Die Wolke



Autorin: Gudrun Pausewang
Original: Die Wolke (1987)
meine Bewertung: 5 von 5

Der Tag hat für die 14-jährige Janna-Berta eigentlich ganz normal begonnen. Als jedoch plötzlich eine Sirene zu hören ist, werden die Schüler nach Hause geschickt, mit der Anweisung, sich zu beeilen. In Grafenrheinfeld, das nur 100 Kilometer von Janna-Bertas Wohnort entfernt ist, hat es ein Problem mit dem Kraftwerk gegeben. Das Mädchen wird von einigen älteren Schülern mit nach Hause genommen. Daheim erwartet sie schon ihr kleiner Bruder, die Eltern sind mit dem kleinsten Kind der Familie für einige Tage weggefahren.

Die verängstigten Kinder erhalten einen Anruf von ihrer Mutter, die sie drängt, sofort nach Norden aufzubrechen, weg von der giftigen Wolke, die auf sie zukommt. Weil die Nachbarn schon alle abgefahren sind, beschließen Janna-Berta und Uli, mit dem Rad zu fliehen. Eine Zeit lang geht das auch ganz gut und sie kommen sogar schneller voran, als die Autos, die sich mittlerweile in einem Riesenstau befinden. Doch dann wird der kleine Bruder müde...

Es muss erst ein Kinderbuch daher kommen, bevor ich wieder mal 5 Sterne vergeben kann. Aber es ist ein gutes Kinder- bzw. eher Jugendbuchh, das Gudrun Pausewang da geschrieben hat. Sehr einfühlsam wird das Leben von Janna-Berta beschrieben, das sich radikal ändert, als das Kraftwerk explodiert. Die Politiker schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe, Verantwortung will niemand übernehemen. Es gibt so gut wie keinen Katastrophenplan und mehr als "Keine Panik" bekommen die Bundesbürger nicht zu hören. Diese Stimmung im Buch lässt einem wirklich Gänsehaut bekommen und ich muss zugeben, an so mancher Stelle eine kleine Träne vergossen zu haben.

Für Kinder unter 13 oder 14 ist die Geschichte wahrscheinlich zu harter Tobak, aber für Jugendliche und auch Erwachsene eine wichtige Lektüre. Ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu predigen, zeigt Pausewang auf, wie gefährlich Atomkraft-werke sein können und lässt aber trotzdem auch Atombefürworter zu Wort kommen (allerdings in Form von arroganten Menschen, die man am liebsten schütteln würde). Unbedingt lesen! Nicht umsonst wurde Pausewang für dieses Werk 1988 mit dem Jugendliteraturpreis ausgezeichnet.



  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (November 2005)
  • ISBN: 3866151128
  • Kommentare

    1. Bloomsbury schreibt am 23.11.2006 um 11:21 Uhr:Ich hab den Film dazu im TV gesehen. Nüchtern und tragisch.

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    2. leo14 schreibt am 23.11.2006 um 15:43 Uhr:ich halte die wolke für eine realistische einschätzung dessen, wie im falle eines atomunfalles die behördlichen schutz- und evakuierungsmaßnahmen greifen - nämlich absolut NICHT!,
      dieses buch ist das deprimierendste, das ich jemals gelesen habe, die hoffnung ist hier bereits zu beginn völlig hinderlich, ein buch, das depressionen auslösen kann,

      ich würde es kindern nicht zu lesen geben
      leo14

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    3. Bloomsbury schreibt am 23.11.2006 um 20:53 Uhr:Ja, das glaube ich.

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