Taubenjagd

Autor: Jerry Spinelli
Original: Wringer (1997)
meine Bewertung: 1 von 5

Jedes Jahr im August findet in der kleinen amerikanischen Stadt ein Volksfest statt. Es beginnt an einem Montag und endet an einem Sonntag und hat alles, was man auch von jedem anderen Volksfest kennt: Riesenräder, Achterbahnen, Süßigkeiten und Brathähnchen. Am Ende dieser Feierlichkeiten steht aber ein grausames Spektakel: Der Taubentag. Fünftausend Tauben werden dafür zuvor eingefangen und dann am Spielplatz wieder ausgelassen. Alle Männer, die zuvor ein Startgeld bezahlt haben, dürfen dann mitmachen und die Tauben mit Gewehren abschießen.

Am Spielplatz warten schon die Halsumdreher. Das sind jene Jungen, die schon 10 Jahre alt sind und jenen Tauben den Hals umdrehen, die nur verletzt vom Himmel gefallen sind. Palmer ist neun Jahre alt. Aber seit er das erste Mal mit vier Jahren beim Halsumdrehen am Taubentag zugesehen hat, packt ihn jedes Jahr kurz vor dem Ereignis das kalte Grauen. An seinem neunten Geburtstag findet der sanfte Junge, der zuvor immer nur mit Dorothy, der Nachbarstochter gespielt hatte, drei Freunde und wird in die Bande dieser Rüpel aufgenommen. Er beachtet Dorothy nicht mehr und piesakt sie gemeinsam mit den anderen Jungs. Richtig stark fühlt er sich. Dann, eines Tages im Januar vor seinem zehnten Geburtstag, wird er von einem Klopfen am Fenster seines Zimmers geweckt.

Eine Taube blickt zu ihm ins Zimmer. Ausgerechnet eine Taube! Palmer gefällt das Tier, er füttert sie regelmäßig und nennt sie Picker. Picker wird fester Bestandteil seines Lebens, sein treues Haustier. Und das ausgerechnet in einer Stadt, in der jährlich fünftausend seiner Artgenossen vom Himmel geholt werden. Palmer weiß nicht, was er tun soll, er wendet sich schließlich an Dorothy. Von seinen Rüpel-Freunden, die alle schon ganz heiß darauf sind, endlich Halsumdreher zu werden, beginnt er sich zunehmend zu fürchten. Und das Ereignis rückt unaufhaltsam auch dieses Jahr näher…

Meiner Meinung nach kann man sich das Buch gerne sparen. Für ein Kinderbuch finde ich es irgendwie sinnlos grausam und die Moral, die Spinelli vielleicht rüberbringen möchte, kommt irgendwie nicht so ganz durch. Freundschaft ist wichtig, ok. Aber um das rüber zu bringen, gibt es „schönere“ Geschichten. Dieses Urteil beruht auf rein ästhetischen Empfindungen meinerseits. Das Buch ist spannend, die Handlung stringent. Dennoch würde ich meinen Kindern das Buch nicht vorlesen. Sinnloser Gewalt an Tieren kann ich nunmal nichts abgewinnen.


  • Gebundene Ausgabe: 179 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (Juni 2006)
  • ISBN-10: 386615142X
  • ISBN-13: 978-3866151420

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    Kommentare

    1. AngelInChains schreibt am 08.10.2007 um 22:01 Uhr:Andererseits koennte man (aeltere - juengeren wuerde ich es nicht zumuten) Kinder damit fuer den Tierschutz begeistern. Indem sie erfahren, was Tieren zT fuer Grausamkeiten durch Menschen angetan werden und dass man sich dagegen einsetzen koennte. Oder unternimmt der Junge in der Geschichte am Ende etwa nichts gegen diese Tierquaelerei

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    2. chil schreibt am 08.10.2007 um 22:07 Uhr:Nein, nicht wirklich. Meiner Meinung nach wird auch nicht ausdrücklich genug dargestellt, dass dieses Taubenfest etwas Schreckliches ist - die Menschen haben immerhin eine Menge Spaß dabei, den Schützen, Halsumdrehern und toten Tauben zuzusehen.

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    3. AngelInChains schreibt am 08.10.2007 um 22:12 Uhr:Dann wuerde ich das Buch auch als ungeeignet einschaetzen.

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