Sonntag, 3. September 2006

Die Party Queen von Manhattan



Autorin: Lauren Weisberger
Original: Everyone Worth Knowing (2005)
meine Bewertung: 4 von 5

Bette Robinson lebt mitten in New York, ist aber alles andere, als ein Partygirl. Sie arbeitet bei einer Bank, wohin sie Tag für Tag, züchtig gekleidet, aber widerwillig zurückkehrt. Einen Vorteil hat der Job allerdings: Sie trifft in den Mittagspausen immer auf ihre beste Freundin Penelope, mit der sie dan klatscht und tratscht und sich aus dem Bürogebäude stiehlt.
Als ihrem Vorgesetzten dies allerdings auffällt, weist er Bette auf ihr - seiner Meinung nach - unangemessenes Verhalten aufmerksam, woraufhin Bette die Nerven verliert und kündigt. Vor hatte sie das schon länger, allerdings hatte es ihr bis zu diesem Vorfall immer an Mut gefehlt, diesen Schritt durchzuziehen.
Sie verbringt Tage alleine mit ihrem Hündchen in der Wohnung, sieht fern und geht jetzt noch weniger unter die Leute als zuvor. Die einzigen Menschen, zu denen sie jetzt noch kommt, sind Penelope, ihr Onkel Will und dessen Lebensgefährte Simon. Onkel Will schreibt eine Klatschkolummne für die Gesellschaftsseiten und kennt deshalb Gott und die Welt. Er kann nicht länger mitansehen, wie sich seine Nichte gehen lässt. Will besorgt ihr deshalb einen Job bei Kelly & Company, einer Eventmanagement-Agentur.
Anfangs hat Bette noch ihre Probleme damit, diese Art von Arbeit zu machen. Sie muss abendelang ausgehen, das gehört zum Job. Sie ist gemeinsam mit ihren Kollegen in den besten Partylocations anzutreffen und prompt schmeißt sich ihr auch noch Philip Weston, der berühmte englische Beau, auf den momentan die gesamte weibliche Weltbevölkerung abzufahren scheint, an den Hals. Bette hält überhaupt nichts von ihm, so kommt es auch nie zu intimeren Begegnungen mit dem Schönling. Das ist der Klatschpresse allerdings egal, denn schon kurz nachdem Bette zum ersten Mal mit Philip gesichtet wurde, ist sie auch schon das Gesprächsthema Nummer eins in New Yorks Klatschkolummnen.
Eigentlich hat sich Bette ja in jemand ganz anderen verliebt, aber ob der auch was von ihr will, wird sich erst zeigen. So wenig Bette ihr Job am Anfang begeisterte, so sehr legt sie sich aber auch ins Zeug, um ihre Sache wirklich gut zu machen. Schon bald zeigt sich ihr Talent für Partyplanung und sie bekommt immer verantwortungsvollere Aufgaben übertragen, allerdings leidet Bettes Privatleben darunter mehr als kräftig.
Mit ihrem zweiten Werk hat Lauren Weisberger wieder einmal einen Roman geschaffen, der nur so vor prominenten Namen und Locations strotzt, der ebenso amüsant wie auch interessant ist. Zwar nicht so sprühend vor Witz wie ihr Erstlingswerk, aber dennoch komisch präsentiert sich "Die Party Queen von Manhattan". Man hat das Gefühl, Bette sei seine eigene Verbündete, die sich mittem im Partywahn wiederfindet und zwischen all den Schönen, Reichen und Berühmten vermutlich ebenso verloren wirkt, wie man selbst sich fühlen würde.
Bette ist ein sympathisches Mädchen, der Rest bei Kelly & Company gibt sich zwar nett, ist aber hinterlistig - man weiß das und würde der Romanheldin gerne zuschreien: "Kind, mach die Augen auf." Weisberger hat wieder einmal viele sympathische Charaktere rund um einige Kotzbrocken arrangiert und gewartet, was dabei herauskommt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen - trotz einiger Langatmigkeiten.

  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442542340
  • ISBN-13: 978-3442542345

1 Kommentar:

  1. booki schreibt am 08.09.2006 um 18:03 Uhr:hallo chil,
    von Weisberger habe ich letztes Jahr "Der Teufel trägt Prade gelesen", was eine unterhaltsame Nebenlektüre für mich war. Ich glaube, das wurde auch grade verfilmt..
    Auf jeden Fall ist dieses Buch mal auf meine Wunschliste gewandert! :)

    lg
    booki

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