Montag, 25. April 2005

Die unheimliche Mühle



Autor: Lemony Snicket
Original: The Miserable Mill (2000) - A Series of Unfortunate Events 4
meine Bewertung: 3 von 5

Eigentlich besteht meine Hauptmotivation, die Lemony Snicket Bücher zu kaufen ja darin, sie eines Tages alle Rücken an Rücken in meinem Regal zu haben (was sich sicher überaus dekorativ machen wird) und sie an meine Kinder weiter zu vererben. Wie diejenigen, die schon mehrere Rezensionen von mir gelesen haben, wissen, kann ich mich nie so richtig entscheiden, ob diese Bücher nun für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene gedacht sind. Wieder ist der Handlungsablauf der gleiche: die Baudelaire-Waisen kommen zu einem Verwandten, der sich als schrullig aber eigentlich nett, entpuppt, Graf Olaf, der "Böse", findet sie und versucht, an ihr Erbe zu kommen.

Diesesmal verschlägt es die Kinder nach Jammerau, wo sie in der Sägemühle eines Cousins arbeiten müssen und in den Mittagspausen nur Kaugummi bekommen. Die Kinder finden heraus, dass die Sprechestundenhilfe Shirley in Wirklichkeit Graf Olaf ist und versuchen, ihren Vormund davon zu überzeugen, der ihnen - wie immer - nicht glaubt. Und auch die Moral von der Geschicht bleibt die gleiche: Hauptsache, die Kinder haben noch sich...

Schund oder Schmöker - ich kann mich nicht entscheiden. Denn auch andere Kinderbuchklassiker (zB Enid Blytons "Fünf Freunde") funktionieren immer nach demselben Prinzip - allerdings haben die etwas, das die Snicket-Bücher nicht haben: Ein Happy-End (obwohl ich mir sicher bin, dass das auch noch kommen wird, und wenns dafür noch 20 weitere Bände braucht!).
Gebundene Ausgabe: 180 Seiten
Verlag: Manhattan; Auflage: 1 (26. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442545870
ISBN-13: 978-3442545872

Samstag, 23. April 2005

Sara



Autor: Stephen King
Original: Bag of Bones (1998)
meine Bewertung: 5 von 5

Der Schriftsteller Michael Noonan muss sich mit einer Schreibblockade herumquälen, die er hat, seit dem seine geliebte Frau Jo an einem Aneurysma auf einem Supermarktparkplatz gestorben ist. In seiner Zeit der Trauer plagen ihn immer wieder Alpträume, in denen er sich in ihrem gemeinsamen Sommerhaus "Sara Lacht" befinden, das am Rande des Dark Score Lakes steht. Eines Tages packt er seine Sachen und zieht wieder ins TR-90. Nach einiger Zeit kann er wieder schreiben, doch er ist nicht alleine in dem Haus. Die Magnetbuchstaben bilden Worte auf dem Kühlschrank, er hört Stimmen und kommt schließlich auch noch drauf, dass seine geliebte Jo wohl ein Geheimnis gehabt haben muss. Als dann noch die dreijährige Kyra Devore und ihre Mutter Mattie in sein Leben treten, wird sein Leben noch komplizierter...

Stephen King hat mit "Sara" ein Werk geschaffen, das noch beängstigender ist, als seine Vorgänger. Seine Charaktere sind viel mehr als nur leere "bag of bones" - sie haben Tiefe und scheinen so echt wie unsere Nachbarn zu sein. Natürlich trifft der versierte King-Leser auch hier wieder gute alte Bekannte (Alan Pangborn, Thad Beaumont, Norris Ridgewick, Polly Calmers...), so dass es möglich ist, auch dieses Werk als Teil eines Gesamtwerks zu betrachten. Natürlich ist das Buch auch für sich betrachtet eine abgeschlossene Geschichte. Es ist spannend und rührend, aber das ist man von King ja gewohnt. Unbedingt lesen!

PS: Diesesmal habe ich zwei Fehler im Buch entdeckt. Vielleicht kommt ja noch jemand auf die beiden "goofs" drauf... wer die Antwort weiß, kann mir ins Gästebuch posten bzw. ein Kommentar posten. Mal sehen, vielleicht lässt sich ja ein Preis dafür auftreiben!
Taschenbuch: 637 Seiten
Verlag: Heyne (10. April 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453160819
ISBN-13: 978-3453160811

Dienstag, 19. April 2005

Family... The Ties that Bind and Gag



Autorin: Erma Bombeck
Original: Family... The Ties that Bind an Gag (1987)
meine Bewertung: 2 von 5

Wer andere Bestseller von Erma Bombeck kennt, wird ein wenig enttäuscht über dieses Werk sein. Anlässlich des jährlichen Familienfotos kommen ihre drei Kinder nach Hause zurück, einer ihrer Söhne beschließt sogar, wieder aufs College zu gehen und aus diesem Grund wieder daheim einzuziehen. Für die Mutter, die aus der Ich-Sicht schreibt, Anlass, von ihren Sorgen, Nöten, Freuden und Erlebnissen als Mutter und Ehefrau zu erzählen.

Einige der Geschichten werden dem Leser, der schon Erfahrung mit Bombeck hat, bekannt vorkommen - sie sind aber trotzdem nett zu lesen. Mir ging es nicht gerade so wie damals, als ich "Ich hab mein Herz im Wäscheschrank verloren" und "Nur der Pudding hört mein Seufzen" las und mich vor lachen bog, außerdem ist es zeitweise schwierig, der Handlung zu folgen, weil Bombeck ständig zwischen Erinnerungen, Träumen und der Gegenwart hin und her springt. Nett, aber nicht das Beste und lesenswerter auf Deutsch!
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Fawcett; Auflage: Ballantine Book. (Juni 1991)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0449215296
ISBN-13: 978-0449215296

Dienstag, 12. April 2005

Die letzte Verschwörung



Autor: Sidney Sheldon
Original: The Doomsday Conspiracy (1991)
meine Bewertung: 3 von 5

In der Reihe der Sidney Sheldon Bücher nimmt dieses hier für mich die unterste Stelle ein. Es ist natürlich wieder fabelhaft geschrieben und die Charaktere sind glaubwürdig, auch an Spannung fehlt es nicht, doch für mich ist die Geschichte dieses Mal nicht glaubwürdig. Die Hauptfigur heißt Commander Robert Bellamy. Der Spitzen-Geheimagent wird dazu auserkoren, zehn Menschen aufzuspüren, die in der Schweiz einen UFO-Absturz beobachteten.

Eine geheime Verschwörung, in der alle wichtigen Geheimdienste verwickelt sind, will auf jeden Fall vermeiden, dass in der Öffentlichkeit bekannt wird, was unserer Erde bevorsteht: eine Vernichtung durch Außerirdische - sollten die Erdenbürger ihre Umweltverschmutzung nicht unverzüglich einstellen. Natürlich weiß Bellamy von den Hintergründen seines Auftrags nichts und spürt raffiniert alle Zeugen auf. Zu spät wird ihm klar, was er damit anrichtet - und dass er selber zum letzten Zeugen dadurch wird, der natürlich auch aus dem Weg geräumt werden soll.

Die Abzugspunkte gibts für die UFO-Geschichte. Die Story wäre auch dann noch spannend gewesen, hätte man statt der Bedrohung durch Außerirdische (die übrigens genauso aussehen sollen wie in all den schlechten Science-Fiction-Filmen) eine andere Weltverschwörung gewählt. Das Prinzip funktioniert, es scheitert am Unwahrscheinlichen.
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: Goldmann (8. Oktober 2004)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442423724
ISBN-13: 978-3442423729

Samstag, 9. April 2005

Die Physiker



Autor: Friedrich Dürrenmatt
Original: Die Physiker (1980)
meine Bewertung: 5 von 5

"Ich bestimme, wie verrückt meine Patienten sind!" ist nur einer der genialen Ausdrücke, die dem Buch "Die Physiker" entstammen. Dürrenmatts Komödie handelte von drei Insassen einer psychiatrischen Anstalt, die von sich selbst behaupten, Möbius, Newton und Einstein zu sein. Hinter Dürrenmatts Komödie verbirgt sich viel mehr als nur die Watzlawick'sche Frage "Wie wirklich ist die Wirklichkeit?".

Wenn man vor hat, sich mit den Hintergründen des Buchs näher zu beschäftigen, wäre ein Literaturschlüssel dazu hilfreich, denn so kann man die unglaubliche Tiefe von Dürrenmatts Aussagen, die er seinen vermeintlich Irren Physikern in den Mund legt, vollkommen erfassen. Aber auch wenn man "Die Physiker" nur zum Spaß liest, wird man sicher nicht enttäuscht. Allein die Dialoge zwischen den Schwestern und den Physikern sind es Wert, diesen Klassiker zur Pflichtlektüre zu erheben. Wer sagt, dass Klassik keinen Spaß machen kann, kennt noch nichts von Dürrenmatt!
Taschenbuch: 95 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 20., Aufl. (Februar 2001)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257230478
ISBN-13: 978-3257230475

Donnerstag, 7. April 2005

Robin Hood



Autor: Howard Pyle
Original: The Merry Adventures of Robin Hood (1965)
meine Bewertung: 1 von 5

Spätestens seit dem Film mit Kevin Costner kennt wohl jeder den edlen Robin Hood, den König der Diebe. Für mich war es deshalb sehr interessant, die Vorlage zu diesem Kinoepos zu lesen. In Howard Pyles Werk erfährt man, wie es kam, dass Robin vogelfrei wurde und warum er die Reichen bestiehlt und den Armen hilft. Man erfährt, wie er seine bekanntesten Freunde (Little John, Bruder Tuck...) kennenlernte und welche Abenteuer sie gemeinsam durchstehen - was man leider nicht erfährt, ist, wie die Bande im Sherwoodforest haust.

Das ist schade, denn so bekommen die Figuren und Orte kaum Tiefe. Das Buch ist nicht wirklich spannend (denn dazu dürfte das letzte Kapitel nicht "Robin Hoods Tod" heißen), doch ich muss zugeben, gerade auf den letzten paar Seiten ein leichtes verräterisches Kribbeln in den Augen gespürt zu haben. Würde das Werk nicht allgemein als Klassiker der Jugendliteratur gehandelt, würde ichs niemandem empfehlen, aber so kann ich ruhigen Gewissens sagen: nur was für Hardcore-Fans!
Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: Penguin (28. August 1997)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0140622780
ISBN-13: 978-0140622782

Dienstag, 5. April 2005

Can you keep a secret



Autorin: Sophie Kinsella
Original: Can you keep a secret? (2003)
meine Bewertung: 5 von 5

Wenn man, so wie ich, schon alle Bücher der "Shopaholic" Serie gelesen hat, dann erwartet man eine ähnliche Geschichte, wenn man dieses Buch in die Finger bekommt. Sie ist auch genauso witzig, romantisch und herzerfrischend, wie ihre anderen Werke, doch die Geschichte selbst ist eine Überraschung. Diesesmal heißt die Protagonistin Emma Corrigan und ist nicht unbedingt so Shopping-süchtig, wie Becky Bloomwood, doch Pech hat sie mindestens ebensoviel.

Als Emma von einem Meeting in Schottland nach Hause fliegt, gerät ihr Flugzeug in heftige Turbulenzen. Emma ist zu Tode erschrocken und erwartet schon, dass ihr letztes Stündchen geschlagen hat. Sie hat viele kleine Geheimnisse, und die will sie unbedingt loswerden, bevor sie vor ihren Schöpfer tritt, deshalb erzählt sie in panischer Angst ihrem Sitznachbar davon, dass sie nicht weiß, ob sie einen G-Punkt hat, dass sie Stringtangas trägt, obwohl sie sie unbequem findet, dass sie behauptet, Größe 8 zu haben, obwohl sie in Wirklichkeit Größe 12 trägt und die Pflanze ihrer Kollegin mit Orangensaft gießt, wenn diese gemein zu ihr war.

Das Flugzeug schafft natürlich die Landung in London, Emma wird von ihrem Freund abgeholt und vergisst den Fremden, der ihre Geheimnisse kennt, auch sofort wieder - zumindest so lange, bis dieser plötzlich bei ihr im Büro auftaucht...

Dieses Buch ist wirklich lesenswert! Alle Frauen werden hin und wieder heftig mit dem Kopf nicken, wenn Emma wieder eines ihrer Geheimnisse preisgibt. Man lebt mit und lacht mit und hofft auf ein Happy-End, darum erfolgt von mir die heftigste Empfehlung, Kinsellas Buch zu lesen und die Vergabe der Höchstwertung!
Unbekannter Einband: 329 Seiten
Verlag: Black Swan (März 2003)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 0552150827
ISBN-13: 978-0552150828