Komm, süßer Tod




Autor: Wolf Haas
Original: Komm, süßer Tod (1998)
meine Bewertung: 5 von 5

Brenner, der ehemalige Polizeikommissar, arbeitet jetzt bei den Wiener Kreuzrettern als Rettungsfahrer. Eigentlich ist er froh, mit dem detektivischem nichts mehr zu tun zu haben, doch jetzt steckt die Kreuzrettung in der Klemme. Der Rettungsbund macht den Kreuzrettern starke Konkurrenz, das geht sogar so weit, dass den Kreuzrettern die Patienten vor der Nase weggeschnappt werden. Der Chef der Kreuzretter bittet also Brenner, ein bisschen nachzuforschen, woher der Wind weht.
Zur gleichen Zeit beobachtet der Rettungsfahrer Munz ein schmusendes Pärchen vor dem Krankenhaus, das kurz darauf in die Knie geht. Allerdings nicht aus Leidenschaft, sondern durch eine Pistolenkugel. Beide erschossen. Außerdem ist da noch der Rettungsfahrer Bimbo, der eines Tages mit seinem eigenen Goldkettchen erwürgt in seinem Rettungswagen aufgefunden wird. Drei Morde, alle im Umfeld des Wiener Rettungswesens. Zwar hat der Brenner schon lange die Schnüffelei aufgegeben, doch jetzt wird er wieder tätig. Er kommt nach und nach den üblen Machenschaften auf die Schliche, die im erbitterten Kampf rund um den Platz Eins im Wiener Rettungswesen mit sich bringen.
"Komm, süßer Tod" wurde 1999 mit dem Deutschen Krimi-Preis ausgezeichnet - und das zu Recht. Der Erzähler der Geschichte richtet sich direkt an den Leser, duzt ihn sogar. Das verleiht dem ganzen einen sehr eigenwilligen, aber durchaus ansprechenden Charakter. Haas trifft mit seinen Beschreibungen der Wiener den Nagel auf den Kopf - sie sind im Buch ganz genau so, wie ich sie Tag für Tag erlebe. Mit ihren guten und auch schlechten Seiten. Haas hat den Wiener Schmäh und Charme eingefangen und ihn aufs Papier gebracht.
Nicht nur die Sicht, aus der die Geschichte erzählt wird, ist eigenwillig, sondern auch der Satzbau des Autors. Es gibt viele Halbsätze und Austriazismen, wodurch die Geschichte seltsamerweise lebendiger und flüssiger wird. Da hast du das Gefühl, der erzählt dir das am Wirtshaustisch bei ana Haaßn und an Hoiwi. Auch für Nicht-Wiener eine lohnende Lektüre!


  • Taschenbuch: 224 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 24 (1. August 2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499228149
  • ISBN-13: 978-3499228148

Kommentare

  1. soJA schreibt am 26.10.2006 um 21:49 Uhr:Das klingt sehr gut, werde ich auch mal auf meine "Liste" setzen.

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