Drei Männer im Schnee



Autor: Erich Kästner
Original: Drei Männer im Schnee (1931)
meine Bewertung: 3 von 5

Der Millionär Tobler nimmt an einem Preisausschreiben teil und gewinnt auch prompt den ersten Platz: einen Aufenthalt im Grandhotel Bruckbeuren, einer Nobelabsteige für Skifans der oberen Gesellschaftsschicht aus aller Welt. Da Tobler aber etwas eigenwillig ist, beschließt er, sich als armer Mann zu verkleiden und so die Reise anzutreten. Er möchte erfahren, wie sich die Leute ihm gegenüber verhalten, wenn sie in ihm nicht den Millionär, sondern einen armen Mann sehen.

Da der Geheimrat allerdings nicht alleine reisen möchte, nimmt er seinen Butler Johann Kesselhuth mit. Dieser soll sich allerdings als millionenschwerer Reeder ausgeben.

Neben Tobler, der unter dem Namen Schulz reist, hat noch ein Anderer beim Preisausschreiben gewonnen: Fritz Hagestolz, ein arbeitsloser Werbetexter. Auch er macht sich auf den Weg ins Grand Hotel, um dort seinen gewonnen Aufenthalt zu genießen. Vor Ankunft der beiden Gäste erhält man im Hotel einen Anruf von Fräulein Hilde, Toblers Tochter. Diese macht sich große Sorgen um ihren Vater, deshalb warnt sie den Portier vor, indem sie ihm mitteilt, ein als armer Mann verkleideter Millionär würde sich im Hotel einfinden, da er beim Preisausschreiben gewonnen hat.

Dass zur selben Zeit zwei ärmlich gekleidete Männer sich im Hotel einquartieren, konnte sie ja nicht wissen. Da allerdings Hagenstolz um einige Minuten vor Schulz (Tobler) eintrifft, hält man ihn für den verkleideten Millionär und behandelt ihn natürlich mehr als zuvorkommend. Den wirklichen Millionär hingegen quartiert man in einer ungeheizten Dachkammer ein und möchte ihn so schnell wie möglich wieder vergraulen.

Die drei Herren Schulz, Kesselhuth und Hagestolz freunden sich trotz aller Verschiedenheiten an und haben so viel Spaß im Hotel. Richtig verwirrend wird die Geschichte, als Toblers Tochter sich im Hotel einquartiert, Hagestolz sich in sie verliebt und auch noch beim Tobler Konzern eine Stelle bekommt. Trotz aller Verwechslungen findet die Geschichte natürlich ein Happy-End und Tobler ist um einige Erfahrungen, was die Menschen betrifft, reicher.

Kästner hat eine leicht amüsante Verwechslungsgeschichte geschrieben, die zu einigen netten Lesestunden verhilft. Er hat einiges an Gesellschaftskritik hinein verpackt und mit seiner Hauptfigur bewiesen, dass Geld nicht unbedingt den Charakter des Besitzers, sondern vielmehr der Umgebung des Besitzerts, verdirbt. Trotz der netten und sympathischen Hauptfiguren ist es ein ziemlich langatmiges Werk, das nur hier und da Kästners Humor durchscheinen lässt.


  • Taschenbuch: 208 Seiten
  • Verlag: Dtv (Januar 1988)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423110082
  • ISBN-13: 978-3423110082
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