Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins



Autor: Milan Kundera
Original: Nesnesitelná lehkost bytí (1982)
meine Bewertung: 5 von 5

Eines Tages lernen sich der Arzt Tomas und die Serviererin Teresa in einer Bar kennen. Die beiden verlieben sich ineinander, doch ist diese Liebe für Teresa mit einem Wermutstropfen behaftet. Tomas weigert sich zunächst, sie bei sich übernachten zu lassen und hat außerdem viele Affären, weil er der Meinung ist, man könne Liebe und Geschlechtsverkehr strikt voneinander trennen. Einige Zeit toleriert Teresa dieses Verhalten, allerdings verletzt es sie zutiefst.

Nach dem Prager Frühling fliehen Tomas und Teresa aus der Tschechoslowakei in die Schweiz. Dort ist Tomas vor politischer Verfolgung sicher und kan als Arzt praktizieren. Durch Sabina, eine weitere Geliebte von Tomas, kann Teresa als Fotografin arbeiten. Eigentlich sollten die beiden glücklich sein, doch Teresa wird immer unglücklicher. Zwar achtet Tomas peinlich darauf, sich zu waschen, bevor er von seinen Geliebten zu Teresa zurück kommt, allerdings vergisst er dabei sein Haar. Allabendlich muss Teresa mit dem Geruch eines weiblichen Schoßes im Haar von Tomas einschlafen.

Teresa hält es schließlich nicht mehr an der Seite von Tomas aus. Sie war bisher duldsam, doch dann packt sie ihre Koffer und kehrt zurück in die Tschechoslowakei. Nun steht Tomas vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er in der Schweiz bleiben, wo er vor politischer Verfolgung sicher ist, oder soll er Teresa, die er wirklich liebt, nachfolgen?

Neben dem Tomas-Teresa Handlungsstrang entwickelt sich auch noch eine zweite Handlung. Sabina, die Geliebte von Tomas, hat noch einen weiteren Liebhaber. Dieser ist verheiratet und hat eine ältere Tochter. Als die Ehefrau von Franz hinter dessen Geheimnis kommt, wirft sie Franz raus. Doch wird Sabina bei ihm bleiben?

Milan Kundera hat ein wunderbares Buch über die Liebe geschaffen. Er schafft es mit seiner Sprache, die Verzweiflung seiner Figuren einzufangen, die alles andere als platt sind. Ungewöhnlich ist auch die Haltung des Erzählers dem Leser gegenüber. Dieser spricht zum Leser und lässt ihn auch nicht im unklaren darüber, dass es sich "nur" um einen Roman handelt. Auch die philosophischen Gedanken,die mit der Handlung verknüpft sind, verhelfen dem Werk zu einer unglaublichen Tiefen und es macht Spaß, den Überlegungen des Autors zu folgen.




  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (27. März 2003)
  • ISBN-10: 3937793003
  • ISBN-13: 978-3937793009

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