Sonntag, 27. Februar 2005

Der schreckliche Anfang



Autor: Lemony Snicket
Original: The Bad Beginning
- A Series of Unfortunate Events (01)

meine Bewertung: 3 von 5

In den Vereinigten Staaten wurden die Geschichten rund um Klaus, Violet, Sunny und deren verrückten Onkel Olaf angeblich öfter verkauft, als Harry Potters Abenteuer. Warum? Ich weiß es, ehrlich gesagt, nicht. Es geht um die drei oben genannten Baudelaire-Kinder, die, nachdem das Haus ihrer Eltern bis auf die Grundmauern niederbrennt und ihre Eltern in den Flammen umkommen, zu ihrem bösen Onkel Graf Olaf kommen. Der hat sie nur aufgenommen, weil er an das große Vermögen will, das Violet erbt, wenn sie 18 geworden ist. Er heckt ständig neue Pläne aus, um die Kinder zu überlisten.

Das Buch ist meiner Meinung nach kein Kinderbuch. Graf Olaf droht ständig damit, die Kinder umzubringen, auch sonst geschehen nur schlimme Dinge (darum auch der Titel). Zwar wird schon im Vorwort darauf hingewiesen, dass man diese Geschichte nicht lesen soll, wenn man Happy Ends mag, doch dass diese betrüblichen Ereignisse derart negativ sind, habe ich von einem Kinderbuch nicht erwartet. Was man allerdings dem Autor lassen muss, ist die Tatsache, dass man aus seinem Buch viel lernen kann. Er verwendet nämlich manchmal etwas unüblichere Worte, erklärt aber immer, was sie heißen.

Man liest das Buch mit gemischten Gefühlen - einmal ist da dieser schwarze, hintergründige Humor, der schon etwas für sich hat, doch wie gesagt denkt man ständig darüber nach, ob das wirklich ein Kinderbuch sein soll. Schon wegen dem zu erwartenden Kultcharakter ist es aber empfehlenswert, sich darauf einzulassen - auch wenn die 170-Seiten-Bändchen mit € 13,40 nicht gerade billig sind.
Gebundene Ausgabe: 166 Seiten
Verlag: Manhattan; Auflage: 1 (26. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 344254579X
ISBN-13: 978-3442545797

Freitag, 25. Februar 2005

Momo



Autor: Michael Ende
Original: Momo (1973)
meine Bewertung: 5 von 5

In Michael Endes Geschichte „Momo“ geht es um das gleichnamige Mädchen, dass besonders gut zuhören kann. Die Menschen kommen zu ihr und erzählen ihr ihre Sorgen und Nöte, Momo hört zu und die Probleme lösen sich wie von selbst. Eines Tages schleichen sich unbemerkt die Grauen Herren in Momos Stadt und stehlen den Menschen ihre Zeit. Nur Momo kann sie besiegen, gemeinsam mit der Schildkröte Kassiopeia und Meister Hora.

„Momo“ ist zwar nicht so berühmt wie „Die unendliche Geschichte“, wurde aber dennoch verfilmt und mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Nicht nur für Kinder ist diese Geschichte zauberhaft, sondern vor allem für Erwachsene. Gerade jene, die keine Zeit haben, sollten sich ein paar Stunden hinsetzen und Momos Abenteuer miterleben. Fantastisch erzählt, hinreißend und charmant!
Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: Neuausgabe. (1. Juli 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3522177509
ISBN-13: 978-3522177504

Dienstag, 22. Februar 2005

Akte Atlantis



Autor: Clive Cussler
Original: Atlantis Found (1999)
meine Bewertung: 3 von 5

Eigentlich habe ich mir das Buch nur gekauft, weil es bei einem gewissen Buchclub mal wieder an der Zeit war, einer "Zwangszusendung" zu entgehen. Viel habe ich mir zugegebener Maßen nicht von einem Buch mit so einem abgedroschenen Titel erwartet, doch ich musste meine Meinung schnell wieder revidieren.

Es geht in dem Buch um eine fanatische Familie, deren Nachkommen angeblich durch das Sperma Hitlers künstlich erzeugt wurden und ein Viertes Reich anstreben, in dem sie (die Familie Wolf) die absolute Herrschaft über die Menschheit haben. Zu diesem Zweck planen sie, der Welt eine künstliche Natur-katastrophe zu bescheren, deren einzigen Überlebenden die Wolfs sind. Zum Glück bekommt ein Team Wissenschafter Wind von der Sache. Die NUMA (eine Behörde ähnlich den Marines oder der Navy) Dirk Pitt und Dan Giordino, zwei sympathische Draufgänger werden beauftragt, die Welt vor dem bevorstehenden Untergang zu retten.

Die Geschichte ist wirklich spannend, sie ist auch viel tiefgründiger als sie momentan erscheint. Außerdem besticht sie durch sehr genaue Recherchen. Die Abzugspunkte bekommt "Akte Atlantis" für die Tatsache, dass "Er musste keine Antwort geben. Das war auch nicht nötig" unglaublich oft vorkommt (was eventuell auch auf dem Mist des Übersetzers gewachsen sein kann) und die Geschichte oft viel zu weit hergeholte Wendungen aufweist. Als Fazit lässt sich also sagen, dass dieses Buch sehr lesenswert ist, wenn man auf Action steht und einem die sprachliche Schönheit weniger wichtig ist.
Taschenbuch: 573 Seiten
Verlag: Blanvalet (Januar 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442358965
ISBN-13: 978-3442358960

Freitag, 18. Februar 2005

Komm und küss mich



Autorin: Susan Elizabeth Phillips
Original: Fancy Pants (1989)
meine Bewertung: 4 von 5


"Komm und küss mich" ist ungefähr das zehnte Buch, das ich von S.E. Phillips gelesen habe, und ich muss sagen, dass ihre Geschichten an Charme nie verlieren und auch keine Romanitk vermissen lassen. Leider sind ihre Geschichten aber mit der Zeit immer leichter vorherzusehen: Frau trifft unnahbaren Mann, von dem sie anfangs denkt, sie würde ihn hassen, nur um später draufzu-kommen, dass sie ohne ihn nicht sein kann. Auch in diesem Werk ist dieses Strickmuster gleich geblieben, was ihm einen Abzugspunkt einbringt. Deshalb nur einen, weil die Charaktere dieser Geschichte einem wirklich ans Herz wachsen.

Zur Handlung: Lady Francesca Day, eine hochnäsige, von sich selbst eingenommene Schönheit kommt von England nach Amerika, weil sie denkt, dort zum Filmstar zu werden. Sie muss viele Rückschläge einstecken, dann taucht der Retter in der Not in Gestalt von Dallie Beaudine, einem mittelmäßigen Golf-Pro, auf. Die beiden verbringen eine stürmische Nacht miteinander, dann trennen sich ihre Wege. Spät bemerkt Francesca, dass sie von Dallie schwanger ist - sie will aber auf keinen Fall, dass Dallie davon erfährt und zieht das Kind bis zu dessen neunten Lebensjahr allein groß. Doch dann treffen sie, ihr Sohn und Dallie wieder aufeinander...
Taschenbuch: 500 Seiten
Verlag: Blanvalet (24. April 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442360234
ISBN-13: 978-3442360239

Mittwoch, 16. Februar 2005

Anleitung zum Unglücklichsein



Autor: Paul Watzlawick
Original: Anleitung zum Unglücklichsein (1983)
meine Bewertung: 5 von 5

Genial, wirklich genial. Paul Watzlawick hat ein Buch geschrieben, das nur so von Ironie trieft und gerade durch seine Anleitung zum Unglücklichsein Menschen dazu bringt, zu lächeln und sich des eigenen Glücks bewusst zu werden. Man braucht wirklich kein Psychologe sein, um Watzlawicks Ausführungen zu verstehen. Er bedient sich einer einfachen Sprache und vieler Beispiele, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Sehr empfehlenswert, wirklich! Besonders dann, wenn man zu pessimistischer Stimmung neigt oder eh schon ein wenig unglücklich ist!
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 11 (Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492249388
ISBN-13: 978-3492249386

Sonntag, 13. Februar 2005

Emil und die Detektive/und die drei Zwillinge



Autor: Erich Kästner
Original: Emil und die Detektive/und die drei Zwillinge (1929)
meine Bewertung: 5 von 5

"Emil und die Detektive" war Erich Kästners erster Kinderroman, zeugt aber schon von Kästners unvergleichlichem Humor und seinem feinen Gespür für die Welt der Kinder. Im Buch geht es um den kleinen Emil Tischbein, der nach Berlin fahren soll, um dort seine Verwandten zu besuchen. Während der Fahrt werden ihm allerdings seine 140 Mark Reisegeld gestohlen. Emil nimmt die Verfolgung auf und findet dabei viele neue Freunde, die ihm helfen, sein Geld wieder zurück zu bekommen. "Emil und die drei Zwillinge" ist eine Art Fortsetzung, die aber wieder eine gänzlich neue Geschichte um Emil und seine Freunde zum Inhalt hat.

Kästners Werk ist spannend und für Kinder jeden Alters wärmstens zu empfehlen! Mich als Erwachsene hat besonders das Zwiegespräch beeindruckt, das der Autor mit seinem kleinen Leser zu führen scheint. Man merkt außerdem an diesem Buch, dass nicht alles brutal und actionreich sein muss, um von Kindern gemocht zu werden. Keine Abzugspunkte für diesen Klassiker, der auch in hundert Jahren noch gelesen werden wird. Ein Stück, dass in keiner gut sortierten Sammlung fehlen darf!
Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: Dressler; Auflage: 1 (Juli 2003)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791530372
ISBN-13: 978-3791530376

Donnerstag, 10. Februar 2005

1984



Autor: Georges Orwell
Original: 1984 (1949)
meine Bewertung: 5 von 5

"1984" war der erste Roman von George Orwell, den ich gelesen habe. Es geht darum um die politische Entwicklung der Welt hin zu einem autoritären Staat. Teleschirme hängen in jedem Zimmer, um die Menschen rund um die Uhr beobachten zu können und Parteimeldungen zu verbreiten, Mikrofone sind irgendwo angebracht und ständig muss die Geschichte Ozeaniens, einem der drei Weltteile (die anderen heißen Ostasien und Eurasien), im Ministerium für Wahrheit umgeschrieben zu werden, um dem Bild der Partei zu entsprechen. Alles dreht sich um den Willen des "Großen Bruders", den niemand kennt.

Orwells Roman ist spannend zu lesen und spiegelt die Zustände, wie sie 1948 im Europa nach dem Krieg herrschten auf überzogene Weise wider. Der Held der Geschichte ist Winston Smith, der insgeheim Widerstand gegen das System übt und in Julia eine Mitstreiterin findet. Gerade als die beiden denken, der "Bruderschaft" zum Sturze der Partei beigetreten zu sein, nimmt die Geschichte eine geniale (wenn auch vorhersehbare) Wendung. Oft wird Orwell vorgeworfen, die Geschichte an sich von seinen Vorgängern Aldous Huxley ("Schöne neue Welt") und Jewgenji Samjatin ("Wir") abgeschrieben zu haben, doch seine Anti-Utopie richtet sich wieder gegen einen anderen Feind als die Huxleys und Samjatins.

Bewundernswert ist, dass Orwell London im Jahre 1984, die neue Sprache ("Neusprech") und die Strukturen des Systems so gut beschreibt, dass man meint, selbst schon einmal in Ozeanien zu Besuch gewesen zu sein. Den Abzugspunkt erhält die Dystopie deshalb, weil Winston Smith von Anfang an scheinbar als einziger gegen die Vorstellungen der Partei rebelliert - warum, erfährt man leider nicht. Mir erschiene es außerdem wichtig, einen groben Überblick darüber zu geben, wie es soweit kommen konnte, dass Ozeanien vom "Großen Bruder" regiert wird und die Welt auf so sonderbare Weise aufgeteilt ist.

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Tb; Auflage: 17., Aufl. (1. Juli 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548234100
ISBN-13: 978-3548234106

Sonntag, 6. Februar 2005

In einer kleinen Stadt



Autor: Stephen King
Original: Needful Things (1991)
meine Bewertung: 5 von 5

Ich habe schon richtig viel von Stephen King gelesen - ich wage zu behaupten, schon fast alles. Trotzdem war ich dieses Mal wieder aufs neue überrascht. Die Geschichte spielt in Castle Rock, eine Stadt, die eifrigen King-Anhängern sicher nicht unbekannt ist, schließlich hat hier auch Cujo sein Unwesen getrieben.

Mr Leland Gaunt kommt in die Stadt und eröffnet den Laden "Needful Things". Er hat wirklich für jeden genau das auf Lager, von dem er schon lange träumt, und das auch noch zu vermeintlich sensationell günstigen Preisen. Schnell wird jedoch klar, dass Geld nicht das ist, mit dem Mr Gaunts Waren bezahlt werden müssen. Eine Reihe von Unglücksfällen ereignet sich, doch zum Glück ist da noch Sheriff Alan Pangborn, der spät aber gerade noch rechtzeitig erkennt, wer Mr Gaunt in Wirklichkeit ist...

King versteht es wie immer meisterlich, Spannung aufzubauen und diese bis zum Schluss zu halten. Die Darstellung der Charaktere von Castle Rock's Einwohnern erfolgt mit viel Sinn fürs Detail und zeugt von einer großen Menschenkenntnis. Gänsehaut ist auf jeden Fall garantiert, darum gibts auch keine Abzugspunkte!
Taschenbuch: 860 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (April 2003)
ISBN-10: 3548255531
ISBN-13: 978-3548255538