Dienstag, 30. August 2011

Die Anstalt



Autor: John Katzenbach
Original: The Madman's Tale (2004)
Übersetzung: Anke Kreutzer
meine Bewertung: 2 von 5

Francis Petrel ist mit jungen Jahren in eine Irrenanstalt eingewiesen worden. Er hat Persönlichkeitsstörungen, mit denen er im Alltag ganz gut zurecht kommt, dennoch ist er in einer geschlossenen Anstalt. Der sensible Francis tut sich anfangs sehr schwer dort, doch schon bald freundet er sich mit einem neuen Insaßen an: Peter the Fireman. Die beiden verbindet die Tatsache, dass sie im Vergleich zu den anderen Patienten weitgehend klar denken können und sozusagen noch die normalsten unter den Verrückten sind. Natürlich ist das Leben in einer Anstalt nicht besonders schön oder abwechslungsreich, allerdings haben sich die beiden ganz gut arrangiert. Auch mit den Pflegern und vielen anderen Insaßen kommen sie ganz gut aus.

Doch dann passiert eine schreckliche Mordserie. Nicht nur eine Krankenschwester wird grausam ermordet, sondern auch Cleo, eine besonders beliebte Mitpatientin. Natürlich wird die Verwaltung langsam nervös, auch die labilen Patienten werden unruhig. Als schließlich die hübsche Staatsanwältin kommt und Ermittlungen anstellen will, zeigt sich die Anstaltsleitung alles andere als kooperativ. Daher greift sie auf zwei Insaßen zurück, die sozusagen direkt vor Ort ermitteln sollen: Francis und Peter. Sie haben nun die Aufgabe, jenen Patienten ausfindig zu machen, der nicht wirklich verrückt ist, sondern nur kaltblütig. Eine schwierige Aufgabe, die den beiden sehr gefährlich wird...

Der Roman ist überwiegend spannend und auch unterhaltsam, hat aber doch ziemliche Längen aufzuweisen. Interessant ist die Erzählperspektive. Der Leser erfährt die gesamte Geschichte als eine Art Rückblende, die Francis dabei erlebt, als er die Geschichte seinens Lebens 20 Jahre später an die Wände seiner Wohnung kritzelt. Eine wesentliche Schwäche des Buches liegt meiner persönlichen Meinung nach darin, dass die Staatsanwältin ausgerechnet zwei tatsächlich psychisch kranke Menschen als Ermittler einstellt - man nimmt das Katzenbach einfach nicht ab. Muss man sich nicht unbedingt antun.

  • Taschenbuch: 752 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (1. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426629836
  • ISBN-13: 978-3426629833

Samstag, 20. August 2011

Nichtlustig 5



Autor: Joscha Sauer
Original: Nichtlustig 5 (2011)
meine Bewertung: 5 von 5


Herr Riebmann, der in der Wand wohnt, die Forscher, die mit der Zeitmaschine spielen, Jetis, die ihr Iglu heizen und der Tod, der mit seinem Pudel auf Streife geht - all das sind gute Bekannte all jener, die gerne Joscha Sauers Nichtlustig Comics lesen. Sauer zeichnet sich durch einen grenzgenialen Humor aus, der gerne mal ein bisschen abschweifend und schräg sein kann, nicht immer ganz schwarz, sondern auch mal dunkelgrau ist. Kurz: ein Must-Have für Menschen, die Selbstmord-Lemminge lustig finden!

  • Gebundene Ausgabe: 64 Seiten
  • Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551684057
  • ISBN-13: 978-3551684059

Dienstag, 2. August 2011

Quotenkiller



Autor: Clemens Stadlbauer
Original: Quotenkiller (2003)
meine Bewertung: 2 von 5

Der hübsche und fröhliche Radiomoderator Tommy und dessen Freundin Lisa fühlen sich auf der Überholspur des Lebens. Tommy soll den Sprung vom Nachtprogramm ins Frühstücksprogramm bald schaffen, Lisa reicht es schon, die Freundin von Tommy zu sein. Das Leben könnte so schön sein, wenn es denn nicht zu Ende wäre. Während seiner Nachtshow wird Tommy zu den Klängen von Mariah Carey ermordet.

In derselben Nacht möchte sich Lisa ein wenig Extra-Spaß verschaffen, weshalb sie sich mit ihrem Stammdealer verabredet. Dieser kommt mit dem Taxi angerauscht und wartet auf Lisa. Doch als diese zu ihm ins Taxi steigt, ist er bereits tot. Kein Wunder, dass es Lisa nicht sonderlich beruhigt, als sie erfährt, dass sie beim Aussteigen aus dem Auto des Ermordeten fotografiert wurde. Sie wird mit den Fotos erpresst. Die Erpresser wollen allerdings kein Geld, sondern eine ominöse Musikkassette.

Eine spannende Jagd beginnt – eine Jagd, in der die Protagonisten hin und wieder auch in die Rolle der Jäger schlüpfen. Es wird grausam, blutig und spannend, hin und wieder aber auch verwirrend und sehr platt.

„Quotenkiller“ ist der Debüt-Krimi des Ö3-Radiomoderators und Musikexperten Clemens Stadlbauer. So lange sich Stadlbauer dort bewegt, wo er für sich auf sicherem Terrain ist, nämlich in der Welt des Radios und der Musik, nimmt man ihm auch ab, was er schreibt. Wenns dann ans Eingemacht und Ermittlerische geht, wird das Eis schon dünner, aber auch das schafft er ohne große Einbrüche. Es ist ein recht sympathischer Versuch, dem man auch einen kleinen Logikfehler ein bisschen nachsehen kann. Ein bisschen gewollt, ein bisschen platt, aber nicht hoffnungslos.


  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (1. September 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852184355
  • ISBN-13: 978-385218435