Sonntag, 31. Januar 2010

Biss der Tod euch scheidet



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and uneasy (2007)
meine Bewertung: 4 von 5


Der lang ersehnte Tag rückt immer näher: Betsy Taylor, ihres Zeichens die Königin der Vampire und verlobt mit dem schönsten und tollsten Mann der (Vampir-)Welt, wird in wenigen Wochen heiraten. Betsy hat alle Hände damit zu tun, ihre Hochzeit zu planen. Natürlich konnte sie ihren zukünftigen Ehemann, den uralten, aber noch jung aussehenden, Vampir Eric, nicht dazu bewegen, standesgemäß in einer Kirche zu heiraten. Aber Friedensrichter, weißes Kleid und Hochzeitstorte müssen sein, findet Betsy. Und Eric hat sich dazu breitschlagen lassen.

Gerade jetzt bräuchte Betsy ihre beste Freundin Jessica besonders, doch diese ist selbst in einer eher unangenehmen Situation. Sie hat Krebs und muss sich im Krankenhaus einer Chemotherapie nach der anderen unterziehen. Doch Jessica ist stark und kämpft, Betsy ist so oft es geht an ihrer Seite, ebenso wie Jessicas Verlobter, blöderweise ein Polizist.

Auch sonst scheint sich jeder aus dem Staub zu machen. Eric ist verschwunden, Betsy kann keinen Kontakt mit ihm aufnehmen. Außerdem erleiden ihr Vater und ihre vielgehasste Stiefmutter Ant einen tragischen Autounfall, bei dem beide ums Leben kommen. Also wird Betsy von der Schwester zur Mutter, denn sie ist der neue gesetzliche Vormund des Säuglings Jon, eigentlich ihr Stiefbruder.

Auch der Krankenpfleger Marc, mit dem Betsy normalerweise den neuesten Klatsch austauscht, ist weit weg. Natürlich fühlt sich die Königin der Vampire mehr als nur von allen guten Geistern verlassen. Allerdings bekommt sie auch Besuch – nämlich von einer wild gewordenen Meute Werwölfe, die ihr entschwundenes Rudelmitglied suchen und bei Betsy im Haus wähnen. Kein Wunder, denn schließlich leben in dem riesigen Herrenhaus nicht nur Marc, Jessica, Betsy und diverse Geister, sondern auch ein ehemaliges Biest und dessen Freundin. Ob aus der Hochzeit noch was wird?

„Biss der Tod euch scheidet“ ist der sechste Band der Serie um die blonde und wunderschöne Vampirkönigin Betsy Taylor, die sich ihr untotes Leben mit vielerlei alltäglicher Sorgen aber auch königlichen Pflichten vertreibt. Nachdem die Serie um den vierten und fünften Teil einen kleinen Knick erlebte, ist Betsy nun gewohnt witzig, chaotisch und schlagfertig wieder da.

Die Kritikpunkte der vorherigen Bände bleiben natürlich bestehen, doch durch die Ungewissheit, wo sich die Freunde von Betsy befinden und weshalb, bleibt die Geschichte spannend bis zum Ende – das natürlich ein glückliches ist. Wenn man die Serie schon angefangen hat, sollte man damit unbedingt weiter machen, wenn nicht, kann man ruhig den Anfang mit dem ersten Band wagen. Zwar sind Vampire und Vampirromane mittlerweile schon fast sowas wie gesellschaftsfähig geworden und werden allmählich inflationär, aber ein bisschen Mainstream-Schmalz schadet wohl niemandem.
Broschiert: 285 Seiten
Verlag: Lyx; Auflage: 1 (15. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581784
ISBN-13: 978-3802581786

Donnerstag, 28. Januar 2010

Bukowski, Charles

"These words I write keep me from total madness"

Autogramm von Charles Bukowski (1920-1994)

The Christmas Cookie Killer



Autorin: Livia J. Washburne
Original: The Christmas Cookie Killer (2009)
meine Bewertung: 3 von 5

Es weihnachtet sehr, im kleinen Städtchen Weatherford, Texas. Es ist für texanische Verhältnisse relativ kühl geworden, im Haus der ehemaligen Lehrerin Phyllis Newsome duftet es nach Tannennadeln und frisch gebackenen Keksen. Kein Wunder, schließlich werden in jedem Augenblick die Nachbarn zum jährlichen Kekse-Contest eintreffen.

Phyllis und ihre Mitbewohner Carolyn, Sam und Eve tragen diese Zusammenkunft schon mehrere Jahre aus, es ist zu einer festen Weihnachtstradition geworden. Wie gewohnt kommen die Nachbarn mit Keksen beladen und in fröhlicher Stimmung. Doch die alte Nachbarin, Mrs Simmons, die seit ihrer Hüftoperation ans Haus gefesselt ist, kann dieses Mal nicht teilnehmen. Also packt Phyllis einen Teller voll Kekse und bringt sie der Nachbarin.

Was so ein netter vorweihnachtlicher Nachmittag hätte werden sollen, endet allerdings im Chaos. Phyllis findet Mrs. Simmons in ihrem Wohnzimmer, erwürgt mit dem Gürtel ihres eigenen Bademantels. Der örtliche Deputy, zufälligerweise der Sohn von Phyllis, wird gerufen. Phyllis und ihre Freunde bleiben so über den Stand der Ermittlungen immer am Laufenden.

Schnell findet man im Enkel der alten Mrs. Simmons einen idealen Verdächtigen. Dieser ist bekannt dafür, leicht in Schwierigkeiten zu geraten und ist außerdem auf der Flucht vor einer anstehenden Verhandlung wegen eines Drogendelikts. Doch Phyllis erkennt mit dem geschulten Blick der ehemaligen Lehrerin, dass Randy zwar das schwarze Schaf der Familie ist, aber längst kein Mörder.

Wie nahe sie dem wahren Mörder schon auf der Spur ist, zeigt sich, als dieser nervös wird und versucht, Phyllis aus dem Weg zu räumen. Doch die rüstige Lady lässt sich nicht so leicht aus der Fassung bringen…

„The Christmas Cookie Killer“ ist ein Buch, das unbedingt vor Weihnachten gelesen werden sollte. Denn neben einem Krimi mit netten Hauptdarstellern bietet es auch eine Unmenge an köstlichen Rezepten, die tatsächlich zum Nachkochen und Nachbacken ein. Es ist eine nette, stimmungsvolle Unterhaltung – schade nur, dass das Buch in Texas spielt. Zu einer echten Weihnachtsgeschichte gehört doch Schnee, oder nicht? Man darf sich keinen Actionroman erwarten, in erster Linie handelt das Buch von den Speisen, die zubereitet und verzehrt werden, bevor man einen Mörder findet. Harmlos, nett, ganz okay – für Kochfans auf jeden Fall zu empfehlen!
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Signet; Auflage: Reprint (3. November 2009)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0451226666
ISBN-13: 978-0451226662

Dienstag, 26. Januar 2010

SuB-Listen Wettbewerb 2010

Auch heuer nehme ich wieder am SuB-Listen Wettbewerb im Literaturschock-Forum teil. Dazu musste jeder Teilnehmer bis zum 31.12.2009 seine Liste von zehn Büchern bekannt geben, die er im Laufe des Jahres 2010 lesen möchte. Ich trete heuer mit folgender Liste an:

Mondlicht steht dir gutMary Higgins ClarkRezension, 26.01.10
PulsStephen KingRezension, 15.03.10
Salz der ErdeErnst HinterbergerRezension, 03.02.10
Extra ScharfMaria BeaumontRezension, 27.01.10
Lasst die Bären losJohn Irving
WintersonneRosamunde PilcherRezension, 10.03.10
Club der TeufelinnenOlivia GoldsmithRezension, 14.04.10
Der SumpfJohn KatzenbachRezension, 12.02.10
Der PferdeflüstererNicholas Evans
Der gelbe DiwanWalter Grond

Mondlicht steht dir gut



Autorin: Mary Higgins Clark
Original: Moonlight becomes you (1996)
meine Bewertung: 3 von 5

Auf einer Party trifft Maggie Holloway ihre heiß geliebte Stiefmutter wieder. Die beiden Frauen haben sich viel zu erzählen, verlassen die Party und betreiben Vergangenheitsforschung. Sie erzählen sich, was seit der Scheidung von Maggies Vater geschehen ist und warum er jeden Kontakt mit Finnuala und deren Stieftochter Maggie unterband. Die beiden Frauen stehen sich schnell wieder so nahe wie damals, als Maggie ihre Stiefmutter anbetete. Die schon über siebzigjährige Finnuala lädt Maggie, die sich als Modefotografin ihre Brötchen verdient, ein, zu ihr nach Newport auf Urlaub zu kommen.

Maggie merkt, dass Finnuala etwas beunruhigt, schiebt dies zunächst aber auf die Tatsache der unverhofften Wiedervereinigung. Sie nimmt die Einladung an und ist bald darauf auf dem Weg zum Haus ihrer Schwiegermutter. Als sie dort jedoch ankommt, findet sie das Haus verlassen vor. Sie ruft die Polizei, die eine schreckliche Entdeckung macht. Finnuala wurde ermordet.

Natürlich bleibt Maggie bis zum Begräbnis, erfährt aber, dass sie das Haus ihrer Stiefmutter geerbt hat und schließt schnell Freundschaft mit Finnualas Freunden. Sie merkt, dass irgendetwas nicht stimmt und beschließt deshalb, noch zu bleiben und ein wenig ihre Fühler auszustrecken. Doch sie wagt sich dabei ein wenig zu weit vor und ist bald dem Mörder ihrer Stiefmutter ebenfalls ein Dorn im Auge.

Als Maggie merkt, dass seltsam viele Frauen aus dem Bekanntenkreis von Finnuala in letzter Zeit ihr Leben lassen mussten und auf jedem der Gräber ein kleines Glöckchen zu finden war, wird der Mörder nervös. Schon bald findet sich Maggie lebendig begraben in einem Sarg wieder. Doch wer ist der Mörder? Und wie stehen die Chancen, dass sie noch rechtzeitig gefunden wird?

„Mondlicht steht dir gut“ ist ein spannender Thriller, der zwar kein überraschendes Ende hat, aber aufgrund der Erzählweise in Rückblenden an Tempo gewinnt. Zwar passieren merkwürdig viele Zufälle, aber über die kann man hinweg sehen, da die handelnden Charaktere gut ausgearbeitet sind und man vor allem mit Maggie schnell mitfühlt. Gute Unterhaltung, Spannung aber kein Gruseln – ideal für regnerische Nachmittage, so man seine Erwartungen nicht allzu hoch schraubt.
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (1. Juli 1998)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453136438
ISBN-13: 978-3453136434

Montag, 25. Januar 2010

Dankstelle



Autor: Titus Arnu
Original: Dankstelle - Übelsetzungen (2009)
meine Bewertung: 5 von 5

Egal, ob es sich um hurige Kartoffeln, fuck fruits oder eine Dankstelle handelt: Leser und Fans der Sprachpannen-Serie von Langenscheidt haben aus der ganzen Welt Bilder der witzigsten Übersetzungsfehler eingesandt, Titus Arnu hat sie mit Erklärungen und launigen Kommentaren versehen und fertig ist ein süßes kleines Büchlein mit riesigem Unterhaltungsfaktor. Selten passiert es mir, dass ich im Kaffeehaus lachend meinen Kaffee über den Tisch verteile, weil mich meine Lektüre so unterhält – aber „Dankstelle“ hat das geschafft. Einfach genial!
Broschiert: 129 Seiten
Verlag: Langenscheidt (29. Juni 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3468298471
ISBN-13: 978-3468298479

Dog Days



Autor: Jeff Kinney
Original: Dog Days (Diary of a Wimpy Kid #4, 2010)
meine Bewertung: 5 von 5

Es ist bereits das vierte Tagebuch, das Greg Heffley mit den verrückten Geschichten aus seiner nicht minder verrückten Familie füllt. Dieses Mal ist Sommer, es sind Ferien. Irgendwie scheinen sich die Vorstellungen von einem perfekten Sommer in der Familie gewaltig zu unterscheiden.

So findet sich Greg rasenmähenderweise wieder, verfolgt von der Hand des Grauens und seinem schrägen Nachbarn, verlassen von seinem on/off besten Freund und genervt von seiner Mutter, seinem Vater, seinem älteren Bruder Rodrick und seinem kleinen Bruder Manny. Freund in der Not scheint nur noch der neu angeschaffte Hund zu sein – aber selbst der verlässt ihn gegen Ende des Sommers.

Freunde von Bert Ljung, dem schwedischen Protagonisten von „Berts Katastrophen“-Tagebüchern von Olsson/Jacobsson, werden auch an Greg ihre helle Freude haben. Die Gestaltung der Bücher ist einfach einmalig und wirklich liebevoll, an diesem Band besonders erwähnenswert sind auch die letzten paar Seiten – zum selbst Ausfüllen und Mitmachen.

Im Gegensatz zu den Bert-Büchern ist Greg viel unschuldiger, Szenen, in denen der Hauptdarsteller bzw. der Ich-Erzähler nicht weiß, wohin er mit seiner überschäumenden und euphorischen Pubertäts-Phantasien soll, sucht man hier vergeblich, was die Bücher vor allem für eine jüngere Zielgruppe sehr attraktiv macht. Ich mag die Heffleys, die Nachfolgebände dürfen gerne auch wieder bei mir einziehen.
Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Harry N. Abrams; Auflage: 1 (12. Oktober 2009)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0810983915
ISBN-13: 978-0810983915

Coraline



Autor: Neil Gaiman
Original: Coraline (2002)
meine Bewertung: 5 von 5

Coraline ist gerade mit ihren Eltern in ein nettes Wohnhaus mit Garten gezogen. Ihre Eltern arbeiten viel, deshalb ist das kleine Mädchen auch dementsprechend viel alleine zu Hause. Da trifft es sich gut, dass Coralines liebstes Hobby das Erforschen ist. Zum Glück ist das Haus groß, der Garten verwildert und die Nachbarn sind denkbar seltsam, so dauert es einige Zeit, bis Coraline zum ersten Mal langweilig wird.

Auf einem ihrer Streifzüge durch das Haus entdeckt sie eine seltsame Tür. Die Tür an sich ist eigentlich nicht so seltsam – allerdings ist der Umstand, dass diese immer verschlossen gehalten wird, umso seltsamer. Natürlich wird Coraline neugierig, also holt sie sich den Schlüssel und öffnet die Tür.

Nachdem sie einem langen Gang gefolgt ist, trifft sie auf eine Art Parallel-Welt. Alles scheint so zu sein, wie bei ihr zu Hause, nur um einen Tick seltsamer. Da ist beispielsweise ihre Mutter – aber sie ist es nicht wirklich. Es ist eine Frau, die ihrer Mutter unheimlich ähnlich sieht und gerne möchte, dass Coraline in dieser anderen Welt bei ihr bleibt.

Doch Coraline flieht zurück in ihre eigene Welt, weil sie die Aussicht, selbst Knöpfe als Augen angenäht zu bekommen, so wie ihre „andere Mutter“, nicht gerade berauschend findet. Nach einiger Zeit fällt ihr auf, dass ihre echten Eltern verschwunden sind. Anfangs macht sich das Mädchen noch nicht allzu große Sorgen, schließlich ist sie oft allein. Aber so nach und nach beginnt sie doch, ihre Eltern zu vermissen.

Coraline hat einen schrecklichen Verdacht, der sich schon bald bewahrheiten soll: Die andere Mutter hat ihre wahren Eltern in ihre Gewalt gebracht, um sie zurück in die andere Welt zu locken. Coraline ist abenteuerlustig und mutig, deshalb wagt sie erneut den Gang in die Parallelwelt. Unheimliches geschieht dort – nur gut, dass sie einen treuen Wegbegleiter für die Reise gefunden hat. Aber wird sie ihre Eltern aus den Klauen der schrecklichen anderen Mutter befreien können?

„Coraline“ ist ein einfach schräges Buch, das adäquat gruselt und auch Spaß macht. Gaimans Humor ist super, das kleine Mädchen ist so herrlich dreidimensional gestaltet, dass man sie ihm einfach abnimmt. Zum Vergleich Film/Buch kann ich nichts sagen, weil ich den Film (natürlich) nicht gesehen habe. Ich mag Coraline und ihre Welt, in der es das Schlimmste ist, wenn es mal nicht Pizza aus der Mikrowelle gibt und es aber ganz normal ist, wenn aus dem versperrten Zimmer sprechende Katzen auftauchen. Gut, vielleicht kennt man das ein oder andere Detail schon aus anderen (Kinder-)Büchern, aber hey, was solls. Pommes schmecken auch anders als Bratkartoffeln!
Taschenbuch: 194 Seiten
Verlag: HarperTeen; Auflage: Reissue (4. Mai 2004)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0060575913
ISBN-13: 978-0060575915