Schindlers Liste



Autor: Thomas Keneally
Original: Schindler's List (1982)
meine Bewertung: 5 von 5

So ziemlich jeder kennt heutzutage den Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg, ich leider nicht. Ich habe mich also völlig neutral dem Buch genähert und muss gestehen, dass ich anfangs enttäuscht war. Der Australier Thomas Keneally hat fast 2 Jahre lang recherchiert und das Leben des Oskar Schindler rekonstruiert, auch Dinge, die lange vor dem Krieg geschahen. Da er auch komplett neutral schreibt, ohne jegliche Wertung und mehr eine Biografie gemacht hat, darf man sich keine Dialoge oder viel Action erwarten. So sind vor allem die ersten drei Kapitel etwas mühsam zu lesen, doch wenn man die durchhält, wird man dafür belohnt.

Man liest das Buch und zittert mit Schindler und "seinen" Juden mit, man hofft, endlich von der Befreiung der Konzentrationslager zu lesen und man hofft, die Menschen mögen mit dem Leben davon kommen. Gerade weil Keneally so sorgfältig recherchiert hat und sich jeder Wertung enthält, liefert das Buch ein Bild des Lebemanns Oskar Schindler, der zwar gewiss kein Heiliger war, aber davon besessen war, "[...] Seelen zu retten."

Man erfährt, wie er unter Einsatz seines eigenen Lebens viele Menschen vor dem sicheren Tod bewahrte, was die Menschen erleiden mussten, die es nicht auf seine Liste schafften und wie grausam diese Zeit gewesen sein muss. Er liefert ein klares Bild, das wegen seiner Nüchternheit so erschreckend ist. Irgendwie ist man erleichtert, von einem Menschen zu lesen, der dem Regime in die Suppe gespuckt hat - und vom jüdischen Volk den Ehrentitel eines "Gerechten" erhalten hat.

Das Buch gehört unbedingt gelesen, gerade im Gedenken an 60 Jahre Kriegsende. Es bringt den Glauben an das gute in den Menschen zurück, denn man erfährt auch von Heldentaten anderer, die sich aus tiefstem Herzen gegen das Regime gewandt hatten.
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Cbt (18. August 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3570300048
ISBN-13: 978-3570300046

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