Ausgebremst
Autor: Wolf Haas
Original: Ausgebremst (1998)
meine Bewertung: 2 von 5
Einen Brenner-Roman
darf man sich von diesem Buch nicht erwarten. Der Ich-Erzähler des
Romans sitzt im Knast, weil er einen Londoner Taxifahrer erwürgt hat.
Aus dieser Perspektive erzählt er dem Leser rückblickend, wie es dazu
kommen konnte, dass er, ein eigentlich friedliebender Mensch, die Hände
um den Hals des Taxifahrers legt und zudrückt.
Der Erzähler führt
uns in sein vergangenes Leben, in dem er Fanartikelhändler bei der
Formel 1 war. Er ist mit seinem Wohnmobil und seinen T-Shirts und Kappen
durch ganz Europa getingelt und hat sich sein Geld damit verdient,
Formel 1 Fans seine Waren zu verkaufen. Die Fanartikelhändler sind
untereinander sowas wie Freunde, oder zumindest gute Kollegen geworden.
Doch eines Tages taucht ein großes Unternehmen namens TEXUNO auf und
kauft nach und nach die kleinen Händler auf.
Doch nicht nur das
beobachten die Händler mit Sorge. Auf mysteriöse Weise kommen zwei der
beliebtesten Männer in ihren Reihen ums Leben. Schon bald deckt der
Erzähler immer mehr Ungereimtheiten auf, bis er schließlich selbst seine
Sachen packt und mitten in der Saison zurück in seine Wohnung in Wien
flieht.
Klingt spannend. Ist
es aber nicht. Man muss den Hut respektvoll vor Haas' Erzählstil ziehen.
Handwerklich kann man an der Geschichte wirklich nichts aussetzten. Der
Ich-Erzähler beginnt in der Gegenwart, macht eine Rückschau auf die
Vergangenheit und nimmt den Leser schließlich in die Zukunft mit.
Allerdings muss man schon sagen, dass dieses Buch wohl nur für den
wirklichen Hardcore-Formel 1-Fan eine spannende Lektüre ist. Es geht
nämlich in Wirklichkeit um nichts anderes, als um Weltmeister, Helme,
Unfälle, Rennen und Rennstrecken. Sehr speziell und dadurch auch
langatmig. Da Haas wirklich tolle Krimis schreibt, sollte man sich eher
an die Brenner-Romane halten.
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