Samstag, 29. September 2007

Früchte des Zorns

Autor: John Steinbeck
Original: The Grapes of Wrath (1939)
meine Bewertung: 5 von 5

Tommy Joad hat die letzten vier Jahre im Gefängnis verbracht, weil er in Notwehr einen anderen Jungen mit einer Schaufel erschlagen hatte. Seine Zeit ist um und per Anhalter macht er sich in seinen vom Gefängnis zur Verfügung gestellten Schuhen und Kleidungsstücken auf den Weg nach Hause zur Farm seiner Leute. Das letzte Stück muss er zu Fuß weiter gehen. Auf seinem Weg trifft er Casy, den Prediger. Die beiden mochten sich immer schon, deshalb begleitet Casy Tommy zur Joad-Farm. Die Umgebung hat sich verändert, es gab lange keinen Regen mehr und viele der Baumwollfelder wirken vernachlässigt. Als Casy und Tom zur Farm kommen, ist diese leergeräumt und verlassen. Zufällig treibt sich der alte Knecht noch in der Gegend herum, dieser erzählt Tom und dem Prediger von den Ereignissen der letzten vier Jahre.

Die Großgrundbesitzer haben die Felder aufgekauft, Traktoren erledigen jetzt die Arbeit, die früher eine ganze Familie ernährt hat. Weil die Farmer kein Auskommen mehr finden, machen sich alle auf den Weg nach Kalifornien, weil dort angeblich Pfirsichpflücker gesucht würden. Auch die Familie von Tom hat schon gepackt und die Farm verlassen. Sie sind schon zur Farm des Onkels weiter gezogen. Casy und Tom verbringen die Nacht auf der alleinstehenden Farm und machen sich nächsten Morgen auf zur Farm des Onkels.
Natürlich ist die Freude groß, dass der älteste Sohn es noch rechtzeitig geschafft hat. Am nächsten Morgen brechen Toms Mutter, Toms Vater, Toms Bruder Noah, Toms Bruder Al, seine schwangere Schwester Rosasharn und ihr Verlobter, seine jüngsten Geschwister Winfield und Ruthie, Onkel John, der Prediger Casy und die beiden Großeltern mit einem Wagen auf von Oklahoma nach Kalifornien, das Land, das der Familie wie das gelobte Land vorkommt.

Wie so viele Farmer aus Oklahoma und Arkansas dieser Tage, reisen auch sie auf der Route 66. Die Reise ist beschwerlich, der Weg ist lang. So muss die Familie im Laufe der Zeit auch eine Menge Rückschläge und Verluste hinnehmen. Die Geschichte ist spannend und endet genauso unbefriedigend und verzweifelt, wie die Gesamtsituation ist.
John Steinbeck hat die Reise mit einem Treck selbst auf sich genommen, um die Tatsachen genau schildern zu können. Und das ist ihm auf eindrucksvolle Art und Weise gelungen.

Man hat den Staub der Landstraße in den Haaren, übernachtet mit den Joads in den Auffanglagern auf dem Weg nach Kalifornien und hofft und bangt mit ihr. Die Suche nach Arbeit stellt sich als ziemlich aussichtlos heraus, weil nicht nur einige Farmer sich auf den Weg ins gelobte Land gemacht haben, sondern so ziemlich alle aus Arkansas und Oklahoma. Die Großgrundbesitzer drücken die Löhne und die Menschen hungern.

Mit viel Atmosphäre hat Steinbeck die Situation – eigentlich ein Tatsachenbericht in Romanform – erfasst und beschrieben. Wäre die Geschichte dreißig Jahre später geschrieben worden, hätte man Steinbecks Stil wahrscheinlich zu dem des New Journalism gezählt. Kein Wunder, dass er für diese starke Geschichte, die man fast nicht mehr weglegen kann, den Pulitzer-Preis erhielt. Ein Must-Read!


  • Taschenbuch
  • Verlag: Dtv (Januar 1985)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423104740

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    Montag, 24. September 2007

    Villa Nachtigall

    Autorin: Agatha Christie
    Auswahl: Peter Naujack (1964)
    meine Bewertung: 3 von 5
    Peter Naujack hat 7 Kurzgeschichten von Agatha Christie ausgewählt und zu diesem Band zusammen gefügt. Es handelt sich um die Geschichten „Der Spiegel des Toten“, „Die Ankunft des Mr. Quin“, „Der tote Harlekin“, „Die Seele des Croupiers“, „Das Mädchen im Zug“, „Villa Nachtigall“ und „Gurke“. Die meisten der Geschichten haben mit Mr. Quin zu tun, dem seltsamen Freund von Colonel Satterthwaite. Im eigentlichen Sinne handelt es sich nicht um Kriminalgeschichten, sondern eher um mysteriöse Vorfälle der Vergangenheit, die bei einem netten Tee aufgelöst werden. Nicht berauschend, aber auch nicht grottenschlecht. Was nur wirklich gestört hat: Die Übersetzung ist an manchen Stellen ziemlich holprig und viel zu oft kommt die Floskel „Wenn ich richtig orientiert bin…“ vor. Das mutet doch seltsam an…


  • Taschenbuch: 207 Seiten
  • Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 11., Aufl. (November 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257208251
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    Samstag, 22. September 2007

    Elektrische Zahnbürsten

    Autor: Markus Kavka
    Original: Elektrische Zahnbürsten (2007)
    meine Bewertung: 2 von 5

    Genauso wie seine MTV-Moderatoren-Kollegin Sarah Kuttner hat Markus Kavka, seines Zeichens schon fast der Anchor-Man von MTV, Kolumnen geschrieben und nun gesammelt als Buch herausgebracht. Die Themen, die er in seinen Zeitzünder-Kolumnen behandelt hat, reichen von Politik, über Star-Gossip, seinem Arbeitgeber MTV bis hin zu Robbie Williams und Eva Herman.

    Für sich betrachtet sind die kurzen Kolumnen zwar recht nett zu lesen, wirken aber oft zu Zwangslustig und manchmal hat man das Gefühl, die Pointe eines schlechten Witzes oder Wortspiels mit dem Vorschlaghammer eingetrichtert zu bekommen. Also mittelmäßige bis sehr tolerante drei Punkte.

    Verglichen mit Sarah Kuttners Kolumnen stinkt Kavka allerdings merklich ab. Kuttner sagt viel – aber im Gegensatz zu Kavka hat sie auch viel zu sagen. Und sie macht das mit einem Humor, der auch rüber kommt. Wenn man also das Œvre eines MTV-Moderators lesen will, dann sollte man lieber zu Kuttners Werken (hier und hier) greifen – naja, eigentlich sollte man zumindest eines davon sowieso gelesen haben. Kavka kann man sich sparen.


  • Broschiert: 154 Seiten
  • Verlag: Bvt Berliner Taschenbuch Verlag; Auflage: 1 (Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3833304413

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    Montag, 17. September 2007

    Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt

    Herausgeber: Margit und Emil Waas
    Original: Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt (1973)
    meine Bewertung: 2 von 5

    Emil und Margit Waas haben sich durch Berge von amtlichen und privaten Schreiben gewühlt und die besten Stilblüten in diesem Büchlein gesammelt. Interessant ist, dass es sich vor allem um sehr alte Schreiben handelt (Anfang des vorigen Jahrhunderts) und dass das Büchlein so wirkt, als hätten die beiden einfach die Originale zusammenkopiert. Es handelt sich also nicht um getippten Text, sondern um Faksimiles der Texte. Das ist zum einen ganz nett, allerdings hat man auch komplett unleserliche Teile im Buch, weil die Handschriften damals eben anders waren und man aus heutiger Sicht nicht mehr viel, außer einigen Krakel, erkennen kann. Und nicht alle Stilblüten sind gut, um sich vor Lachen wegzuschmeißen. Zwei bescheidene Pünktchen deshalb nur.

  • Taschenbuch: 150 Seiten
  • Verlag: Dtv; Auflage: N.-A. (1973)
  • ISBN-10: 3423009624
  • ISBN-13: 978-3423009621
  • Sonntag, 16. September 2007

    So eine wie mich...

    Autor: Bjarne Reuter
    Original: Busters verden (1979)
    meine Bewertung: 3 von 5

    Eigentlich ist Buster ja arm dran. Er hat eine Schwester, die ständig gehänselt wird, weil sie einen Klumpfuß hat. Er hat einen Vater, der nicht arbeiten geht, dafür aber umso mehr Alkohol trinkt und die ganze Familie schlägt und tyrannisiert. Und seine Mutter hat wenig Zeit für ihre Kinder, weil sie als Putzfrau arbeitet, um die Familie durchzubringen. Buster hat aber etwas, was ihn von vielen anderen Kindern unterscheidet: Er hat Humor und ein Talent zum Zaubern. Wo es nur geht, verwendet er es, um sich aus dem Schlamassel zu ziehen und jeder noch so traurigen Situation etwas Lustiges abzuringen.

    Buster nimmt eines Tages einen Job als Fahrradkurier nach der Schule an. Die Arbeit ist zwar anstrengend, überhaupt, wenn man von den Schulschlägern ständig verfolgt wird, weil man ihnen Zucker in den Tanks ihrer Motorräder geschüttet hat, nachdem sie die Schwester mal wieder gehänselt haben, aber der Job hat auch seine guten Seiten. So lernt er nämlich auch das hübsche Mädchen mit dem langen blonden Haar kennen, das so gut Klavier spielen kann. Er verliebt sich sogar in sie und hat so wieder ein Problem mehr…

    Die Geschichte rund um Busters Familie wäre sehr tragisch, wäre Buster nicht so ein Optimist und Lebenskünstler. Zwar ist sie nicht besonders spannend oder besonders einprägsam, man hat sie aber schnell weggelesen und irgendwie bleibt eine positive Erinnerung – an Buster, der anders ist, als die anderen, aber deshalb nicht schlechter. Nicht ohne Grund wurde Bjarne Reuter 2002 für die Hans-Christian-Andersen-Medaille nominiert, das Buch war außerdem auf der Auswahlliste für den Deutschen Literaturpreis 1987. Nicht umwerfend, aber sehr nett.


  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (Februar 2006)
  • ISBN-10: 3866151241
  • ISBN-13: 978-3866151246

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    Sonntag, 9. September 2007

    Stadthunde

    Autorin: Katharina von der Leyen
    Original: Stadthunde (2003)
    meine Bewertung: 5 von 5
     

    Es gibt wohl keinen Hundebesitzer in der Stadt, der nicht schon den vorwurfsvollen Satz „Hunde sind in der Stadt doch arm“ von einem vermeintlichen Tierfreund gehört hätte. Tatsächlich ist dem aber nicht so und Katharina von der Leyen räumt mit diesem Missverständnis auf. Sie zeigt auf, in welchen Punkten sich Hunde am Land von Stadthunden utnerscheiden, gibt nützliche Erziehungstipps und Hinweise und macht den Leser auf seine eigenen Verhaltensfehler in der Hundeerziehung aufmerksam.

    Humorvoll, mit vielen lustigen Illustrationen, liebevoll und sachlich korrekt bis ins Detail – so präsentiert sich dieses Werk von Katharina von der Leyen. Nicht nur dieses, auch alle anderen Bücher von ihr würde ich uneingeschränkt empfehlen – man lernt und lacht gleichzeitig, nebenbei wird der eigene Hund auch noch zum Superdog. Was will man mehr?


  • Taschenbuch
  • Verlag: Blv Buchverlag; Auflage: 1 (Mai 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3405164850
  • ISBN-13: 978-3405164850

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    Das Phantom auf dem Feuerstuhl




    Autor: Stefan Wolf
    Original: Phantom auf dem Feuerstuhl; das (1979)
    meine Bewertung: 3 von 5
     
    An einem warmen Mai-Abend fahren Tarzan, der eigentlich Peter Carsten heißt, aber wegen seiner sportlichen Figur so genannt wird, und sein Sportlehrer Dr. Bienert von einem Volleyballmatch nach Hause. Die beiden fachsimpeln über das verlorene Spiel und merken so zu spät, dass da jemand in Motorradkluft auf der Brücke über ihnen steht. Und ehe der Sportlehrer bremsen kann, fliegt auch schon ein kopfgroßer Stein von der Brücke. Die Scheibe des Wagens zersplittert, Dr. Bienert verreißt den Wagen, er überschlägt sich einmal und kommt schließlich zum Stillstand. Tarzan ist nichts passiert, der Lehrer ist allerdings bewusstlos. Verantwortungsbewusst und vernünftig, wie der Junge nunmal ist, sichert er die Unfallstelle, birgt seinen Lehrer aus dem verbeulten Wagen und bringt ihn in die stabile Seitenlage. Beachtliche Leistung, denn Tarzan ist erst 13 Jahre alt.

    Das erste Auto, das der Junge anhalten möchte, fährt einfach weiter. Tarzan ist entsetzt ob solch nichtvorhandener Zivilcourage und kann sich gerade noch einen Teil des Nummernschildes merken. Der nächste Wagen hält an, es ist ein Transporter. Der Fahrer stellt sich als Ströter, Holzschnitzer in der Stadt, vor. Er schenkt Tarzan einen verkrüppelten Esel aus Holz, bevor er sich auf in die Stadt macht, um die Rettung zu rufen. Dr. Bienert wird ins Krankenhaus gebracht. Zum Glück hat er nur eine Gehirnerschütterung davon getragen.

    Tarzan und seinen Detektiv-Freunden Gaby, Karl und Klößchen, die zusammen TKKG ergeben, machen sich natürlich auf die Suche nach dem Steinewerfer. Er hat schon des Öfteren mit solchen Aktionen Schlagzeilen gemacht und ist von der Polizei gesucht. Bisher konnte ihm allerdings niemand auf die Schliche kommen. Doch wenn TKKG sich der Sache annehmen, kann ja nur was Gutes dabei herauskommen…

    Wieder hat Stefan Wolf eine spannende Geschichte für Kinder von ca. 8 bis 10 Jahren geschaffen. Als Kind hat man wahrscheinlich seinen Spaß daran, da die Handlung in einem eindeutigen Spannungsbogen verläuft und sich gegen Ende hin wieder einmal alles auf ein Happy End zuspitzt. Als Erwachsener empfindet man den erhobenen moralischen Zeigefinger von Stefan Wolf als sehr oberlehrerhaft (S. 11: „Beide hatten natürlich die Sicherheitsgurte angelegt.“ – S. 67: „Kopfsprünge in unbekannte Gewässer sind gefährlich.“). Wenn das auch bei Kindern so auffällig rüber kommt, wage ich zu bezweifeln, ob die erwünschte Wirkung eintritt. Und dass Tarzan, der 13-jährige Superheld, alleine ein Auto verschiebt, wird ihm ein Kind wohl auch nicht glauben. Als etwas seltsam anmutend mag man wohl auch die Erklärung „schwieriger“ Wörter empfinden, die etwas wahllos erfolgt. Zwar wird einem erklärt, dass ein Meteor ein Gesteinsbrocken aus dem Weltall ist, das Wort „ironisch“ kommt aber ohne Erklärung auf jeder zweiten Seite vor.

    Fazit also: Für Kinder harmlos, es wird versucht, Werte wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Ehrgefühl zu vermitteln, die Geschichte kommt ohne größere Gewalt, dafür aber mit viel Edelmut und Spannung daher. Kann man Kinder der Zielgruppe ohne weiteres empfehlen.


  • Broschiert: 186 Seiten
  • Verlag: Bertelsmann, München (November 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 357021575X
  • ISBN-13: 978-3570215753

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    Donnerstag, 6. September 2007

    Fix & Foxi

    Autor: Rolf Kauka
    Original: Fix & Foxi (Sammlung 2005)
    meine Bewertung: 4 von 5
    1953 hat Rolf Kauka die beiden roten und schlauen Füchse Fix und Foxi erfunden. Die beiden sind sympathisch und ein bisschen oberlehrerhaft, gewinnen am Ende natürlich immer gegen Lupo, der in seinem verfallenen Turm lebt und ein anarchisches Leben führt, genauso wie man das als Kind gern tun würde. Dann sind da noch Professor Knox (das Pendant zu Daniel Düsentrieb aus den Disney-Comics), Oma Eusebia, Onkel Fax und Lupinchen, die kleine freche Göre.

    Nach den Micky-Maus Comics ist „Fix & Foxi“ das älteste regelmäßig erscheinende Comic im deutschsprachigen Raum, 750 Millionen Mal sind die Abenteuer der Fuchsbande verkauft worden. Rolf Kauka starb 2000, seine Frau Alexandra kümmert sich aber liebevoll um dessen Erbe und führt die Geschichte rund um die Titelhelden gewissenhaft weiter. 2007 soll der erste abendfüllende Kinofilm kommen, außerdem ist eine Neuauflage der Comics geplant.

    Warum auch nicht? Die Geschichten sind nett, wenn auch nicht ganz so zeitkritisch wie die Disney-Comics, allerdings auf jeden Fall lesenswert und ein Spaß für alle Generationen. Während die einen Fix und Foxi jetzt erst für sich neu entdecken, werden die anderen in Nostalgie schwelgen. Besonders die erste (und aktuelle) Geschichte in diesem Sammelband ist es wert, gelesen zu werden. Man trifft da auf bekannte Gestalten des Fernsehgeschehens unserer Zeit. Ausgefuchste Sache!

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Weltbild Buchverlag; Auflage: 1 (10. Oktober 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898972569
  • Dienstag, 4. September 2007

    Gott segne John Wayne

    Autor: Kinky Friedman
    Original: God bless John Wayne (1995)
    meine Bewertung: 3 von 5


    Kinky, der Privatdetektiv aus Texas, ist nach New York zurück gekommen. Er lebt wieder in seinem Loft, gemeinsam mit der Katze. Es hat sich nicht viel geändert, es ist auch wenig los dieser Tage. Weil die Kunden nicht gerade Schlange stehen, kommt es auch zu einer Art Verzweiflungstat des guten alten Kinkstahs.
    Als sein Freund Ratso, eine Pest und der unzuverlässigste, pleiteste Mensch der Welt, ihn als Detektiv beauftragen will, lässt er sich breitschlagen. Ratso beauftragt Kinky damit, seine leibliche Mutter zu finden, da er adoptiert wurde. Eine Spur führt nach Kalifornien, also macht sich der texanische New Yorker auf den Weg nach Kalifornien, um ein bisschen herumzuschnüffeln.
    Er findet den Namen von Ratsos leiblichen Eltern heraus und kommt mit diesen Informationen zurück nach New York. Da muss er sich mit neuen, sehr traurigen Entwicklungen in seinem neuesten Fall auseinandersetzen.
    Der Kinkster ist einfach ein Phänomen. Zwar habe ich ihm schon öfter angekreidet, politisch inkorrekt zu sein. Manchmal tendiert Friedman dazu, zu übertreiben und dadurch auf den Nerv zu gehen – dieses Werk ist jedoch einfach nur erfrischend schräg.

     

  • Broschiert: 284 Seiten
  • Verlag: Heyne (1999)
  • ISBN-10: 3453155882
  • ISBN-13: 978-3453155886
  • Montag, 3. September 2007

    Frühstück bei Tiffany

    Autor: Truman Capote
    Original: Breakfast at Tiffany's (1958)
    meine Bewertung: 5 von 5

    Holly Golightly ist gerade einmal 18 Jahre alt. Sie verfügt über einen unglaublichen Charme, der es ihr ermöglicht, sich von ihren Bewunderern aushalten zu lassen. Und derer gibt es viele. Auch ihr Nachbar, der Erzähler der Geschichte, ist ihrer Ausstrahlung, ihrer wunderbaren Sprechweise und ihrem Äußeren erlegen. Die junge Schöne scheint niemanden richtig an sich heran zu lassen, nur einen namenlosen roten Kater. Sie ist ein Mädchen voller Widersprüche, die sie aber nur umso unwiderstehlicher machen.


    Eines Tages kommt der Erzähler zufällig hinter das Geheimnis Hollys wahrer Herkunft. Er ist überrascht und gleichzeitig fasziniert. Eine Zeit lang hört er daraufhin von Holly nichts mehr, bis eines Tages Gerüchte laut werden, sie wäre die Geliebte eines bekannten Mafia-Bosses gewesen. Der Erzähler und ein Barbesitzer, der ebenfalls die Schöne abgöttisch liebt, helfen ihr schließlich, nach Südamerika zu fliehen. Übrig von Holly bleibt nur die Erinnerung und ein namenloser, streunender Kater…



    „Frühstück bei Tiffany“ ist spätestens seit der Verfilmung mit Audrey Hepburn bekannt – schade nur, dass die Holly im Buch ganz anders aussieht, als ihre Verkörperung im Film. Zu viel sollte man nicht von dem Buch verraten, um die Lust am Lesen nicht zu nehmen. Mit einer Beobachtungsgabe, die seinesgleichen sucht, erzählt Capote einfühlvoll die Geschichte einer Frau, die von Partys lebt und irgendwann aus dem schönen Traum aufwacht, der ihr Leben bisher war. Einfach ein Lesetipp, wie auch schon „Kaltblütig“ von Capote. New Journalism halt.

  • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (21. April 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3866155018
  • ISBN-13: 978-3866155015
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