Samstag, 11. Februar 2012

Adrian Mole und die Achse des Bösen



Autorin: Sue Townsend
Original: Adrian Mole and the Weapons of Mass Destruction (2004)
Übersetzung: Marlis Ruß
meine Bewertung: 4 von 5

Adrian Mole ist beinahe 34 und seit seinem letzten Tagebuch ("The Cappuccino Years") sind einige Jahre vergangen. Mittlerweile arbeitet der wackere Brite im Bücherantiquariat des ältlichen Mr. Carlton-Hayes und wohnt in einem Loft (das er sich nicht leisten kann). Er führt eigentlich ein ziemlich sorgloses Leben (das er sich ebensowenig leisten kann), doch dann kommt es mal wieder knüppeldick.
England beschließt, sich am Irak-Krieg zu beteiligen, also wird auch Adrians Sohn Glenn einberufen, einer Frau, die er einfach nur abstoßend findet, verspricht er die Ehe, sein literarischer Kreis beginnt sich aufzulösen, sein Freund Nigel erblindet und in seinem Loft, das von bösartigen Schwänen belagert wird, stapeln sich die Kreditkartenabrechnungen. Die Eltern von Adrian beschließen, ihr Haus zu verkaufen und ab nun in umgebauten Schweineställen zu leben, die Schwester seiner Verlobten verführt er und auch die Ehre, ein berühmter Schriftsteller zu sein, wird ihm ebenfalls verwehrt.
Ob Adrian es dieses Mal schafft, seinem Leben einen positiven Touch zu geben? Das bleibt abzuwarten. Auch aus früheren Geschihten bekannte Figuren tauchen auf, um das Ganze noch komplizierter zu machen. Was wäre Leceistershire nur ohne seinen berühmtesten Einwohner?
Sue Townsend schaffte mit ihren Adrian-Mole-Tagebüchern den Durchbruch. Sie begleitete den Teenager Adrian bis ins mittlere Alter und lässt ihn dabei reifen und jeweils typische Schwierigkeiten überwinden. Während anfangs noch eher der Spaß im Mittelpunkt stand, so ist "Adrian Mole und die Achse des Bösen" nicht nur eine bitterböse Abrechnung mit Englands Irak-Krieg-Teilnahme, sondern auch eine gelungene Fortsetzung der Serie. 
Mit vielen ernsten Tönen ist dieser Band jedoch um einiges weniger lustig als die ersten Bände, dafür aber nicht weniger lesenswert. Man mag Adrian einfach, drum leidet man mit ihm einfach mit, auch wenn man ihn am liebsten packen und schütteln würde. Da das Buch selbst für jene ein wenig verwirrend beginnt, die einige Vorgänger-Bände kennen, sollte es eher nicht als Einstieg in die Serie verwendet werden.

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (6. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453401913
  • ISBN-13: 978-3453401914

1 Kommentar:

  1. Kling interessant, und zu deiner Frage*G* Nein, die Variante die ich von Rororo hatte, hat diese Facts leider nicht gehabt. In Deutschland wird eben überall gespart.

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