Donnerstag, 31. August 2006

Mit Jakob wurde alles anders



Autorin: Kirsten Boie
Original: Mit Jakob wurde alles anders (1986)
meine Bewertung: 2 von 5

Die zwölfjährige Nele hat es nicht leicht. Ihre Mutter hat beschlossen, wieder arbeiten zu gehen, da Nele und ihr jüngerer Bruder Gussi jetzt alt genug sind, um alleine daheim zu bleiben. Nele ist sowieso schon ein großes Mädchen und Gussi kommt jetzt auch in den Kindergarten. Da der Vater Lehrer ist und meist zur selben Zeit heimkommt wie seine Kinder, wäre das wirklich kein Problem.
Kaum hat die Mutter diesen Beschluss gefasst, merkt sie, dass sie schwanger ist und ihr drittes Kind erwartet. Sie sieht sich schon weitere vier Jahre daheim am heimischen Herd, doch da schließen sie und ihr Mann einen Kompromiss. Mutti geht wieder arbeiten under der Vater lässt sich beurlauben.
Das geht anfangs auch ganz gut. Natürlich ist nicht alles so, wie damals als noch Mutti daheim war, aber das Essen ist gut und die Wohnung ist auch halbwegs in Ordnung. Doch Nele ist nicht ganz glücklich. Sie hat sich nämlich in Oliver verliebt, der sie allerdings nicht besonders beachtet. Nele bittet ihre Freundin Katta, ihr doch zu helfen, doch diese Hilfe entwickelt sich anders, als erwartet.
Mit der neuen Situation daheim scheint nur der kleine Gustav ein Problem zu haben. Er macht wieder ins Bett, ist todunglücklich und findet auch den Kindergarten und überhaupt alles doof. Als dann der Vater auch noch meint, dreimal in der Woche Tennis spielen zu können, Platzt der Mutter der Kragen...
Eigentlich ist ja der Ansatz "Vater geht in Karenz, Mutter geht arbeiten" ja ein recht guter und auch fortschrittlicher, wenn man bedenkt, dass das Buch aus dem Jahr 1986 stammt. Leider ist Boies Geschichte aber zu negativ dieser Form von Familienleben gegenüber - zumindest für meinen Geschmack. Natürlich kann nicht von Anfang an alles gut funktionieren, aber dass es dann lange so scheint, als wäre die klassische Rolleneinteilung die einzige, die funktionieren kann, finde ich schade. Ihre Geschichte ist aber nett und humorvoll und für alle Kinder zwischen 8 und 12 Jahren sicherlich eine interessante Lektüre.


  • Gebundene Ausgabe: 121 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (April 2006)
  • ISBN-10: 3866151314
  • ISBN-13: 978-3866151314
  • Montag, 28. August 2006

    Biedermann und die Brandstifter



    Autor: Max Frisch
    Original: Biedermann und die Brandstifter (1958)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Die Zeiten sind nicht gerade rosig in Seldwyla. Das Dorf wird von listigen Brandstiftern heimgesucht, die die Häuser rings um in Schutt und Asche legen. Natürlich sind die Zeitungen voll von Berichten über das Vorgehen der Pyromanen. Der Unternehmer Gottlieb Biedermann verfolgt zwar die Berichte in den Zeitungen, hat jedoch auch gerade andere Sorgen.

    Er hat einen langjährigen Mitarbeiter entlassen, der sich daraufhin das Leben genommen hat. Die Witwe Knechtling möchte mit Biedermann über eine Vergütung verhandeln, der bleibt aber hart und lehnt jedes Gespräch mit der trauernden Frau ab. Statt dessen lässt er sich von einem Hausierer einlullen, der um Obdach bittet. Der freche Mann erzählt von seiner Vergangenheit im Gefängnis, als Ringer und von seinem traurigen Leben, und da Biedermann wegen Knechtling sowieso ein schlechtes Gewissen hat, bietet er dem Mann, der sich als Schmitz vorstellt, an, in der Mansarde zu nächtigen.

    Vorerst ist Biedermanns soziales Gewissen wieder gestillt. Ein bisschen mulmig wird ihm dann aber doch, als sich noch ein zweiter Mann zu Schmitz hinzugesellt und die beiden beginnen, verdächtige Fässer in die Mansarde zu schleppen. Biedermann kann nicht schlafen, er horcht an der Decke, um sicher zu gehen, dass die Männer am Dachboden auch wirklich schlafen, anstatt sein Haus in Schutt und Asche zu legen. Die beiden leugnen nämlich nie, Brandstifter zu sein. Auf die Fragen von Biedermann antworten sie mit Scherzen, so dass sich dieser nie sicher ist, was geschehen wird.

    Das Publikum ahnt dies natürlich von Beginn an des "Lehrstücks ohne Lehre". Auch als Biedermann die beiden Halunken zum Abendessen einlädt, weil er der Meinung ist, wenn er sich die beiden zu Freunden macht, würden sie sein Haus verschont lassen, ist klar, was geschehen wird.

    Max Frisch hat ein erFRISCHendes Theaterstück geschrieben, das sicher mehr ist als das Lehrstück ohne Lehre, als das er es tituliert hat. Man erkennt, wie schnell sich "Brandstifter" einschleichen können, und alles zerstören, während man sie noch freundlich zum Abendessen bittet. Als Brandstifter können im übertragenen Sinn auch xenophobe, homophobe etc. Gedanken gemeint sein, die sich einschleichen, obwohl man es besser wissen sollte.

    Natürlich werde ich mich auch hier mit der Wiedergabe des Inhalts und meiner Empfehlung begnügen, obwohl man gerade hier viele Interpretationsmöglichkeiten anführen könnte. Am besten ist es deshalb: das Buch unbedingt lesen, oder besser noch: Das Stück im Theater ansehen!



  • Taschenbuch: 94 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp; Auflage: 11., Aufl. (April 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518390457
  • ISBN-13: 978-3518390450
  • Sonntag, 27. August 2006

    Fiesta zu viert



    Autorin: Madeleine Wickham
    Original: Sleeping Arrangements (2001)
    meine Bewertung: 3 von 5

    Schon lange haben Chloe und ihr Lebensgefährte Philipp einen Urlaub bitter nötig. Auf Philipps Herzen lasten Sorgen, denn seit der Übernahme seiner Bank durch eine andere Bank bangt er um seinen Arbeitsplatz. Chloe fühlt sich ihrem Lebensgefährten nicht mehr nahe und möchte gerne wieder neuen Schwung in die Beziehung bringen. Die beiden Kinder Sam (16) und Nat (8) könnten einen Tapetenwechsel auch ganz gut gebrauchen. Da kommt das Angebot eines befreundeten und wohlhabenden Weinkenner gerade recht, doch eine Woche in seiner spanischen Villa zu verbringen. Dankbar nehmen sie das Angebot an und machen sich auf den Weg nach Spanien.

    Auch Amanda und ihr Mann Hugh freuen sich schon auf einen erholsamen Urlaub. Die beiden reisen gemeinsam mit Kindermädchen Jenna und ihren beiden kleinen Töchtern Beatrice und Octavia. Eigentlich wollte Amanda ja Urlaub im Club Med machen, aber da hat ihr Mann das Angebot bekommen, eine Woche in der Villa eines Freundes in Spanien zu wohnen.

    Gerade als Amanda und Hugh mit ihrer Familie angekommen sind, kommen auch Philipp und Chloe. Man ist verwirrt und telefoniert mit besagtem Freund, doch es stellt sich heraus, dass entweder eine Familie abreisen muss oder man sich arrangiert. Man einigt sich auf Letzteres, denn schließlich ist die Villa groß genug für beide Familien.

    Natürlich geht das nicht reibungslos über die Bühne. Sam, der sechzehnjährige Sohn von Chloe und Philipp, hat sich in das Kindermädchen Jenna verliebt und schwebt auf Wolke Sieben, Philipp denkt nur an seine Sorgen zu Hause, obwohl er Chloe versprochen hatte, sich zu entspannen und nicht an die Arbeit zu denken, und nicht zuletzt verbindet Chloe und Hugh die Vergangenheit, doch davon wissen die anderen nichts. Es stellt sich außerdem heraus, dass Hugh in gewisser Weise auch mit Philipp zu tun hatte - War das Treffen in der Villa etwa nicht zufällig, sondern von Gerard, der es liebt, wenn andere Menschen in peinliche Situationen geraten, von langer Hand geplant?

    Madeleine Wickham, die auch unter dem Pseudonym Sophie Kinsella ihre "Shopaholic"-Werke verfasst hat, hat ein leichtes, amüsantes Buch geschrieben, das sich mit Sicherheit wunderbar an einem heißen Nachmittag am Strand lesen lässt. Man mag ihre Charaktere und liest das Buch mit einem Lächeln auf den Lippen, allerdings kann es bei Weitem nicht an die "Kinsella-Bücher" heranreichen.



  • Taschenbuch: 317 Seiten
  • Verlag: Goldmann (Januar 2003)
  • ISBN-10: 3442450438
  • ISBN-13: 978-3442450435

  • Donnerstag, 24. August 2006

    Als die Steine noch Vögel waren



    Autorin: Marjaleena Lembcke
    Original: Als die Steine noch Vögel waren (1998)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Schon die Geburt von Pekka war nicht ganz einfach. Er musste per Kaiserschnitt auf die Welt geholt werden und verbrachte dann seine ersten beiden Jahre im Krankenhaus. Er hatte einen schiefen Kopf und schielte, außerdem musste er an den Händen und an den Füßen operiert werden.

    Pekka hat aber das Beste, was man sich wünschen kann: Eine Familie, die ihn über alles liebt. Der kleine Pekka war immer schon anders, aber er ist ein liebenswerter Kerl. Er stellt sonderbare Fragen und liebt Märchen, außerdem glaubt er fest daran, dass alle Steine früher einmal Vögel waren und das auch wieder werden können.

    Die Familie besteht aus sechs Kindern, der Großmutter und den beiden Eltern. Eigentlich ist ja Finnland ihre über alles geliebte Heimat, aber hier verdient der Vater nicht gut und ständig wird die Familie von Geldsorgen geplagt. So beschließen sie eines Tages, nach Kanada auszuwandern. Die Koffer sind gepackt und das Haus ist verkauft, eine neue Arbeitsstelle in Kanada ist gefunden. Doch da diagnostiziert der Hausarzt der Familie beim kleinen Pekka Leukämie.

    Der ursprüngliche Plan, nach Kanada zu gehen, wird wieder fallen gelassen. Die Familie sucht sich einen kleinen Bauernhof als neues zu Hause, sie besorgt sich Tiere und versorgt den kleinen Pekka mit Blut, Leber und allen möglichen Medikamenten, um die Leukämie zu bekämpfen.

    Ein Kinderbuch, das zwar nur 79 Seiten dick ist, mich aber dennoch so stark berührt hat, dass ich mit Tränen in den Augen den letzten Satz gelesen habe. Es ist eine außergewöhnliche Familie, in der jedes Familienmitglied wie eine Besonderheit behandelt wird, man liebt sich und sorg füreinander. Lembcke hat ein Buch geschrieben, das Wärme ausstrahlt und deren Personen einem schon nach der zweiten Seite ans Herz gewachsen sind. Eine Perle der Kinderliteratur - auch für Erwachsene gut geeignet, die schwer an ihrem Schicksal oder an den Lasten des Alltags zu tragen haben.



  • Gebundene Ausgabe: 79 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (März 2006)
  • ISBN-10: 3866151292
  • ISBN-13: 978-3866151291
  • Mittwoch, 23. August 2006

    Blood from a Stone



    Autorin: Donna Leon
    Original: Blood from a Stone (2005)
    meine Bewertung: 4 von 5
    Teil 14 der Brunetti-Serie

    Commissario Brunetti muss dieses Mal im Fall eines getöteten Straßenhändlers ermitteln. Der schwarze Mann verkaufte auf dem Campo Santo Stefano gefälschte Markenhandtaschen an Touristen, so wie viele seiner Kollegen. Der Straßenhändler wurde vor den Augen einiger amerikanischer Touristen erschossen. Die Mörder waren noch verschwunden, bevor die Kunden noch mitbekommen haben, was überhaupt geschehen ist.

    Das Problem für Brunetti ist, dass niemand diese Straßenhändler kennt. Er beginnt mit seinen Ermittlungen und tappt anfangs völlig im Dunkel, weil er nicht weiß, wie das Opfer heißt, woher es kam, oder wo es wohnte. Nur langsam kommt er voran, aber als er einen entscheidenden Hinweis eines Freundes bekommt und die Wohnung des Opfers durchsucht, stößt er auf einen unglaublichen Fund: Rohdiamanten im Wert von über 6 Millionen Euro.

    Als dann noch alle Dateien zu dem Fall aus dem Computer von Signora Elettra, der Sekretärin seines Chefs, verschwinden und auch alle Akten unauffindbar sind, beginnt die Sache mysteriös zu werden. Vize-Questore Patta trägt Brunetti schließlich auf, die Ermittlungen zu dem Fall nieder zu legen, da sich das Innenministerium bereits um den Fall angenommen hat.

    Natürlich lässt sich Brunetti nicht so einfach zurückpfeifen und deshalb ermittelt er fleißig weiter, ohne jedoch recht vorwärts zu kommen. Das Geheimnis rund um den ermodeten Straßenhändler lüftet sich erst dann nach und nach, als er von seinem Schwiegervater den Tipp bekommt, CNN einzuschalten und die Zeitung zu lesen...

    Dieser Brunetti-Fall liest sich in gewohnt spannender Manier von Donna Leon. Wieder einmal hat sie es geschafft, eine gehörige Portion Gesellschaftskritik in die Geschichte zu mischen, was vor allem im Brunetti-Chiara Problem deutlich wird. Nicht nur Kritik an der Gesellschaft, sondern auch am gesamten Regierungssystem versteckt sich in dem Buch. Leider ist das Ende für mich etwas enttäuschend. Ich bin halt einfach ein Mensch, der restlose Aufklärung mag und offene Enden nicht gut leiden kann. Ansonsten meine wärmste Empfehlung - vielleicht für den Advent, um die Stimmung der Jahreszeit im Buch besser mitleben zu können.



  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Arrow Books; Auflage: New Ed (März 2006)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0099474182
  • ISBN-13: 978-0099474180
  • Freitag, 11. August 2006

    Per Anhalter durch die Galaxis



    Autor: Douglas Adams
    Original: The Hitchhiker's Guide to the Galaxy (1979)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Als der Durchschnittsengländer Arthur Dent an diesem Tag aufwacht, hat er keine Ahnung, dass er alles andere als einen normalen Tag vor sich hat. Er putzt sich die Zähne, macht seinen Kaffee und sieht so nebenbei einen Abrisswagen auf sein Haus zuzurollen. Voller Panik stürmt er hinaus in seinen Garten und wirft sich vor den Bagger, um sein Haus zu retten. Wütend redet der Baggerfahrer auf ihn ein und erklärt ihm, er hätte lange genug Zeit gehabt, gegen den Abriss seines Hauses Einspruch zu erheben. Arthur Dent liebt sein Haus (das niemandem außer ihm gefällt), deshalb gibt er nicht auf und bleibt im Dreck liegen.
    Zur gleichen Zeit erfährt sein Freund Ford Prefect, dass die Erde von einer außerirdischen Rasse, den Vogonen, bedroht wird. Die Erde soll abgerissen werden, um einer gigantischen Umfahrungsstraße im All Platz zu machen. Ford begibt sich schnellstmöglich zu Arthur, der immer noch im Dreck vor seinem Haus liegt, um ihn zu warnen. Weil der Erde nicht mehr viel Zeit bleibt, überreden sie den Baggerfahrer, inzwischen Arthurs Rolle zu übernehmen und sich vor seinen Abrisswagen zu legen. Arthur und Ford gehen in ein Pub, in dem Ford Arthur gesteht, in Wirklichkeit ein Außerirdischer zu sein, der durch die Galaxien reist - immer mit dabei hat er seinen Reiseführer "Per Anhalter durch die Galaxis".
    Durch seinen "elektronischen Daumen" schafft Ford es, sich und Arthur in Sicherheit zu bringen, gerade als die Flotte der Vogonen sich der Erde nähert. Leider landen die beiden Reisenden ausgerechnet an Bord eines Vogonen-Raumschiffes. Da Vogonen relativ ungemütliche Zeitgenossen sind, werden die Arthur und Ford einfach aus dem Raumschiff ins Weltall geworfen, wo sie umkommen sollen. Da passiert aber das unfassbar Unwahr-scheinliche und die beiden werden von einem anderen Raumschiff gerettet.
    Sie finden sich auf der "Herz aus Gold" wieder, das zufällig der Halbcousin von Ford, Zaphod Beeblebrox, gemeinsam mit Trilia, die Arthur von einer Party kennt, gestohlen wurde. Sie machen sich gemeinsam mit Marvin, einem depressiven und immer schlecht gelaunten Roboter, auf den Weg, den geheimnisvollen Planeten Magrathea zu suchen, auf dem sie Schätze vermuten. 
    Schon längst sind die Werke von Douglas Adams zur Kultlektüre geworden. Der Humor von Adams ist zwar etwas ungewöhnlich, aber auf jeden Fall charmant und sympathisch. Nicht selten muss man lauthals über die absurde Situationskomik lachen und sehr schnell schließt man die Hauptfiguren ins Herz. Sogar der schlecht gelaunte Marvin wird zu einem treuen Weggefährten der Reisenden.
    Douglas Adams' Buch ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn man mit Fantasy oder Science Fiction normalerweise nichts anfangen kann. Weitere Werke aus der Per-Anhalter-Reihe sind:
    • Das Restaurant am Ende des Universums
    • Das Universum und der ganze Rest
    • Macht's gut und danke für den Fisch
    • Einmal Rupert und zurück



  • Taschenbuch: 204 Seiten
  • Verlag: Heyne (Oktober 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453146972
  • ISBN-13: 978-3453146976
  • Donnerstag, 3. August 2006

    Ein Hauch von Sterblichkeit



    Autorin: Ann Granger
    Original: A Touch of Mortality (1996)
    meine Bewertung: 3 von 5
    Teil 9 der Mitchell & Markby Serie

    In diesem (bereits neunten) Teil der Mitchell & Markby Serie beginnt alles damit, dass Liam und Sally Caswell in Oxforshire ein kleines Cottage kaufen. Sally ist eine alte Freundin von Meredith Mitchell und arbeitet im Versteigerungshaus, Liam ist Wissenschafter, der schon mehrmals Probleme mit Tierschützern hatte und auch als Person nicht unbedingt charmant ist.
    Eigentlich möchte Liam an seinem Buch weiterarbeiten, doch die Ruhe auf dem Land wird gestört. Mehrmals verirren sich die Ziegen des alten Bodicote, ihres Nachbarn, auf das Grundstück der Caswells, außerdem bekommt er Drohbriefe.
    Anfangs wird der alte, exzentrische Nachbar verdächtigt, der Absender der Briefe zu sein, als dieser jedoch stirbt, wird eine Gruppe von Tierschützern aus Oxfordshire verdächtigt. Die Ermittlungen rund um Bodicotes Tod lassen auf einen Unfall schließen, Markby ist jedoch von Anfang an skeptisch. Schließlich flattert den Caswells auch noch eine Briefbombe ins Haus, die Sally öffnet, jedoch glimpflich davon kommt.
    Doch kurz nach Bodicotes Tod geschieht ein weiterer Anschlag auf Sallys Leben, den sie nur durch das beherzte Eingreifen von ihrer Freundin Meredith überlebt. Markby hat einen Verdacht, der sich auch schnell bestätigt...
    Wieder einmal hat Ann Granger einen Krimi im bewährten Englischen Stil verfasst, der angenehm zu lesen ist. Dieses Mal kommt jedoch nur wenig Spannung auf, weil man selbst von Beginn an eine Vermutung hat, die sich dann auch noch bestätigt. Die Beziehung rund um Markby und Mitchell entwickelt sich in diesem Band überhaupt nicht weiter - auch in den drei Vorgängerromanen war das schon der Fall, allerdings ist in diesem Teil wieder alles viel platonischer zwischen Meredith und Alan. Der besondere Charme der Granger-Bücher verliert sich dadurch ein bisschen.





  • Taschenbuch: 430 Seiten
  • Verlag: Lübbe; Auflage: 3., Aufl. (Oktober 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 340414970X
  • ISBN-13: 978-3404149704

  •