Die Party Queen von Manhattan
Autorin: Lauren Weisberger
Original: Everyone Worth Knowing (2005)
meine Bewertung: 4 von 5
Bette Robinson lebt
mitten in New York, ist aber alles andere, als ein Partygirl. Sie
arbeitet bei einer Bank, wohin sie Tag für Tag, züchtig gekleidet, aber
widerwillig zurückkehrt. Einen Vorteil hat der Job allerdings: Sie
trifft in den Mittagspausen immer auf ihre beste Freundin Penelope, mit
der sie dan klatscht und tratscht und sich aus dem Bürogebäude stiehlt.
Als ihrem
Vorgesetzten dies allerdings auffällt, weist er Bette auf ihr - seiner
Meinung nach - unangemessenes Verhalten aufmerksam, woraufhin Bette die
Nerven verliert und kündigt. Vor hatte sie das schon länger, allerdings
hatte es ihr bis zu diesem Vorfall immer an Mut gefehlt, diesen Schritt
durchzuziehen.
Sie verbringt Tage
alleine mit ihrem Hündchen in der Wohnung, sieht fern und geht jetzt
noch weniger unter die Leute als zuvor. Die einzigen Menschen, zu denen
sie jetzt noch kommt, sind Penelope, ihr Onkel Will und dessen
Lebensgefährte Simon. Onkel Will schreibt eine Klatschkolummne für die
Gesellschaftsseiten und kennt deshalb Gott und die Welt. Er kann nicht
länger mitansehen, wie sich seine Nichte gehen lässt. Will besorgt ihr
deshalb einen Job bei Kelly & Company, einer
Eventmanagement-Agentur.
Anfangs hat Bette
noch ihre Probleme damit, diese Art von Arbeit zu machen. Sie muss
abendelang ausgehen, das gehört zum Job. Sie ist gemeinsam mit ihren
Kollegen in den besten Partylocations anzutreffen und prompt schmeißt
sich ihr auch noch Philip Weston, der berühmte englische Beau, auf den
momentan die gesamte weibliche Weltbevölkerung abzufahren scheint, an
den Hals. Bette hält überhaupt nichts von ihm, so kommt es auch nie zu
intimeren Begegnungen mit dem Schönling. Das ist der Klatschpresse
allerdings egal, denn schon kurz nachdem Bette zum ersten Mal mit Philip
gesichtet wurde, ist sie auch schon das Gesprächsthema Nummer eins in
New Yorks Klatschkolummnen.
Eigentlich hat sich
Bette ja in jemand ganz anderen verliebt, aber ob der auch was von ihr
will, wird sich erst zeigen. So wenig Bette ihr Job am Anfang
begeisterte, so sehr legt sie sich aber auch ins Zeug, um ihre Sache
wirklich gut zu machen. Schon bald zeigt sich ihr Talent für
Partyplanung und sie bekommt immer verantwortungsvollere Aufgaben
übertragen, allerdings leidet Bettes Privatleben darunter mehr als
kräftig.
Mit ihrem zweiten
Werk hat Lauren Weisberger wieder einmal einen Roman geschaffen, der nur
so vor prominenten Namen und Locations strotzt, der ebenso amüsant wie
auch interessant ist. Zwar nicht so sprühend vor Witz wie ihr
Erstlingswerk, aber dennoch komisch präsentiert sich "Die Party Queen
von Manhattan". Man hat das Gefühl, Bette sei seine eigene Verbündete,
die sich mittem im Partywahn wiederfindet und zwischen all den Schönen,
Reichen und Berühmten vermutlich ebenso verloren wirkt, wie man selbst
sich fühlen würde.
Bette ist ein
sympathisches Mädchen, der Rest bei Kelly & Company gibt sich zwar
nett, ist aber hinterlistig - man weiß das und würde der Romanheldin
gerne zuschreien: "Kind, mach die Augen auf." Weisberger hat wieder
einmal viele sympathische Charaktere rund um einige Kotzbrocken
arrangiert und gewartet, was dabei herauskommt. Das Ergebnis kann sich
sehen lassen - trotz einiger Langatmigkeiten.
- Taschenbuch: 480 Seiten
- Verlag: Goldmann Verlag (14. August 2006)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3442542340
- ISBN-13: 978-3442542345
booki schreibt am 08.09.2006 um 18:03 Uhr:hallo chil,
AntwortenLöschenvon Weisberger habe ich letztes Jahr "Der Teufel trägt Prade gelesen", was eine unterhaltsame Nebenlektüre für mich war. Ich glaube, das wurde auch grade verfilmt..
Auf jeden Fall ist dieses Buch mal auf meine Wunschliste gewandert! :)
lg
booki