Samstag, 21. Januar 2012

Die Arena



Autor: Stephen King
Original: Under the Dome (2009)
Übersetzung: Wulf Bergner
meine Bewertung: 5 von 5

Es ist ein sonniger Tag im Oktober in der Kleinstadt Chester's Mill. Claudette Sanders, die Frau des ersten Stadtverordneten genießt ihre Flugstunde in einem kleinen Segelflugzeug, Dale Barbara ist auf dem Weg aus der Stadt, ein Holztransporter fährt die Bundesstraße entlang - da passiert das Unfassbare. Claudie Sanders Flugzeug zerschellt plötzlich in der Luft an einer unsichtbaren Barriere, der Holztransporter rast ebenso gegen etwas Unsichtbares, Vögel fallen vom Himmel. Was ist geschehen?
Urplötzlich hat sich soetwas wie eine Kuppel über die Kleinstadt in Maine gesenkt, die undurchdringbar ist. Innerhalb der Kuppel regt sich kein Lüftchen mehr, die Menschen und Tiere, die sich darin befanden, sind gefangen. Stromleitungen wurden gekappt, überall springen die Notstromaggregate an. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der Kuppel ist man zuerst überrascht, aber zuversichtlich.
Das Militär rückt mit seinen stärksten Lenkwaffen an, um die Kuppel, die einige der Eigenschaften von Glas haben zu scheint, zu sprengen. Als diese aber zerschellt, ohne auch nur einen Kratzer zu hinterlassen, müssen neue Strategien entwickelt werden. Der Mann an der Front draußen ist Colonel Cox, der Dale Barbara, der zufälligerweise in Chester's Mill lebt und als Grillkoch arbeitet, reaktiviert. Der ehemalige Soldat Barbara, auch Barbie genannt, wird zum obersten Befehlshaber in der Stadt ernannt. Doch da Barbie neu ist und ausgerechnet mit dem Sohn des mächtigsten Mannes in der Stadt Ärger hatte, wird diese Botschaft nicht besonders gut aufgenommen.
Der "Kaiser von Chester's Mill", James Rennie, will Barbara auf keinen Fall in seiner Stadt haben. Da er ihn aber aufgrund der Kuppel nicht so leicht los wird, beginnt er, die Notsituation auszunutzen und sich selbst zum Diktator aufzuschwingen. Seine Methoden sind perfide und viele Bürger gehorsam wie kleine Schäfchen.
Dennoch formt sich eine kleine Widerstandsgruppe rund um Dale Barbara, die nicht zusehen will, wie Rennie alle Macht an sich reißt und die mangelhaften Ressourcen der Stadt verprasst. Diese Gruppe hofft auf Hilfe von außen, während Rennie gar nicht so unglücklich über die Situation ist. Einige Kinder finden schon bald den Grund für ihr mysteriöses Gefängnis heraus - dennoch können sie nichts unternehmen, um die Stadt zu retten. Auch von außen ist es unmöglich, etwas zu tun. Als dann auch noch 45 Tonnen Flüssiggas in die Luft sprengen, wird die Situation innerhalb der Kuppel unerträglich, der Sauerstoff knapp. Werden unsere Helden, die wir auf 1200 Seiten so lieb gewonnen haben, das überleben?
"Die Arena" ist mal wieder ein King'sches Meisterwerk. Jede einzelne der vielen Personen ist bis ins kleinste Detail glaubwürdig und schon bald betrachtet man diese als alte Bekannte. Es ist schon nach den ersten hundert Seiten klar, auf welcher Seite man steht - man leidet mit ihnen, empört sich und schnappt nach Luft.
Während der gesamten Lektüre nimmt King kein einziges Mal seinen Fuß vom Gaspedal, dauernd verfolgt man verschiedene Handlungsstränge, die doch immer wieder zusammenlaufen, um sich schließlich wieder zu trennen - einfach genial. Lediglich am Übersetzer hätte ich einige Kleinigkeiten auszusetzen: warum kann man in einer deutschen Übersetzung statt "Tweeker" nicht das gebräuchliche "Fixer" verwenden? Das sind aber alles nur Kleinigkeiten, weshalb ich das Buch, das einen zutiefst beunruhigt zurücklässt, uneingeschränkt empfehlen kann. Vor allem als Parabel auf unsere gesamte Welt genauso wie auf kleinere Mikrokosmen wie Familien, Städte etc. angewandt. Genial, genial, genial!

  • Taschenbuch: 1296 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Juni 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453435230
  • ISBN-13: 978-3453435230

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