt und von sehr gemein und kriminell bis zu eher humorig schräg reicht. Für alle, die gerne einen etwas anderen Adventskalender haben möchten oder für jene, die in Weihnachtsstimmung kommen möchten (auch wenn es eine alles andere als feierliche ist ;)) ganz gut geeignet. Nicht der Überdrübertipp, aber auch keine verschwendete Zeit.



  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (4. Oktober 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426510138
  • ISBN-13: 978-3426510131

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Gangsta Granny



Autor: David Walliams
Original: Gangsta Granny (2011)
meine Bewertung: 5 von 5


Ben hat kein einfaches Leben. Seine Eltern interessieren sich hauptsächlich für sich und fürs Tanzen - also nicht, dass sie selbst tanzen würden, oh nein. Sie sehen sich im Fernsehen ständig irgendwelche Tanszshows an und beachten ihren Sohn kaum. Dieser interessiert sich eher fürs Heimwerken, besonders fürs Installateurswesen. Seinen Eltern ist das ein Dorn im Auge, sie hätten es viel lieber, wenn ihr Sohn Tänzer werden würde.

Jeden Freitag muss Ben außerdem zu seiner Oma, die er nicht leiden kann. Seine Oma furzt ständig, riecht nach Kohl, schickt ihn früh zu Bett, will nichts außer Scrabble spielen und nennt ihn "Benny". Eines Abends hält Ben es nicht mehr bei ihr aus, weshalb er seine Eltern von Omas Telefon aus anruft und sie anfleht, ihn abzuholen. Diese denken gar nicht dran, ihren Sohn aus seiner Lage zu befreien, sondern bleiben bei der Tanzveranstaltung, bei der sie gerade sind.

Als Ben am nächsten Freitag in der alten Keksdose seiner Oma nach etwas Essbarem kramt, findet er einen Haufen Juwelen. Schnell stopft er alles zurück, als er seine Oma kommen hört, aber seine Neugier ist auf jeden Fall derartig geweckt, dass er beschließt, seine Oma zu beschatten. Seinen Eltern ist das egal, die kümmern sich sowieso nicht um ihn.  

Ben schafft es gerade noch rechtzeitig, seine Oma vor einem Juwelierladen mitten in der Nacht davon abzuhalten, einen Stein durch das Schaufenster zu schmeißen. Vor lauter Staunen bringt Ben seinen Mund kaum mehr zu. Eins ist klar: hinter seiner langweiligen Oma verbirgt sich eine wahre Gangsta Granny.

Von diesem Augenblick an wartet Ben jede Woche fieberhaft auf den nächsten Freitag, weil er da die spannenden Geschichten aus der Profikarriere seiner Granny erfährt. Schließlich beginnt er, selbst einen Coup mit ihr zu planen. Das Ziel: nichts Geringeres als die Britischen Kronjuwelen...

Das Buch war ein Zufallsfund im Londoner Harrods, aber ein Kauf, den ich keinesfalls bereut habe. Mit David Walliams habe ich für mich einen wirklich genialen Kinderbuchautor entdeckt, der noch dazu aus meinem Lieblingsland stammt. Was will man mehr? Es ist ein spannendes und lustiges Buch mit einem unerwarteten Ende und so viel Moral, dass ich selbst einige meiner Sicht- und Verhaltensweisen überdacht habe. Mit 27 Jahren, aufgrund eines Kinderbuchs. Das Beste daran: man merkt gar nicht, wie man belehrt wird. Ideal!

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Collins Children's Books (27. Oktober 2011)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0007371446
  • ISBN-13: 978-0007371440

Samstag, 3. Dezember 2011

Falsche Zungen



Autorin: Ingrid Noll
Original: Falsche Zungen
meine Bewertung: 4 von 5

"Falsche Zungen" ist eine Sammlung von 25 schaurig-schrägen Geschichten von Ingrid Noll, die alle eins gemeinsam haben: sie sind kurz, ironisch, schwarz und typisch. Wer Ingrid Noll mag, der wird seine wahre Freude mit diesem Schatzkästchen haben - wer sie noch nicht kennt, wird so leicht Lust auf mehr bekommen.

Folgende Geschichten sind enthalten:
- Falsche Zungen
- La Barbuda
- Der gelbe Macho
- Das Wunschkind
- Maiglöckchen zum Muttertag
- Stich für Stich
- Die blaurote Luftmatratze
- Der Schnappschuss
- Der Autogrammsammler
- Fischerman's Friend
- Die Sekretärin
- Herr Krebs isst Fisch
- Nasentropfen
- Donau so grau
- Annika
- Wie man von seinen Fans um die Ecke gebracht wird
- Das Händchen
- An Elise
- Weihnachten in China
- Gans en famille
- Ein milder Stern herniederlacht
- Warum heiraten?
- Goldene Löffel
- Der Schneeball
- Mariä Stallwirtschaft

Einige der Geschichten sind früher schon erschienen, beispielsweise in "Emma" oder "Cosmopolitan", einige sind aber in diesem Band Erstveröffentlichungen. Eventuell auch eine Geschenkempfehlung für die Tante mit dem besonderen Humor!

Taschenbuch: 252 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 3., Aufl. (Oktober 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257235089
ISBN-13: 978-3257235081

Freitag, 2. Dezember 2011

Diary of a Wimpy Kid: Cabin Fever



Autor: Jeff Kinney
Original: Cabin Fever (2011)
meine Bewertung: 5 von 5

Es ist kurz vor Weihnachten, und der Held der "Diary of a Wimpy Kid"-Serie, Greg Heffley, ist schon ganz nervös. Er hat Angst, sich daneben zu benehmen, schließlich will er ja seine Geschenke nicht gefährden. Das fällt ihm gar nicht so leicht, schließlich geht ihm sein kleiner Bruder Manny ziemlich auf den Keks, auch einige Kinder aus der Nachbarschaft machen es ihm schwer, sich zu benehmen.
Gemeinsam mit seinem Freund Rowley beschließt Greg, einen Weihnachtsmarkt zu veranstalten, um ein wenig Geld zu verdienen. Die beiden malen tolle Plakate, die sie schließlich auf die Backsteinwand ihrer Schule kleben. Als es aber zu regnen beginnt, verläuft die Schrift und das Papier weicht auf. Greg und Rowley nehmen die Plakate ab und schließlich die Beine in die Hand, als sie merken, dass das nasse Papier riesige grüne Blobs auf der Schulmauer hinterlassen hat.
Natürlich macht die Beschädigung des Schuleigentums rasch Schlagzeilen und die Täter werden gesucht. Bei Greg und Rowley rumort das schlechte Gewissen. Doch wie es scheint, hat jemand Mitleid mit den beiden - es beginnt nämlich so heftig zu schneien, dass die Schule ausfallen muss und alle eingeschneit sind.
Was zuerst wie göttliche Gnade erscheint, stellt sich sehr schnell als Nagelprobe heraus - nicht nur für Gregs Nerven, sondern für all seine Mitmenschen und Mitbewohner...
Die Bücher der Serie "Diary of a Wimpy Kid" sind allesamt sehr toll illustriert und nicht nur Buch, sondern eben auch Comic-Buch. Kinneys Humor ist grandios, sein Wortwitz und sein Ideenreichtum ebenfalls. Nicht umsonst sind alle Bände bisher internationale Bestseller geworden - schließlich sind diese nicht nur für Kinder lesenswert, sondern auch für Erwachsene, die sich noch ein bisschen daran erinnern können, wie schlimm selbst kleine Probleme werden können, wenn man selbst noch klein ist.
Die Bücher rund um Greg sind das perfekte Weihnachtsgeschenk für LeserInnen zwischen 8 und 12, die für die Bert-Tagebücher tendenziell noch ein wenig zu jung sind. Dank der vielen lustigen Illustrationen sind auch Nicht-Viel-Leser leicht dafür zu begeistern. Eine wirkliche Empfehlung! Hier gäb's die deutschen Bücher der Serie:




Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Harry N. Abrams (1. Juni 2012)
Sprache: Englisch

ISBN-10: 1419703684
ISBN-13: 978-1419703683

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der Metzger

Band 01:Der Metzger muss nachsitzen

Der Karpfenstreit



Autor: Daniel Glattauer
Illustration: Michael Sowa
Original: Der Karpfenstreit (2010)
meine Bewertung: 4 von 5


Sind wir ehrlich: Neben all den funkelnden Lichtern und duftenden Keksen ist Weihnachten nicht nur eitel Sonnenschein. In jeder Familie gibt es die ein oder andere Weihnachtskrise. Und genau diese hat Daniel Glattauer in diesem schmalen Büchlein versammelt. Neben dem Verpackungsstreit thematisiert er den Karpfenstreit ebenso wie den Stefanitagsstreit.

Natürlich tut Glattauer dies auf gewohnt charmante Art und Weise, illustriert wird das Büchlein durch Zeichnungen von Michael Sowa. Insgesamt ist es mit 62 Seiten wirklich sehr dünn und man wird sich wohl zweimal überlegen, ob man es sich kauft (zum Preis von 9 Euro), aber bereuen wird man einen Kauf nicht.


  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Sanssouci im Carl Hanser Verlag GmbH & Co.KG; Auflage: 3 (6. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3836302438
  • ISBN-13: 978-3836302432