Freitag, 16. März 2012

Agatha Raisin and the Quiche of Death















Autorin: M. C. Beaton
Original: Agatha Raisin and the Quiche of Death (1992)
meine Bewertung: 4 von 5
Teil 1 der Serie Agatha Raisin

Zwar ist die Powerfrau Agatha Raisin noch gar nicht so alt, aber sie war zeitlebens eine Karriere orientierte Businesslady, die sich in London einen Namen in der PR Branche gemacht hat. Nun hat sie aber beschlossen, endlich ihren Lebenstraum wahr zu machen: Sie hat sich ein hübsches kleines Cottage in den Cotswolds gekauft. Da sich Agatha nie die Zeit genommen hatte, Freundschaften zu schließen, trauert ihr auch niemand nach, als sie die Großstadt gegen das Landleben tauscht.
Allerdings fühlt sich Agatha in ihrer neuen Heimat nicht besonders wohl. Die Menschen sind höflich, aber reserviert und schnell langweilt sich Agatha im idyllischen Carsely. Die jährliche Back-Competition kommt ihr da wie gerufen. Sie beschließt, das Ding zu gewinnen und damit auch die Anerkennung der Dorfbewohner. Außer Mikrowellen-Essen kann Agatha nichts zubereiten, also kauft sie eine fertige Quiche in London und reicht diese beim Backwettbewerb ein.
Dass sie nicht gewinnt, verwundert sie sehr stark, dass der Preisrichter an jenem Stück ihrer Quiche stirbt, das er sich mit nach Hause genommen hat, noch mehr. Die Polizei findet heraus, dass in der Quiche ein wenig des giftigen Wasserschierlings befand. Schnell tut die Polizei die Sache als Unfall ab, die Dorfbewohner ebenfalls. Niemand ist Agatha böse, im Gegenteil. Langsam tauen sie auf und öffnen sich ihr.
Nach und nach merkt Agatha, dass der Tod des Preisrichters nicht unbedingt ein Unfall gewesen sein muss. Auf eigene Faust beginnt sie daher, Ermittlungen anzustellen. Anfangs eher ungeschickt, doch dann scheint sie einer Sache auf der Spur zu sein. So knapp, dass sie um ihr Leben bangen muss...
Das hatte mir gerade noch gefehlt: Eine neue Serie, die ich unbedingt von vorne bis hinten lesen möchte. Genauso wie die Hamish-Macbeth-Krimis spielen auch die rund um Agatha Raisin in einer kleinen Community, in der man die Hauptbewohner schnell kennen und mögen lernt. Agatha hat so gar nichts Liebenswertes an sich, dennoch kann man einfach nicht anders: sie wächst einem ans Herz.
Die Handlung ist nicht superspannend oder ausgeklügelt, aber auch nicht völlig zu vernachlässigen. Irgendwie fühlt man sich wie in einer etwas moderneren Version von St. Mary Mead, in dem einst Agatha Christie herumschnüffelte. Nett, einfach sehr nett. Wenn man ein richtiges Gefühl für die Serie bekommen möchte, sollte man diese in der vorgegebenen Reihenfolge lesen.

Constable & Robinson
310 Seiten
Englisch
ISBN: 978-1-84901-134-1

Sonntag, 11. März 2012

Wie Hund und Katz















Autorin: Sarah Mason
Übersetzung: Margarethe van Peé
Original: Playing James (2002)
meine Bewertung: 2 von 5

Holly Colshannon hat gerade erst bei der Bristol Gazette begonnen, dementsprechend verantwortungsvoll ist ihre Aufgabe: sie schreibt über Begräbnisse von Haustieren und ähnlich aufregende Ereignisse. Als Hollys Kollege, der Gerichtsreporter, seinen Job hinschmeißt, wird sie befördert - aber ob ihr das so gefällt? Die Gerichts- und Polizeireporter sind naturgemäß nicht gern gesehen, weder auf dem Polizeirevier noch auf dem Gericht. Die hübsche Holly sieht sich also mit einer nicht besonders ruhmreichen Aufgabe konfrontiert. 
Dementsprechend wenig erfolgreich ist auch ihr erster Tag. Auf dem Polizeirevier wird sie kaum beachtet und ihr Vorgänger hat sich nicht gerade beliebt gemacht. Außerdem schnappen ihr die Kollegen von der Konkurrenz eine wirklich interessante Story vor der Nase weg. Gerade als Holly verzweifelt aufgeben möchte, lernt sie Robin kennen. Sie ist die PR-Verantwortliche bei der Polizei von Bristol und hat ihre Stelle auch eben erst angetreten. Sie hat eine fabelhafte Idee für Holly. Diese soll einen Detective exklusiv für sechs Wochen begleiten und in einer Art Tagebuch-Kolumne über dessen Arbeit berichten.
Hollys Chef ist begeistert, Holly weniger. Sie wurde ausgerechnet dem mürrischen Detective James Sabine zugeordnet. Dieser steckt mitten in den Vorbereitungen seiner Hochzeit, die einzigen netten Worte, die er also findet, sind an seine zukünftige Frau übers Handy gerichtet. Während die Zeit mit Detective Sabine zwar interessant, aber andererseits auch ein wenig nervig ist, ist wenigstens das Tagebuch in der Bristol Gazette ein Erfolg.
Wie es natürlich nicht anders sein kann, verliebt sich Holly nach und nach in ihren Detective, doch dieser ist ihr gegenüber zurückhaltend und unfreundlich wie immer. Die Beziehung zu ihrem Freund geht in die Brüche, sie muss nun so schnell wie möglich herausfinden, ob Detective Sabine für sie etwas empfindet - und wenn ja, ob es mehr ist als nur pure Abneigung...
"Wie Hund und Katz" ist ein durch und durch vorhersehbarer Liebesroman, der zwar wenig Längen aufweist, aber weder spannend noch lustig, interessant oder sonst irgendwie bemerkenswert ist. Auch die Übersetzung ist nicht wirklich gelungen. Warum muss man "Hühnerparty" (chicken party) schreiben und übersetzt es nicht einfach mit dem geläufigen "Polterabend"? Und wieso lässt man dann andererseits "Paperweight" stehen, statt es mit "Briefbeschwerer" zu übersetzen? Man kann das Buch lesen, ohne es zu bereuen, besondere Freude macht es allerdings meiner Meinung nach nicht.

Taschenbuch
415 Seiten
Clubausgabe

Samstag, 3. März 2012

Death of a Perfect Wife

Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Perfect Wife (1988)
meine Bewertung: 3 von 5

Das Aufregendste, das das kleine und beschauliche Städtchen Lochdubh in den schottischen Highlands momentan erlebt, sind zwei neue Einwohner: Trixie und Paul Thomas haben sich ein Cottage gekauft und zu einer Pension umfunktioniert. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein: Trixie ist eine sehr herrische Person, die ihren Mann Paul auf strenger Diät hält und ihm auch sonst alles vorschreibt. Das Seltsame daran ist, dass Paul das ganz okay zu finden scheint.
Trixie gewinnt schnell einige Freundinnen, allen voran Angela Brodie, die Frau des Doktors. Diese hat ihr Heim in letzter Zeit ziemlich schleifen gelassen, da kommt es ihr nur gelegen, dass die durchsetzungsfähige und resolute Trixie das Kommando übernimmt und ihr bei der Generalüberholung hilft. Außerdem animiert sie Angela dazu, ihren Mann ebenfalls auf Diät zu setzen und ihm das Rauchen abzugewöhnen. Schnell formiert sich eine Anti-Rauch Liga, eine Gesellschaft zum Schutze seltener Vögel und so weiter. Die weibliche Bewohnerschaft Lochdubhs ist begeistert, sehr zum Leidwesen ihrer Männer.
Der ansässige Polizist, Hamish Macbeth, ahnt, dass da noch einiges an Ärger auf ihn zukommen wird, doch momentan tut ihm im Herzen weh zu sehen, dass seine Angebetete, Priscilla Halburton-Smythe, auf das Anwesen ihrer Eltern zurückgekehrt ist, allerdings nicht allein. Er sagt ihr im Geiste Lebewohl und findet sich damit ab, dass sie ihn wohl nie so lieben wird, wie er sie.
Für Liebesdinge hat er sowieso keine Zeit, denn kurz nach ihrer Ankunft im Ort wird Trixie Thomas tot aufgefunden: vergiftet mit Arsen. Die Auswahl an Verdächtigen ist groß und wie immer muss sich Hamish nicht nur mit den eigenwilligen Highlanders herumschlagen, sondern auch mit seinem inkompetenten Vorgesetzten Blair.
Auch der vierte Band der Hamish-Macbeth-Serie überzeugt durch wundervolles Lokalkolorit und sehr gut ausgestaltete Charaktere, die man nach und nach erst so richtig kennen lernt, außerdem spielt die Liebesgeschichte von Hamish und Priscilla auch immer wieder eine große Rolle. Es sind keine nervenzerfetzende Krimis, aber wirklich nette Cozy-Mysteries, mit denen man sich einen Nachmittag gut vertreiben kann. Leider hat auch das einige Längen, was man fast nicht glauben möchte, da es eigentlich ein recht dünner Band ist. Wenn man sich erst mal in Lochdubh verliebt hat, kommt man immer wieder gerne zurück.

Taschenbuch, 230 Seiten
Constable & Robinson
ISBN: 978-1-84529-667-4