Samstag, 31. Oktober 2009

Lipstick Jungle



Autorin: Candace Bushnell
Original: Lipstick Jungle (2005)
meine Bewertung: 4 von 5

New York: Schmelztigel von Kulturen, Hochburg der Eitelkeiten, aber auch Mekka der drei besten Freundinnen Nico Reilly, Victory Ford und Wendy Healy. So unterschiedlich die drei Frauen jenseits der 40 auch sind, eins haben doch gemeinsam: alle drei sind erfolgreiche Geschäftsfrauen mit einem Jahreseinkommen in Millionenhöhe. Doch gerade an der Spitze der High Society wird die Luft manchmal sehr dünn und Freundschaften besonders stark auf die Probe gestellt.

Nico ist verheiratet und hat eine Tochter. Während ihr Mann sich darin übt, ihr zu sagen, wie sie sich zu benehmen hat und welche Partys zu besuchen sind, ist sie die Herausgeberin des renommierten Hochglanzmagazines „Bonfire“. Es reicht ihr jedoch längst nicht, die Chefin nur einer Zeitschrift zu sein. Sie möchte an die Spitze der Verlagssparte des Medienkonzerns Splatch-Verner. Doch dieser Platz ist heiß umkämpft.

Ebenfalls bei Splatch-Verner tätig ist Wendy. Sie widmet sich ihrem Job als Filmproduzentin mit der größten Hingabe. Eine Menge Blockbuster und Auszeichnungen gingen bereits auf ihr Konto, fehlt nur noch der Oscar – und auch an dem wird fleißig gearbeitet. Ihr Mann ist für die Kindererziehung und –versorgung verantwortlich, was dieser wirklich mit Bravour meistert.

Victory Ford, der Freigeist unter den Busenfreundinnen, ist Modedesignerin. Sie hat sich gerade frisch verliebt, unpassenderweise in den exzentrischen Multimillionär Lyn Bennet. Ihre Marke trudelt ein wenig, fängt sich aber schnell wieder. Sie steht kurz davor, ihre Marke an ein namhaftes französisches Modehaus zu verkaufen und damit selbst zur mehrfachen Millionärin zu werden.

Betrachtet man das Leben der drei Business-Ladys so oberflächlich wie das ganze New York letztlich ist, scheint alles perfekt zu sein. In Wahrheit jedoch brodelt es im Privatleben der Freundinnen massiv. Wendy wird von ihrem Mann verlassen, der sich praktischerweise auch noch am gemeinsamen Konto, in das sowieso nur sie eingezahlt hatte, bedient. Die Kinder nimmt sie ihm weg, doch diese wollen nicht wirklich bei ihrer Mutter bleiben, schließlich ist sie wie eine Fremde.

Nico schläft schon mehrere Jahre nicht mehr mit ihrem Mann. Er hat einfach keine Lust darauf, etwas zu tun, was er nicht wirklich will. Also wird einfach darauf verzichtet. Dann lernt Nico allerdings das unglaublich fantastische und vor allem sehr junge Männermodel Kirby Atwood kennen. Schnell entwickelt sich eine knisternde Romanze, die ihr fast ihren Job und Kopf kostet.

Victory hingegen betrinkt sich in Frankreich anlässlich der Filmfestspiele so sehr, dass sie fast ohne Gedächtnis an den vorigen Abend aufwacht, aber sie das dumpfe Gefühl plagt, etwas sehr Schlimmes getan zu haben. Als sie Lyn, mit dem sie gerade eine Beziehungspause hat, im Hotelrestaurant trifft und dieser eine gebrochene Nase hat, dämmert es ihr langsam…

„Lipstick Jungle“ stammt aus der Feder von Candace Bushnell, die schon mit „Sex and the City“ einen Welterfolg landete – vor allem im Fernsehen (das Buch war von vernachlässigbarer Qualität). Momentan sorgt auch die Serie zu „Lipstick Jungle“ für angenehme Mittwochabend-Stunden, das Buch jedoch weicht in vielerlei Hinsicht von der Serie ab. Was nicht wirklich schlimm ist.

Der Vorteil ist: sowohl das Buch als auch die Folgen der Serie haben zwar dieselben Protagonistinnen und dieselbe Idee, allerdings wurde das Buch für die Serie einfach tauglicher gemacht, das Buch ist genauso unterhaltsam. Die Unterschiede sorgen außerdem für Spannung bei denen, die das Buch schon gelesen haben. Es ist humorvoll, verfügt über Romanze, Intrige, Spannung und ist ereignisreich. Langeweile kommt nicht auf, im Gegenteil.

Man brennt darauf, zu erfahren, wie es nun weiter geht, wie sich die Mädels aus der Affäre ziehen oder selbst Intrigen schmieden. Außerdem macht es sowieso Spaß, von Frauen zu lesen, die durch ihre eigene Leistung in die High Society aufgestiegen sind und sich dort behaupten können. Zwar werden Männer doch sehr häufig als „der Feind“ abgestempelt, was im Endeffekt ja auch stark pauschalisierend ist, allerdings zeigt es auch, dass sich die Geschlechter nunmal ergänzen und das Leben seine Würze durch die Mischung erhält.

Was mich an „Sex and the City“ so sehr gestört hat und elementar in vielen anderen Frauenbüchern zu sein scheint, hat hier gefehlt: Dieser unerträgliche Schuhfetischismus, Markenwahn, Sexhunger und Gossip – und das war gut so. Ach, und auch der obligatorische schwule beste Freund, der sich fantastisch mit Mode auskennt – auch der wurde diesmal weggelassen. Nichts gegen Schuhe, Sex oder schwule Freunde, im Gegenteil. Aber sehr viel gegen 0815 Klischees.

„Lipstick Jungle“ ist zwar ein klassisches Frauenbuch, aber wenigstens kein plattes und dummes Machwerk, sondern wohltuende Lektüre für verregnete Herbsttage. Sich die Serie anzusehen ist auch kein Fehler.
Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (April 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548266967
ISBN-13: 978-3548266961

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Wo ist der Millionen-Storch?



Autor: Thomas Brezina
Original: Wo ist der Millionen-Storch? (1991)
meine Bewertung: 2 von 5

Die Knickerbockerbande ist am Neusiedlersee. Poppis Onkel Witzmann hat die Kinder eingeladen, ein paar Tage bei ihm auf dem Hausboot zu verbringen. Doch schon als die Kinder in Eisenstadt am Bahnhof ankommen und nicht abgeholt werden, merken sie, dass da etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Passenderweise beginnt es auch noch in Strömen zu regnen.

Völlig durchnässt kommen die Kinder beim Hausboot an. Doch auch da ist von Onkel Justus, einem schrägen Erfinder, weit und breit keine Spur. Dafür hören sie ein seltsames Klopfen. Es ist die Haushälterin, die von einem Unbekannten in den Wandschrank gesperrt wurde. Von Onkel Justus fehlt weiterhin jede Spur.

Schon bald haben die Kinder den Verdacht, dass der Onkel entführt wurde. Bei ihren Nachforschungen stoßen sie immer wieder auf einen geheimnisvollen „Millionen-Storch“. Aber was soll das sein? Und wer ist hinter diesem Millionen-Storch her? Denn der Urlaubsaufenthalt der Knickerbockerbande entwickelt sich immer mehr zu einem Detektivabenteuer, genau so wie auch alle anderen Ausflüge der Bande. Eins jedoch ist hier neu: Lilo verliebt sich!

„Wo ist der Millionen-Storch“ ist eins der früheren Abenteuer der Knickerbockerbande und von daher noch ein wenig glaubwürdiger als die späteren Geschichten, relativ spannend und mit einer logischen Auflösung am Schluss. Für Erstleser sicher eine gute Idee.
Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1990)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470082
ISBN-13: 978-3473470082

Dienstag, 27. Oktober 2009

Angst und Schrecken in Las Vegas



Autor: Hunter S. Thompson
Original: Fear and Loathing in Las Vegas (1971)
meine Bewertung: 4 von 5

Sportjournalist Raoul Duke und sein Anwalt, Dr. Gonzo, machen sich auf den Weg nach Las Vegas. Duke aka Thompson, hat den Auftrag, über das legendäre Autorennen durch die Wüste zu berichten. Eine staubige Angelegenheit und auch weit weniger spektakulär als anfangs angenommen, also muss Flüssigkeit her. Und diese natürlich nach Möglichkeit alkoholisch. Da man sich ja auch nicht nur flüssig ernähren sollte, packen die beiden auch noch Unmengen von Drogen ein. Genau genommen packen sie einfach alle Drogen ein, die es gibt.

Auf einer Art Dauertrip überstehen die beiden das Wüstenrennen mehr oder weniger gut, doch schon bald darauf müssen sich die beiden in die Höhle des Löwen begeben, als sie nämlich von der Drogenkonferenz der Polizei in Las Vegas erfahren. Sie schmuggeln sich unter hunderte Polizisten und schaffen es dennoch, irgendwie heil aus der Sache herauszukommen, ganz im Gegensatz zu ihrem Hotelzimmer und dem Auto (liebevoll „roter Hai“ getauft).

Es ist die Beschreibung eines einzigen Dauertrips, unterbrochen von ein wenig Arbeit, die aber nur eine marginale Rolle spielt, eines unbegreiflichen Lebensstils, einer wahnwitzigen Reise durch den amerikanischen Traum. Dennoch sollte man das Buch nicht unterschätzen. Es hat Tiefe und zeigt einen Protagonisten, der ständig auf der Flucht vor sich selbst ist und dabei ist, sich zeitweise selbst zu verlieren.

Zwar habe ich den Film noch nie gesehen, das muss ich aber unbedingt nachholen. Es ist ein faszinierendes Buch, das mindestens genauso witzig wie Wahn ist und ein Tempo vorlegt, dem man mit Spannung folgt. Einfach eine Empfehlung! Gonzo at his best.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Heyne Verlag; Auflage: N.-A. (1. April 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453401379
ISBN-13: 978-3453401372

Der Fluch des schwarzen Ritters



Autor: Thomas Brezina
Original: Der Fluch des schwarzen Ritters (1995)
meine Bewertung: 2 von 5

Die Knickerbocker Bande wurde von der über 160 Kilo schweren Zirkusartistin Tante Fee in den Zirkus ein, der gerade in der Nähe von St. Pölten in Niederösterreich zu Gast ist. Die Kinder sind fasziniert von den Trapezkünstlern, die scheinbar mühelos durch die Luft segeln, den gefährlichen Tieren und den lustigen Clowns.

Bei einer Abendvorstellung jedoch geschieht das Unfassbare: Während die Trapezkünstler ihre atemberaubende Nummer zum Besten geben, fliegt ein schwarzer Ninja-Stern durch das Zelt, das Trapez wird durchgeschnitten, die Trapezkünstler stürzen ab, ein kleines Mädchen wird verletzt. Zum Glück konnte das Sicherheitsnetzt das Schlimmste verhindern. Die Knickerbocker Bande sieht, wie ein Mensch in schwarzem Ritterkostüm davon eilt.

Natürlich ist die Neugierde der Knickerbocker Bande geweckt. Sie wollen herausfinden, wer der schwarze Ritter ist und was er mit seinen Manipulationsversuchen bezwecken möchte. Denn diese häufen sich immer mehr. Tiere kommen fast zu Schaden und die Mitarbeiter des Zirkus sind bereits verängstigt, man verdächtigt sich gegenseitig.

Die vier Kinder der Knickerbockerbande machen sich auf Spurensuche und haben schon bald einen Verdächtigen ausgemacht. Jetzt muss dieser nur noch dingfest gemacht werden. Natürlich können sie dabei auf die tatkräftige Tante Fee bauen.

Solides Abenteuer der Knickerbockerbande, über das sich die Leserzielgruppe der ca. achtjährigen Erstkrimi-Leser sicher begeistern kann.
Gebundene Ausgabe: 139 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag; Auflage: N.-A. (1992)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470104
ISBN-13: 978-3473470105

Montag, 26. Oktober 2009

Das Lied der Honigvögel



Autorin: Anne McCullagh Rennie
Original: Song of the Bellbirds (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Die junge Lizzy Foster lebt gemeinsam mit ihrem Vater und zwei Angestellten auf einer Farm im australischen Outback. Sie hat eine wunderschöne Stimme und liebte es, gemeinsam mit ihrer Mutter zu singen. Doch als diese sich mit einem Musicalstar auf und davon macht und nie wieder nach Hause zurück kehrt, verbietet der hart arbeitende Farmer seiner Tochter das Singen.

Lizzy ist sehr musikalisch und beginnt an ihrer Schule, die Musikschülerinnen von Schwester Angelica mit dem Klavier zu begleiten. Sie probt mit ihnen für die große Aufführung am Ende des Jahres. Sanft drängen sie die Schwestern der Schule immer wieder, selbst wieder mit dem Singen zu beginnen und auch ihre Großmutter mütterlicherseits, die in Toowoomba lebt, würde ihre Enkelin gerne wieder singen hören.

Das Schicksal arrangiert es schließlich so, dass Lizzy doch wieder singt – und alle Zuhörer in ihren Bann schlägt. Sie blüht während des Singens richtig auf und würde ihre Freude gerne mit ihrem Vater teilen. Doch dann zieht ein Gewitter auf Kinmalley, der Farm der Fosters zusammen. Es stürmt, blitzt und donnert und Dan läuft aus dem Haus, um nach dem Rechten zu sehen. Am Rückweg erleidet dieser einen Herzinfarkt und stirbt in den Armen seiner Tochter. Bereits zum zweiten Mal in ihrem Leben beschließt die junge Lizzy Foster, nie wieder in ihrem Leben den Mund zum Singen aufzumachen.

Neben der Trauer um ihren Vater muss sie auch noch damit klar kommen, dass sie von nun an bei ihrer Großmutter in deren kleiner Wohnung in Toowoomba leben wird, vor und nach der Schule arbeiten muss und sowohl die Farm als auch ihre geliebten Hunde und Pferde verkauft werden.

Die Zeit vergeht, Lizzy wird älter und immer wieder kehrt ihr Leben schicksalhaft an einen Punkt zurück, an dem sie einfach wieder zum Gesang zurück kehren muss. Denn egal, wie sehr sie das Singen an die verlorenen Lieben erinnert, so bringt es Lizzy auch immer wieder Gutes in ihr Leben. Im Laufe der Zeit entwickelt sich Lizzys Karriere immer weiter, sie erhält ein Stipendium in Wien und mausert sich schließlich zur gefragtesten Opernsängerin der Welt. Ihr Leben gleicht einer Achterbahn, doch am Ende geht es immer weiter bergauf als bergab…

„Das Lied der Honigvögel“ ist eine sehr, sehr schmalzige Romanze, die Heldin ist sympathisch und ihr Leben geschüttelt von Schicksalsschlägen, die sie mit einer erstaunlichen Leichtigkeit verkraftet, vor allem, da Kismet immer wieder auch mehr als positive Trümpfe für Lizzy bereit hält.

Was irgendwie seltsam ist: Es ist im Buch die Rede von einer großen Dürreperiode, die Farmer rundherum leiden und es gibt nicht genug Wasser. Dennoch nimmt Lizzy schon im nächsten Absatz ein Vollbad, außerdem liest man auf Seite 268: „Es war Ende April und die Rosen verbreiteten eine herbstliche Pracht“ – aha!

Das Fazit des Buches: Für einen bestimmten Leserinnentyp wahrscheinlich die optimale Lektüre: bittersüße Romanze mit Happy End. Normalerweise lese ich persönlich sowas nur dann, wenn es mit absolut genialem Humor gepaart ist, beispielsweise bei Susan Elizabeth Phillips oder Sophie Kinsella. Ich mag keine schmalzigen Bücher, aber dieses hat es peinlicherweise vermocht, mich stellenweise zu Tränen zu rühren.

Wahrscheinlich muss einiges zusammenpassen, damit man das Buch mögen kann, ansonsten kriegt man davon wohl so eine Art Zuckerschock. Aber wenn man Diabetiker ist und einem nach einem Zuckerschub ist: Gute Wahl!
Taschenbuch: 366 Seiten
Verlag: Weltbild,,, (1. Januar 2005)
ISBN-10: 3898975827
ISBN-13: 978-3898975827

Der kleine Held












Autor: Walter von Molo
Original: Der kleine Held (1950)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist Sommer. Der junge Walter wandert mit seiner Mutter, seinem Vater und seinem Bruder einen Forstweg entlang, angeführt von einem einheimischen Bauern. Die Familie aus Wien macht in dem kleinen Dorf am Land, Nonnenkirchen, Urlaub – oder besser: Sommerfrische, wie man es damals wohl nannte. Wir schreiben das Jahr 1850, der kleine Walter hat ein Lungenleiden und ist deshalb das Sorgenkind der Familie. Aber es ist schön, die Menschen sind nett und der Familie stehen drei unbeschwerte Monate bevor. Der Vater jedoch kommt nur jedes Wochenende, er muss zurück in die Stadt um zu arbeiten.

Die Familie ist wohlhabend, man hat eine Wohnung in Wien, eine Mietkutsche und eine Zugehfrau. Während der Sommerfrische bessert sich Walters Gesundheit zusehends, er verliebt sich sogar in die Bauerstochter. Umso schwerer fällt den Colas der Abschied von Nonnenkirchen, als es wieder Herbst wird.

Die Schule beginnt von neuem, es ist unsicher, ob Walter sitzen bleiben wird oder es doch noch schafft. Umso überraschter ist man, als Walter schließlich sogar zum Studium an der Universität zugelassen wird. Seine Gesundheit ist schon bald kein Thema mehr und Walter, der bisher immer im Schatten seines gelehrten Bruders, dem Schriftsteller, macht sich doch recht gut.

Während Walters Leben besser wird, bleibt die Familie nicht von Schicksalsschlägen verschont. Der Bruder wird leicht verrückt, die Verwandten sterben, man zieht in eine andere Wohnung und auch die politische Situation des einst so glanzvollen Wiens erweist sich als etwas prekärer als angenommen.

Das Buch lag mehr als 10 Jahre auf meinem Stapel ungelesener Bücher und nun frage ich mich, warum ich es dazu kommen ließ. Vielleicht war es auch gut so, um die Stimmung und die politischen Hintergründe des Buches richtig verstehen zu können, doch der Humor und die Sichtweise des Erzählers erwiesen sich als sehr ansprechend. Es ist eine Art Entwicklungsroman, der Leser begleitet den Erzähler vom kleinen Helden bis zum erwachsenen Beamten, der sein Glück in der Liebe sucht, bekommt latent mit, wie sich die Gegebenheiten in Wien verändern und welcher Geist diese Zeit durchweht – etwa, wenn sich die Familie fasziniert vor dem Lichtschalter versammelt und nicht glauben kann, wo das Licht auf Knopfdruck herkommt.

Molos autobiografischer Roman ist eine echte Empfehlung. Zwar wird man sich schwer tun, das Buch zu bekommen, aber falls man es auf einem Flohmarkt irgendwo liegen sieht, sollte man es unbedingt mitnehmen.

Antiquariat,
330 Seiten

Die Ochsentour



Autor: Charles Bukowski
Original: Shakespeare never did this (1979)
meine Bewertung: 5 von 5

Charles Bukowski, der Pole mit den deutschen Wurzeln und der Rockstar unter den Schriftstellern, wird von seinen Verlegern eingeladen, die Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Deshalb reist er im Jahr 1979 gemeinsam mit seiner Freundin Linda Lee zuerst nach Paris und Südfrankreich und kommt schließlich in Deutschland an.

Er versteht sich blendend mit seinem Übersetzer Carl Weiss und dessen Familie, er begibt sich auf Lese- und Sauftouren, lernt Deutschland am Ende der 70er Jahre kennen und lieben und sammelt weiteren Stoff für seine Erzählungen. Das Buch ist mit zahlreichen Bildern illustriert, die Bukowski und Linda Lee im Kreise ihrer Freunde und Bekannten zeigen und so einen Einblick in den Privatmenschen Bukowski geben.

Bukowski als Rüpel, Säufer, Misanthrop und harter Hund – so wird er selbst gerne gesehen und so präsentiert er sich auch. Doch „Die Ochsentour“ zeigt weit mehr als diese äußerliche Hülle. Das Buch zeigt Bukowski von einer intelligenten, humorvollen und liebenswürdigen Seite. Für alle Bukowski-Fans ein wahres Highlight!
Taschenbuch: 168 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 9 (1. Juli 1991)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596106796
ISBN-13: 978-3596106790

Montag, 19. Oktober 2009

Das Zombie-Schwert des Sultans



Autor: Thomas Brezina
Original: Das Zombie-Schwert des Sultans (1994)
meine Bewertung: 2 von 5

Die vier Mitglieder der Knickerbocker Bande, Axel, Lieselotte, Poppi und Dominik befinden sich auf den Weg in die Türkei. Der beste Freund von Axel, Jussuf, hat die vier Kinder in seine Heimat eingeladen, in die er überraschend zurückkehren musste, nachdem er einen Großteil seines Lebens in Österreich verbracht hat. Er ging mit Axel zur Schule und die beiden wurden nicht nur Freunde, sondern fast wie Brüder. Vor allem auch, weil sich die beiden rein äußerlich sehr stark ähneln, man möchte meinen, sie sind Zwillingsbrüder.

Nur so können sich die Kinder auch erklären, dass zuerst das Flugzeug, in dem sie unterwegs sind und schließlich auch Axel entführt wird. Die verbleibenden Knickerbocker müssen sich gegen die Entführer des Flugzeugs behaupten und machen sich schließlich auf eine Verfolgungsjagd. Sie wollen ihren Freund befreien und müssen außerdem Jussuf finden, denn sie merken, dass dieser in Gefahr ist.

Als die drei schließlich Jussuf ausfindig machen, erfahren sie, weshalb Axel entführt wurde. Sie müssen schnell handeln und sich auf die Suche nach dem Zombie-Schwert des Sultans machen…

Wie immer hat natürlich das Abenteuer ein Happy End, die Kinder geraten in brenzlige Situationen, aus denen sie sich natürlich befreien können, die Geschichten sind für Erst-Krimi-Leser sicher unterhaltsam und spannend. Eigentlich muss man sagen, dass Brezina mit seiner Knickerbocker Bande Helden erschaffen hat, die auch Freunde aus anderen Kulturkreisen haben, in der auch Mädchen Helden sein können und auch Jungs mal weinen. Hm, ganz gut, eigentlich.
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
ISBN-10: 3700401493
ISBN-13: 978-3700401490

Dienstag, 13. Oktober 2009

Der törichte Engel



Autor: Christopher Moore
Original: The Stupidest Angel (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist Weihnachten im kleinen Städtchen Pine Cove. Die Kellnerinnen kramen ihre Weihnachtsmann-Mützen vom Dachboden und auf die gestrickten Rentierpullover wird ein Touristen-Aufschlag verrechnet. Es riecht nach Zimt und Tannenbäume Doch es ist bei weitem nicht alles perfekt in Pine Cove.

Lena Marquez ist gerade dabei, einen der unter Artenschutz stehenden Tannenbäume Pine Coves zu fällen, weil sie den an bedürftige Familien verschenken möchte, als ihr Exmann Dale auftaucht. Ein heftiger Streit entbrannt zwischen den beiden, in dessen Verlauf Lena ihren Exmann mit einer Schaufel erschlägt. Blöderweise hat Dale noch sein Weihnachtsmann-Kostüm an. Als der kleine Josh zufällig vorbei kommt, sieht er, wie der Weihnachtsmann tot in die Knie sinkt – er läuft um sein Leben.

Mit aller Kraft des Verzweifelten beginnt Josh, zu beten. Er wünscht sich inbrünstig, dass der Weihnachtsmann nicht tot sei – und irgendwer erbarmt sich seiner. Der Erzengel Raziel, bereits bekannt aus „Die Bibel nach Biff“ und nicht gerade eine Leuchte, kommt auf die Erde. Wieder einmal bekommt er nur die Hälfte seines Auftrages gebacken, er erweckt einfach alle Toten wieder zum Leben.

Gerade als die Lonely Christmas Party in der Kirche stattfindet, zu der nicht nur Lena Marquez und ihr geheimnisvoller Lover gekommen sind, sondern auch noch andere exzentrische Bewohner des Dorfes, beispielsweise der Sheriff Theo (der leidenschaftlich gern kifft und nebenbei noch mit einer ehemaligen Actionfilm-Darstellerin verheiratet ist, die einen leichten Knall davon getragen hat und sich für Warrior Babe hält – aber das nur nebenbei) und Joshs Familie, beginnt der Zauber Raziels zu wirken.

Aus dem nahegelegenen Friedhof befreien sich die Leichen, allen voran natürlich die frischeste: Dales. Sie haben irren Heißhunger auf Gehirne, deshalb versuchen sie, die Party zu stürmen. Sie haben aber nicht mit dem schlagkräftigen Warrior Babe gerechnet, das die Party sausen ließ und sich jetzt quasi direkt hinter ihnen befindet…

Christopher Moore ist einfach ein Garant für schräge Geschichten, die mit viel Fantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Seine Charaktere überzeugen, egal wie seltsam sie auch scheinen – sympathisch sind sie meist trotzdem. In „Der törichte Engel“ kommen einige alte Bekannte aus anderen Büchern vor, es ist eine nicht allzuumfrangreiche Geschichte, die einfach Spaß macht, bei weitem aber nicht an die Genialität von „Ein todsicherer Job“ herankommt.

Ganz gut, ein komisches Anti-Weihnachtsbuch und originell, für Moore Fans ein Must-Have, für Moore-Anfänger nicht die beste Einstiegslektüre, weils wahrlich noch Genialeres von ihm gibt.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542243
ISBN-13: 978-3442542246

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Death of a Snob



Autorin: M. C. Beaton
Original: Death of a Snob (1988)
meine Bewertung: 3 von 5

Hamish Macbeth, Polizeibeamter eines kleinen schottischen Dörfchens, liegt mit Grippe im Bett. Es ist kurz vor Weihnachten und er freut sich auf nichts mehr, als die Feiertage bei seinen Eltern zu verbringen und sich von seiner Mutter bekochen und bemitleiden zu lassen.

Als seine (jetzt nur noch platonische) Freundin Priscilla vorbeikommt und sich ein wenig um ihn kümmert, geht es ihm gleich besser. Doch Priscilla hat einen Anschlag auf ihn. Ihre Freundin Jane Wetherby führt auf der kleinen Insel Eileencraig ein Hotel mit dem klingenden Namen „The Happy Wanderer“. Jane hat den Verdacht, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet und möchte deshalb Macbeth einladen, die Feiertage bei ihr im Hotel zu verbringen und ein wenig herumzuschnüffeln.

Natürlich ist Hamish nicht besonders angetan von der Idee, fühlt er sich doch elend und die Aussicht auf Weihnachten im Kreis seiner Familie ist zu verlockend. Alles kommt jedoch anders als erhofft. Seine Mutter ruft ihn an, um ihn wieder auszuladen, weil die ungeliebte Tante sich angekündigt hat und diese Hamish nicht ausstehen kann. Und dann taucht auch noch Jane persönlich auf, um Hamish einzuladen.

Jane ist eine wahrlich atemberaubende Frau mit enormen Sexappeal, für Hamish ist es völlig unverständlich, wieso ihr die Einheimischen so misstrauisch gegenüber treten und warum ihr jemand nach dem Leben trachten sollte. Außer ihm sind noch ein dickes, aber nettes Ehepaar im „Happy Wanderer“, zudem der Exmann von Jane Wetherby, die hochnäsige Heather Todd und ihr ebenso unsympathischer Ehemann sowie Harriet Shaw, ihres Zeichens eine attraktive und sympathsiche Verfasserin von Kochbüchern.

Hamish freundet sich sofort mit Harriet an und sieht in ihr schon bald seinen Watson, auch wenn es anfangs so scheint, als würden einige Feindseligkeiten innerhalb der Gäste des „Happy Wanderer“ alles an Aufregung sein, was sich über die Feiertage bietet. Doch dann wird Heather Todd tot aufgefunden – und niemand trauert ernstlich um sie. Hamish und Harriet beginnen ihre Ermittlungen, die sie schließlich nach Glasgow führen…

„Death of a Snob“ ist der erste Krimi, den ich aus der Hamish Macbeth-Serie gelesen habe, es ist sogar mein erstes Buch von M. C. Beaton überhaupt. Es war kein Fehler, die Geschichte ist zwar nicht übermäßig spannend, aber es handelt sich um einen typischen Whodunnit, zumindest der Täter bleibt also bis zum Ende unbekannt.

Die Atmosphäre, die Beaton beschreibt, ist halbwegs dicht, die Charaktere sind einigermaßen dreidimensional gestaltet. Verwirrend ist allerdings, dass sich die Namen sehr ähneln (Jane, John, Heather, Harriet, Hamish). Das Buch ist außerdem sehr dünn, weshalb es den Personen auch an Tiefe bzw. Hintergrund fehlt und die Atmosphäre nicht ganz so ausführlich geschildert wird, wie es das Buch vertragen könnte.

Ich habe es auf Englisch gelesen (gibt es M. C. Beaton auf Deutsch eigentlich schon?) und obwohl ich geübte Englischleserin bin, habe ich mich doch eher schwer getan, die Dialoge, die teilweise in Schottischem Dialekt geführt und verfasst wurden, zu entziffern. Aber auch da stellt sich schnell Übung ein.

Alles in allem also ein Buch, das man lesen kann, wenn man gerne seichte Krimiunterhaltung zwischendurch hat und sich an klassischem Whodunnit mit einem klassischen Ermittler erfreuen kann. Ich werde sicher noch mehr von M. C. Beaton lesen! Und was ich noch erwähnen wollte: Auf meinem Buchrücken ist vom Mord an „Morag Todd“ die Rede, die sich im Buch allerdings als „Heather Todd“ herausstellt.
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: Constable & Robinson Ltd. (14. August 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 1845296702
ISBN-13: 978-1845296704

Dienstag, 6. Oktober 2009

Milchgeld



Autoren: Volker Klüpfel, Michael Kobr
Original: Milchgeld (2005)
meine Bewertung: 3 von 5

Es ist Montag. Das Wochenende ist gerade vorbei, am Abend steht eine Musikprobe an, und bis zum nächsten Wochenende ists noch weit hin. Keine guten Voraussetzungen also für einen Tag, um schön zu werden. Doch Montags gibt es die von Erika Kluftinger selbst gemachten Kässpatzen, der einzige Lichtblick weit und breit. Und vielleicht auch das Einzige, was den Montag erträglich macht. Dieser Montag unterscheidet sich jedoch von den Montagen davor: Das Telefon läutet, als Kluftinger bereits in der Tracht für die Musikprobe ist und seine Kässpatzen verspeisen möchte.

Kluftinger wird zu einem Tatort gerufen. Ein Mord. Und das bei ihm in Altusried, wo sonst doch nie etwas passiert. Der Kommissar verspeist hektisch den letzten Rest seiner Mahlzeit, ist froh über die verpasste Musikprobe und schon am Weg zum Tatort. Dort wird er mit einem toten Lebensmittelchemiker aus einem größeren Milchverarbeitungsbetrieb konfrontiert, der mit einer Ikea-Vorhangschnur erdrosselt worden war.

Zwar kann Kluftinger keine Toten sehen und muss auch gleich gegen die Übelkeit ankämpfen, dennoch arbeitet sein beinahe fotografisches Gedächtnis aber einwandfrei und prägt sich alle Einzelheiten des Tatortes ein. Kluftinger ist aufgeregt. Er freut sich über den spannenden und wichtigen Fall, weiß aber schon, dass es mit seiner Frau daheim Stress geben wird. Die beiden haben einen Urlaub gebucht, nach Mallorca. Kluftinger ist froh, dass auch dieser Kelch an ihm vorüber geht, doch seine Frau ist natürlich wütend und beschließt, ausgerechnet mit der Frau seines Erzfeindes zu verreisen.

Kluftinger wird also zum Strohwitwer, was ihm aber auch ganz gelegen kommt. So kann er seine ganze Energie in die Aufklärung des Falles stecken, der ihn schon bald in die Vergangenheit führt. Es wird spannend, ein wenig gefährlich und schließlich mysteriös…

„Milchgeld“ ist der erste Fall von Kommissar Kluftinger, er spielt im schönen Allgäu, das in wunderbaren Szenen beschrieben wird. Der Kommissar ist ein sympathischer Mensch, auch wenn er zu Wutausbrüchen und zum Fluchen neigt, doch das macht ihn nur menschlicher. Nett ist auch, dass man einiges über sein Privatleben erfährt, das zwar halbwegs harmonisch zu verlaufen scheint, dem man aber auch anmerkt, dass es sich um ein langjähriges Eheleben handelt.

Es war gute Unterhaltung, die Charaktere sind plastisch geschildert und auch die Landschaftsbeschreibungen sind so verlockend, dass man gerne seine Wanderschuhe einpacken und sich auf den Weg durch die grünen Wiesen machen möchte. „Milchgeld“ ist nett, humorvoll und spannend, für Fans von Regionalkrimis durchaus lesenswert. Auch ich werde Klufti weiterverfolgen!

Taschenbuch: 309 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 19., Aufl. (September 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492242162
ISBN-13: 978-3492242165

Die Heiratsschwindlerin



Autorin: Madeleine Wickham
Original: The Wedding Girl (1999)
meine Bewertung: 4 von 5

In Millys leben läuft gerade alles perfekt. Sie ist drauf und dran, Simon, den Sohn eines bekannten Millionärs, zu heiraten, die Hochzeitsvorbereitungen laufen, ihr Mann liebt sie und die Welt ist mit rosa Girlanden und Geschenken gepflastert. Doch da kommt der Hochzeitsfotograf, um Aufnahmen von Milly in ihrem Brautkleid zu machen. Milly weiß, dass sie diesen Typen schon einmal gesehen hat. Und auch der Fotograf hat den Verdacht, Milly zu kennen.

Die Erkenntnis trifft Milly wie ein Blitzschlag. Vor zehn Jahren hat sie einem schwulen Pärchen, Freunden von ihr, einen Gefallen getan: Sie hat einen der beiden geheiratet, um ihm so eine Aufenthaltsgenehmigung zu verschaffen. Sie hat danach nie wieder etwas von den beiden gehört und angenommen, es würde schon niemandem auffallen, dass sie von Gesetzes wegen schon einmal verheiratet war. Beziehungsweise noch ist, denn eine Scheidung hat nie stattgefunden.

Noch während der Fotosession fällt auch dem Fotografen wieder ein, wo er Milly schon einmal gesehen hat: Bei ihrer standesamtlichen Hochzeit, wo Fotos gemacht wurden und auch er, damals noch ein Teenager, zu den Schaulustigen gehörte. Der Fotograf zieht Milly ein wenig mit dieser Tatsache auf, Milly wird immer verzweifelter. Schließlich lässt sich der Fotograf nicht davon überzeugen, sie zu verwechseln, außerdem weiß niemand von Millys erster Hochzeit.

Natürlich kann sie Simon nicht beichten, was damals vorgefallen war, schließlich würde damit die sehr teure Hochzeit ins Wasser fallen und ihre Familie todunglücklich. Der einzige Inhalt im Leben ihrer Mutter ist momentan die Vorbereitung auf dieses gesellschaftliche Großevent. Immer mehr unter Druck gesetzt, weiß Milly schließlich nicht mehr, wohin. Sie zieht ihre Schwester ins Vertrauen, die ihrerseits ein Geheimnis hat und wendet sich hilfesuchend an ihre Patentante, nicht wissend, dass auch die mit falschen Karten spielt...

„Die Heiratsschwindlerin“ ist ein amüsantes Buch, dessen Plot mal wieder auf einem Klischee beruht: Im entscheidenden Moment sagt die Heldin nicht die Wahrheit oder ihr fällt einfach keine Notlüge ein, daraufhin beginnt sich die Sache zu verwickeln und lustig zu werden. Anfangs fragt man sich zwar noch, wie man so blond und blauäugig sein kann, eine Hochzeit zu verschweigen beziehungsweise dann auch noch eine Scheidung zu verschwitzen, doch schnell vergisst man diesen Hintergrund und findet die Figuren sympathisch.

Zwar hofft man als Leserin bis zum Ende hin, dass das Buch doch anders ausgeht – schließlich erfährt man viel über das Wesen Millys und das Wesen Simons – doch im Endeffekt ist das Happy End natürlich vorprogrammiert. Kurzweilige Unterhaltung, die oberflächlich dahinsaust, ein bisschen Spannung und ein Happy-End: Typische ChickLit, aber wers mag, sollte Wickham unbedingt eine Chance geben. Ihre Bücher, die unter dem Pseudonym „Sophie Kinsella“ erschienen, sind jedoch witziger und verfügen über smartere und tiefgründigere Charaktere.
Taschenbuch
Verlag: Goldmann (2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442441498
ISBN-13: 978-3442441495