O du mörderische
Autorin: Anne George
Original: Murder on a bad hair day (1996)
meine Bewertung: 5 von 5
Patricia Anne und
Mary Alice sind Schwestern - schon seit mehr als sechzig Jahren.
Patricia Anne ist mit sechzig die jüngere der beiden, klein und
zierlich. Mary Alice ist wahrlich ihre große Schwester: gut zwei Köpfe
größer und viele, viele Kilos schwerer. Doch die beiden haben eins
gemeinsam. Sie geraten immer wieder in mysteriöse Mordfälle.
Es ist kurz vor
Weihnachten, als die beiden Schwestern zu einer Galerieeröffnung gehen.
Gezeigt werden Folk-Art Werke, die beim Publikum sehr gut ankommen. Die
Ausstellung scheint also ein voller Erfolg für die Galeriebesitzerin
Mercy Armistead zu sein. Leider kann diese ihren Ruhm aber nicht mehr
genießen, sie wird nämlich am nächsten Morgen tot aufgefunden. Sie wurde
mit Haarspray vergiftet. Also nicht wirklich mit Haarspray, sondern mit
einem Gift, das jemand in das Spray gemixt hatte und das sie über die
Haut in ihren Körper aufgenommen hatte. Eigentlich sollte dies Mary
Alice und Patricia Anne nicht allzusehr betreffen, allerdings werden sie
persönlich in den Fall mit hineingezogen, als die Assistentin der
Galeriebesitzerin und eine ehemalige Schülerin von Patricia Anne total
verwirrt und verzweifelt auf der Hintertreppe von Patricia Anne hockt.
Sie ist völlig geschockt und verwirrt, deshalb wird sie von Patricia
Anne ins Krankenhaus eingeliefert.
Leider verschwindet
sie von dort spurlos und ein weiterer Mord passiert. Schon längst haben
die Vorkommnisse das Interesse der Schwestern geweckt. Sie finden nach
und nach immer mehr Puzzleteile und langsam scheinen die sich zu einem
Bild zusammen zu fügen. Allerdings erkennen sie das erst, nachdem Mary
Alice angeschossen wird und die Polizeibeamtin Bo Mitchell Einblick die
letzten Fragen klärt...
Anne George hat einen
sehr humorvollen Krimi geschrieben, der in der Vorweihnachtszeit
spielt. Sie hat Charaktere entworfen, die man ins Herz schließt, die man
sogar selbst gerne zur Mutter oder Großmutter hätte. Anders als Miss
Marple und Co. klären die beiden zwar den Fall nicht wirklich auf,
allerdings sind sie mitten im Geschehen und lassen den Leser an ihren
Überlegungen teilhaben. Was die Geschichte so charmant macht, ist auch
das Drumherum. Die verrückte Beziehung der beiden Schwestern zueinander,
zu ihren Ehemännern und ihr Humor und die Tatsache, dass man an ihren
Weihnachtsvorbereitungen teil hat. Für die Vorweihnachtszeit ein
humorvoller Krimi, der zwar nicht unbedingt nervenzerreißend spannend
ist, dafür aber mit seinem Charme punktet.
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