Suche impotenten Mann fürs Leben
Autorin: Gaby Hauptmann
Original: Suche impotenten Mann fürs Leben (1995)
meine Bewertung: 2 von 5
Carmen
Legg ist genervt. Genervt von ihrem Freund Peter, der ihr ständig auf
die Pelle rückt und sich anscheinend von seinem Penis steuern lässt.
Carmen kennt diese Sorte Mann nur zu gut, denn ständig geht es ihr mit
den Männern so - wahrscheinlich, weil sie unglaublich hübsch ist. Peter
hat das Fass nun aber zum Überlaufen gebracht, deshalb schmeißt ihn
Carmen raus.
Alleine
bleiben möchte sie allerdings auch nicht, deshalb überlegt sie, wie ihr
Traummann sein müsste. Impotent - das ist es! Kurzerhand gibt Carmen
also in der Lokalzeitung eine Anzeige auf, in der sie einen impotenten
Mann sucht. Sie verspricht sich davon, Männer kennen zu lernen, die
nicht bloß Sex von ihr wollen, sondern die sie als ernsthafte Partnerin
sehen. Viele Männer melden sich auf ihre Anzeige, und schon beginnt die
Auswahl. Sie tut sich mit ihrer älteren Nachbarin Elvira und ihrer
Freundin Laura zusammen, um den richtigen Mann für sie zu finden.
Carmen
muss erst viele Männer treffen, bevor sie endlich den findet, der
wirklich perfekt zu ihr passt. Doch plötzlich wird das Auswahlkriterium
für ihre Kandidaten zum Problem für sie. Als Carmen nämlich auf David
trifft, der sie durch seine Berührungen und Liebkosungen ständig auf den
Gipfel treibt, sich selbst aber immer zurückzieht, wenn Carmen ihm
näher kommt, möchte sie nichts anderes, als mit David zu schlafen. Sie
geht zu einer Kräuterhexe und einer Psychotherapeutin, um das Problem zu
lösen.
Nebenbei
tut sich auch noch einiges anderes: Laura ist schwanger, hat aber
keinen Mann zum Kind. Deshalb angelt sie sich kurzerhand einen von
Carmens verschmähten Kandidaten und Elvira trifft auf das Kind eines
befreundeten Paares, dass schon vor 50 Jahren bei einem Flugzeugabsturz
ums Leben kam.
Das
Buch ist eines, das nicht besonders viel Spuren hinterlässt, wenn man
mal damit durch ist. Es ist zwar kurzweilig geschrieben, aber alles
andere als ein Brüller. Sogar Menschen mit geringer Leseerfahrung werden
schon ziemlich bald ahnen, wie die Geschichte ausgehen könnte. Witzig
ist es bestimmt nicht, humorvoll eventuell. Hauptmann hätte mehr Esprit
in das Buch bringen können, hätte sie auch die Figur des David zu einer
Hauptfigur gemacht - also auch über seine Gedanken, Gefühle und vor
allem "Aktionen" im Zusammenhang mit seiner Impotenz geschrieben.
Was
mich persönlich wirklich sehr gestört hat, waren die vielen
verschiedenen Handlungsstränge, die es nicht möglich machten, wirklich
eine Art einheitlichen Spannungsbogen aufzubauen und die Tatsache, dass
das Buch im Präsens geschrieben ist. Natürlich kann und möchte ich
keinem Autor sagen, wie er seine Bücher schreiben soll, allerdings bin
ich ein versierter Leser und kann somit klar sagen, was mich beim Lesen
stört.
Das
eine ist der Tempus, das andere die oft unglückliche Wahl von
Bezeichnungen. Irgendwie stört es schon, dass das Werk mit einer
Beschreibung der Beine der Hauptperson beginnt - die dann (un)passender
Weise auch noch "Legg" heißt...
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