Die dunkle Allee

Autor: Lemony Snicket
Original: The Ersatz Elevator (2001)
meine Bewertung: 3 von 5
Band 6 der Reihe betrüblicher Ereignisse 

Im Band 6 der "Reihe betrüblicher Ereignisse" verschlägt es die drei Baudelaire-Waisen, deren Eltern bei einem Brand ums Leben gekommen sind, in die dunkle Allee. Die drei Kinder Sunny, Klaus und Violet sollen im 66. Stockwerk eines Hochhauses bei Jerome und Esmé Elend wohnen. Die Wohnung ist einfach riesengroß, jedes der Kinder hat sein eigenes Zimmer und Jerome ist wirklich nett. Esmé hingegen ist die sechstwichtigste Finanzberaterin der Stadt und als solche interessiert es sie nur, was gerade in ist und was nicht.
Als Esmé eines Tages eine In-Auktion veranstalten will und deshalb einige Tage zuvor der Auktionator im Penthaus vorbei schaut, ist es vorbei mit dem halbwegs ruhigen Leben der Baudelaires. Denn Autkionator Gunther ist niemand anderer als Graf Olaf, ein Betrüger, der es auf das Vermögen der Baudelaires abgesehen hat. In seiner Verkleidung erkennt ihn natürlich niemand der Erwachsenen, egal wieviel Lärm die Baudelaires schlagen. Und dann entdecken sie auch noch das Geheimnis der zweiten Aufzugstür in ihrem Stockwerk...
Ich gebe zu, es fällt mir zuenhmend schwer, mir ein Urteil oder eine halbwegs aussagekräftige Meinung über die "Reihe betrüblicher Ereignisse" zu bilden. Denn einerseits erklärt der Autor seinen Lesern ständig so schwierige Wörter und Dinge wie den Unterschied zwischen "aufgeregt" und "nervös" - und das gleich seitenweise - und andererseits ist das Buch voller intelligenter und nicht-kindgerechter Anspielungen. So lässt Snicket eine Dame beispielsweise sagen: "Dann sollen sie halt Kuchen essen!", eine Anspielung auf das berühmte Zitat, das fälschlicherweise Marie Antoinette zugeschrieben wird. Dann verwendet das Kleinkind das vermeintliche Fantasiewort "Akrophil" - ein Wort, das es so zwar nicht gibt, aber dessen Gegenteil: Akrophobie - Höhenangst. In dieser Situation durchaus passend. Weiters wird der - real existierende - Schriftsteller Junichiro Tanizaki ("Lob des Schattens") erwähnt. Irgendwie zwar interessant, aber auch widersprüchlich. Man ist geneigt, sich verarscht vorzukommen...



  • Gebundene Ausgabe: 228 Seiten
  • Verlag: Manhattan; Auflage: 1 (Februar 2005)
  • ISBN-10: 3442545897

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