Lord Arthur Saviles Verbrechen
Autor: Oscar Wilde
Original: Lord Arthur Savile's Crime (1887)
meine Bewertung: 5 von 5
"Lord Arthur Saviles
Verbrechen und andere Erzählungen" lautet der vollständige Titel dieser
Sammlung von Oscar Wildes Geschichten. In diesem Band sind "Lord Arthur
Saviles Verbrechen", "Das Gespenst der Cantervilles", "Die Sphinx ohne
Geheimnis" und "Der Millionär als Modell" aus dem Genre der Erzählungen
gesammelt, des weiteren auch noch die Prosagedichte "Der Künstler", "Der
Wohltäter", "Der Schüler", "Der Meister", "Das Richthaus" und "Der
Lehrer der Weisheit".
Um nicht zuviel des
Inhalts zu verraten (schließlich handelt es sich um ein sehr dünnes
Büchlein), sei an dieser Stelle nur auf die Titelgeschichte eingegangen.
Lord Arthur Savile trifft auf einer feinen Abendgesellschaft einen
Handleser. Dieser sagt ihm eine schreckliche Tat voraus: nämlich Mord.
Lord Arthur, der an die Unab-wendbarkeit des Schicksals glaubt, ist nun
verzweifelt. Er weiß, dass er einen Mord begehen wird, allerdings will
er das noch erledigen, bevor er seine Geliebte zum Altar führt. Mit
allerlei Umwegen gelingt es ihm dann doch, wieder glücklich zu werden
und seine "Pflichten" zu erfüllen.
Oscar Wilde, dessen
Geschichten im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert angesiedelt sind,
schafft es, ein charmantes Bild dieser Zeit zu zeichnen, ohne jedoch
eine verschnörkelte Sprache zu benutzen. Das England seiner Zeit erwacht
zu neuem Leben, Wilde hat viel Humor in seine Geschichten gelegt, viel
Nachdenklichkeit in seine Prosagedichte.
Diese Lektüre ist vor
allem zu empfehlen, wenn man einen kleinen Vorgeschmack auf "Das
Bildnis des Dorian Gray" will - ohne sich durch einen Wälzer kämpfen zu
müssen, kann man so schon einmal einen Eindruck vom Werk des Autors
bekommen. Richtiger Buchgenuss kommt auf, wenn man es während eines
England- oder gar London-Aufenthalts liest und im Anschluss daran
vielleicht ein paar der angegebenen Adressen besucht. So hab ichs
zumindest gemacht - ein Buchgenuss der besonderen Art.
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