Fräulein Smillas Gespür für Schnee



Autor: Peter Hoeg
Original: Froken Smillas fornemmelse for sne (1992)
meine Bewertung: 2 von 5

Die dreißigjährige Smilla Jaspersen ist eigentlich Grönländerin, lebt aber in Dänemark. Dort schließt sie eines Tages Freundschaft mit dem kleinen Jesaja, doch lange währt ihre Freundschaft nicht. Sie wird jäh beendet, als Jesaja vom Dach eines Hauses stürzt und stirbt. Was eindeutig wie ein Unfall aussieht, kann für Smilla gerade das nicht gewesen sein. Sie hat ein Gespür für Schnee und weiß um die Höhenangst, die der kleine Jesaja hatte. Sie begibt sich auf eigene Faust auf Spurensuche und gerät so mehr als einmal in große Gefahr.

Gerade eben denke ich mir, dass meine Kurzzusammenfassung ja eigentlich ganz spannend klingt, doch genau das ist dieses Buch nicht. Es wird erst ab Seite 400 ca. spannend, fast genau 100 Seiten vor dem Schluss. Man erfährt zwar viel über das Leben der Grönländer, Schnee und Eis, doch so richtig spannend ist das nicht. Schade außerdem, dass es Hoeg nicht gelingt, dreidimensionale Figuren zu konstruieren. Man kann keinen der Charaktere einordnen und auch die Hauptfigur Smilla scheint nur ein "bag of bones" zu sein, wie Stephen King sagen würde. Sogar die Geschichte selbst wirkt zu steif und konstruiert, und dass ein Großteil auf einem Schiff spielt, erleichtert das Verständnis auch nicht gerade. Ständig liest man Wörter wie Persenning, Glasen, Klüse... was soll das alles sein?

"Fräulein Smillas Gespür für Schnee" mag ein Klassiker der zeitgenössischen Literatur sein, doch ehrlich gesagt, frage ich mich schon, warum. Trotz allem 2 Smileys, denn irgendwie geht das Buch trotzdem nicht spurlos an einem vorbei.
Taschenbuch: 528 Seiten
Verlag: Rowohlt Tb.; Auflage: Neuausgabe. (1. Oktober 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499237016
ISBN-13: 978-3499237010

Kommentare

  1. rollblau schreibt am 10.05.2005 um 08:17 Uhr:

    Ohne jetzt allzu polemisch werden zu wollen : Seemannssprache bzw. nautische Fachbegriffe gehören spätestens seit Joseph Conrad zur Allgemeinbildung im literarischen Bereich... (Lassen wir Jack Londons \"Seewolf\" oder C.S. Foresters Hornblower - Serie mal außen vor). Im Gesamturteil sind wir nicht weit auseinander, denke ich, auch wenn meine Begründung diametral entgegengesetzt wäre : War der Roman für mich die größte Zeit mehr als gut lesbar, verdirbt diese mißlungene Jules - Verne - Adaption in der Höhle sämtliche Lorbeeren, die sich das Buch bis dahin erarbeitet hatte. Ich habe bis dato noch kein anderes Buch gefunden, daß mit 50 Seiten am Schluß etwa 350 - 400 Seiten davor vollkommen entwertet. LG rollblau

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  2. chil schreibt am 10.05.2005 um 09:14 Uhr:
    keine sorge, ich vertrags schon, wenn jemand anderer meinung ist, als ich, ich würd mich aber freun, wenn du mir ins gästebuch auch was schreiben würdest. das wird mir sonst an magersucht eingehn! :-)

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