Dienstag, 13. Oktober 2009

Der törichte Engel



Autor: Christopher Moore
Original: The Stupidest Angel (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Es ist Weihnachten im kleinen Städtchen Pine Cove. Die Kellnerinnen kramen ihre Weihnachtsmann-Mützen vom Dachboden und auf die gestrickten Rentierpullover wird ein Touristen-Aufschlag verrechnet. Es riecht nach Zimt und Tannenbäume Doch es ist bei weitem nicht alles perfekt in Pine Cove.

Lena Marquez ist gerade dabei, einen der unter Artenschutz stehenden Tannenbäume Pine Coves zu fällen, weil sie den an bedürftige Familien verschenken möchte, als ihr Exmann Dale auftaucht. Ein heftiger Streit entbrannt zwischen den beiden, in dessen Verlauf Lena ihren Exmann mit einer Schaufel erschlägt. Blöderweise hat Dale noch sein Weihnachtsmann-Kostüm an. Als der kleine Josh zufällig vorbei kommt, sieht er, wie der Weihnachtsmann tot in die Knie sinkt – er läuft um sein Leben.

Mit aller Kraft des Verzweifelten beginnt Josh, zu beten. Er wünscht sich inbrünstig, dass der Weihnachtsmann nicht tot sei – und irgendwer erbarmt sich seiner. Der Erzengel Raziel, bereits bekannt aus „Die Bibel nach Biff“ und nicht gerade eine Leuchte, kommt auf die Erde. Wieder einmal bekommt er nur die Hälfte seines Auftrages gebacken, er erweckt einfach alle Toten wieder zum Leben.

Gerade als die Lonely Christmas Party in der Kirche stattfindet, zu der nicht nur Lena Marquez und ihr geheimnisvoller Lover gekommen sind, sondern auch noch andere exzentrische Bewohner des Dorfes, beispielsweise der Sheriff Theo (der leidenschaftlich gern kifft und nebenbei noch mit einer ehemaligen Actionfilm-Darstellerin verheiratet ist, die einen leichten Knall davon getragen hat und sich für Warrior Babe hält – aber das nur nebenbei) und Joshs Familie, beginnt der Zauber Raziels zu wirken.

Aus dem nahegelegenen Friedhof befreien sich die Leichen, allen voran natürlich die frischeste: Dales. Sie haben irren Heißhunger auf Gehirne, deshalb versuchen sie, die Party zu stürmen. Sie haben aber nicht mit dem schlagkräftigen Warrior Babe gerechnet, das die Party sausen ließ und sich jetzt quasi direkt hinter ihnen befindet…

Christopher Moore ist einfach ein Garant für schräge Geschichten, die mit viel Fantasie und Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden. Seine Charaktere überzeugen, egal wie seltsam sie auch scheinen – sympathisch sind sie meist trotzdem. In „Der törichte Engel“ kommen einige alte Bekannte aus anderen Büchern vor, es ist eine nicht allzuumfrangreiche Geschichte, die einfach Spaß macht, bei weitem aber nicht an die Genialität von „Ein todsicherer Job“ herankommt.

Ganz gut, ein komisches Anti-Weihnachtsbuch und originell, für Moore Fans ein Must-Have, für Moore-Anfänger nicht die beste Einstiegslektüre, weils wahrlich noch Genialeres von ihm gibt.
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. November 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442542243
ISBN-13: 978-3442542246

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