Ohrensausen
Autor: Kinky Friedman
Original: Blast from the Past (1953)
meine Bewertung: 4 von 5
Der
Kinkstah, seines Zeichens Countrysänger und selbsternannter
Privatdetektiv will mal eben zu seiner Nachbarin Stephanie DuPont rauf
gehen, um sich die 7 Millionen Dollar Honorar aus dem letzten Fall
abzuholen. Das trifft sich verdammt gut, denn er ist wiedermal pleite.
Doch als er seine Wohnung verlässt, befördert ihn ein gezielter Schlag
auf den Schädel in eine zweistündige Ohnmacht.
Kinky nützt diese
Ohnmacht, um sein Leben in den 70ern wieder zu durchleben. Das Buch
erzählt, wie er seine Bande Freunde, die er liebevoll Village Irregulars
nennt, um sich geschart hat, wie er zum Privatdetektiv wurde und was
sein erster Fall war. Dieser Fall war zwar nur klein, trotzdem wichtig,
denn schließlich ging es um das Leben des höchstpersönlichen Kinkstahs.
Angefangen hat ja alles damit, dass Abbie Hoffman, ein Revoluzzer, bei
ihm auftaucht und ihn bittet, ihm doch Unterschlupf zu gewähren, weil er
verfolgt würde. Zunächst schieben Kinky und sein Freund Ratso, der
Kinky gern als Holmes und sich selbst gern als Watson bezeichnet, diese
Paranoia auf das unstete Leben von Abbie, doch dann fliegt Kinkys Loft
in der Vandam Street in die Luft, seine beischlaftechnische Assistentin
Judy behauptet, ihren in Vietnam gefallenen Freund Tim in New York
gesehen zu haben, auf Kinky werden Schüsse abgefeuert... So kommt Kinky
zu seinem ersten Fall.
Man muss schrägen
Humor mögen, um die Bücher von Kinky Friedman zu lieben. Ich liebe
schrägen Humor und vergöttere somit die Bücher vom ollen Kinkstah. An
diesem Werk hat mich allerdings die Tatsache gestört, dass Drogen nahezu
zu einer Religion erhoben werden. Dass der Autor Minderheiten wie
Homosexuelle, Juden und Schwarze zeitweise auf dem Kieker hat, stört
nicht weiter, wenn man weiß, dass er selbst der wohl größten Minderheit
überhaupt angehört: Kinky Friedman ist ein jüdischer Cowboy. Ihm steht
es also zu, geschmacklose Jesus- und Hitlerwitze zu reißen. Meint
zumindest Kinky selbst. Ob man das mag oder nicht, ist letztlich
Geschmackssache, allerdings muss wohl jeder zugeben: Schreiben kann er,
der Friedman.
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