Dienstag, 23. Dezember 2008

Die Christbaumräuber



Autor: Jo Pestum
Original: Die Christbaumräuber (2008)
meine Bewertung: 4 von 5

Im Werkunterricht bastelt die Klasse von Aladin und Paul tollen Christbaumschmuck aus alten Konservendosen. Sie wollen den extravaganten Schmuck gerne der Kindertagesstätte „Froschkönig“ spenden, in die früher auch Aladins kleine Schwester Mely gegangen ist. Die Kindertagesstätte hat nicht besonders viel Geld und die edle Schmuckspende soll ein wenig Weihnachtsglanz in die Hütte bringen. Aladin erklärt sich außerdem bereit, einen Christbaum zu besorgen.

Der Junge denkt nicht daran, dass er von seinen Mitschülern Geld einsammeln könnte oder seinen Vater um ein wenig Hilfe bitte könnte. Er klaut gemeinsam mit Paul eine schöne Tanne vom Weihnachtsmarkt. Er ist fest davon überzeugt, es ja für einen guten Zweck zu machen. Aber gerade als er wieder über den Zaun zurück klettert und die Tanne unter dem Arm hat, flammen Autoscheinwerfer auf, streifen die Jungs und fahren davon. Die beiden kommen mit einem Heidenschreck davon.

Doch schon am nächsten Tag bekommt Aladin eine SMS. Jemand hat ihn und Paul bei ihrem Tannendiebstahl gesehen und Beweisfotos gemacht. Aladin wird erpresst. Die gemeinen Erpresser verlangen von ihm, in einen Getränkemarkt einzusteigen und ihn von innen zu öffnen. Aladin wird also zum Komplizen einer verbrecherischen Bande, weiß aber nicht, wer hinter den Anrufen steckt. Woher haben die Anrufer seine Handynummer? Woher kennen sie ihn? Aladin bekommt es mit der Angst zu tun und wendet sich deshalb an Paul und den Klassendetektiv Lovis. Wird es ihnen gelingen, die Diebesbande dingfest zu machen?

Die Seiten dieses Adventkalender-Buches sind jeweils zu zweit geschlossen, aber perforiert. Man muss jeden Tag mit dem Brieföffner also sein Kapitel erst „aufmachen“, was eine sehr nette und witzige Idee ist. Die Geschichte an sich ist spannend und endet fast jeden Tag mit einem Cliffhanger. Natürlich geht die Geschichte gut aus, allerdings wird vieles zum Ende hin nicht aufgeklärt, beispielsweise ob es nur Zufall war, dass Aladin beim Tannendiebstahl beobachtet wurde etc. Schade ist auch, dass die Kinder auf naheliegende Ideen nur selten kommen und sozusagen alles kompliziert angehen. Aber irgendwie mussten wohl die 24 Kapitel gefüllt werden.

Insgesamt ein spannendes Buch für die Adventszeit, Kinder bis ca. 10 Jahre werden daran ihre Freude haben. Zwar kommt die Moral doch sehr offensichtlich daher, was manchmal ein wenig aufgesetzt wird, ansonsten aber eine echte Alternative zum ewig gleichen Schokoladenadventskalender.
Gebundene Ausgabe: 200 Seiten
Verlag: Arena (Juni 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3401062492
ISBN-13: 978-3401062495

Montag, 22. Dezember 2008

Gibt's Probleme?



Autor: Jeff Kinney
Original: Rodrick Rules (2008)
meine Bewertung: 3 von 5

Greg Heffley schreibt nicht Tagebuch, nein, er nicht. Er ist ja eine coole Sau. Deshalb schreibt er seine Memoiren. Und die sind wieder geprägt von allerlei witzigen Ereignissen und den Sorgen des gerade auf die Highschool gekommenen Greg.Auch in diesem zweiten Band der „Gregs Tagebuch“-Serie von Jeff Kinney trifft man auf die verrückte Familie Heffley, Gregs seltsamen Freund Rupert und seine Geschwister Manni und Rodrick. Zwar ist Greg immer noch nicht reich und berühmt, so wie er sich das für seine Zukunft erhofft, aber er ist immerhin ein Jahr älter geworden. Und das ist ja auch schon mal eine Leistung.

Die zwei bisher auf Deutsch erschienen Bücher sind sehr liebevoll gemacht. Sie sehen innen aus wie ein liniertes Heft, die Schrift sieht aus wie mit Hand geschrieben und zahlreiche Strichmännchen-Cartoons ergänzen die Geschichte, die an sich amüsant ist. Vom Humor her sind zwar die Bert-Tagebücher von Olsson/Jacobsson um Welten besser, allerdings eignen sich die Greg-Bücher auch für jüngeres Publikum, da in ihnen Sex und Pubertät gar nicht bzw. noch nicht thematisiert wird. Für Kinder bis zehn sicherlich empfehlenswert, weil harmlos. Ältere dürften sich damit eher etwas langweilen.

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Baumhaus Verlag Frankfurt; Auflage: 1 (25. Juli 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3833936339
ISBN-13: 978-3833936333

Sonntag, 21. Dezember 2008

Die Musen sprechen



Autor: Truman Capote
Original: The Muses are heard (1946)
meine Bewertung: 3 von 5

Schon seit vier Jahren ist die Theatergruppe von Robert Breen, Everyman Opera genannt, gemeinsam auf Tournee, um das Stück „Porgy and Bess“ aufzuführen. Nun winkt ihnen ein Engagement in Russland. Einziges Probleme dabei: Russland ist streng kommunistisch, Deutschland noch geteilt und der eiserne Vorhang bittere Realität. Natürlich sind die amerikanischen Schauspieler aufgeregt. Noch viel mehr, da „Porgy and Bess“ ein Stück ist, das von den schwarzen Armenviertel Amerikas berichtet, Sex, Drogen und Spiel zuhauf enthält.

Die Truppe macht sich nach einigen Instruktionen seitens der russischen Botschaft und mit ängstlicher Erwartung mit der Eisenbahn auf den Weg von Ostberlin nach Leningrad. Eine lange Zugreise steht ihnen bevor. Die Stimmung schwankt zwischen Euphorie und totaler Niedergeschlagenheit, das Wetter ist ungewohnt kalt, die Menschen für das Empfinden der Reisenden zugeknöpft und geschmacklos.

In Russland erwartet die Mitglieder der Everyman Opera eine unerwartet komfortable Unterkunft, wenngleich sie doch sehr russisch eingerichtet ist. Die Schauspieler nehmen an allerhand gesellschaftlicher Verpflichtungen teil und lernen ein wenig das Leben der Russen kennen. Gleichzeitig bereiten sie sich auf ihre große Premiere vor.Die unmittelbaren Reaktionen zum Stück fallen für die Schauspieler erwartungsgemäß aus, ihre Premiere, die auch politisch heikel ist, ist überstanden. Doch wie werden die Kritiker reagieren? Haben die Menschen, für die Religion, Spiel und Freude praktisch nicht existent sind, die Spirituals des Schwarzen-Stücks verstanden?

Truman Capote hat die Erzählung aus der Sicht des stillen, beobachtenden Begleiters geschrieben. Er liefert einen perfekten, nüchternen Bericht, der fast einer Reportage gleicht. Die Geschichte liest sich ansprechend und steuert geradlinig auf den Höhepunkt, nämlich die Premiere, zu. Präzise und genau, aber dennoch sprachlich nicht langweilig schildert er die Ereignisse bis dahin. Eine nette Erzählung, vor allem für Russland- oder New Journalism-Fans.
Broschiert: 225 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuchvlg. (1987)
ISBN-10: 3548400264
ISBN-13: 978-3548400266

Dienstag, 16. Dezember 2008

Die Villen der Frau Hürsch



Autor: Alfred Komarek
Original: Die Villen der Frau Hürsch (2005)
meine Bewertung: 3 von 5

Daniel Käfer ist Chefredakteur des renommierten deutschsprachigen Männermagazins IQ. Oder besser: Er war es. Denn die Zeitung wurde eingestellt, er wurde abgestellt. Ein bisschen Geld hat er, also beschließt Käfer, sich auf ins Ausseer Land zu machen und damit jene Region in Österreich zu besuchen, in der er viele glückliche Sommerferien verbracht hat. Das ist zwar schon einige Zeit her, aber seinen Zauber hat die Gegend immer noch nicht verloren.

Käfer macht sich also mit seiner Ente auf den Weg. Er findet in einem Bauernhof Unterkunft in der Dachkammer, mit Blick auf den Dachstein. Auch sonst beginnt er, sich einzuleben. Zwar ist er gekommen, um seine Gedanken zu ordnen, doch dazu kommt es nicht so richtig. Käfer begegnet vielen interessanten und teilweise auch skurrilen Figuren, er genießt die schöne Gegend und das Sommerwetter und stößt dabei auf einen Stein mit seltsamer Inschrift.

„M. Käfer“ steht da, ebenso wie die Jahreszahl 1933. Käfer ist verwirrt. Was macht sein eigener Familienname auf einem Stein im Ausseer Land? Nach und nach kommt er der Geschichte der Maria Käfer auf die Schliche, einer längst verstorbenen Verwandten. Er rüttelt die Geister der Vergangenheit wach, streift umher und stellt Nachforschungen an. Wer war diese Frau? Und warum erzählt man sich, dass sie seltsame Geschichten vor sich hinbrabbelte, als sie alt wurde?

Normalerweise kennt man von Alfred Komarek ja seine Krimiserie um Kommissar Polt, doch was man hier liest, ist mehr eine Erzählung, ein träumerisches Schwärmen von längst vergangenen Tagen und wunderschönen Landschaften, ebenso wie eine kleine Charakterstudie der Menschen in Aussee. Die Charaktere sind wundervoll plastisch und sympathisch, die Schilderungen sehr atmosphärisch.

War man nicht längst einmal dort, dann macht dieses Buch definitiv Lust darauf, einige schöne Sommertage an den Seen dort zu verbringen und sich auf die Spuren Daniel Käfers zu begeben. Die Geschichte ist ein bisschen spannend und interessant, Krimi darf man sich halt keinen erwarten. Der ideale Zeitpunkt der Lektüre wäre wohl Sommer, der ideale Ort dafür der Grundlsee.
Taschenbuch: 246 Seiten
Verlag: Diogenes; Auflage: 2., Aufl. (September 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257234651
ISBN-13: 978-3257234657

Montag, 15. Dezember 2008

Die Katze im Taubenschlag



Autorin: Agatha Christie
Original: Cat among the Pigeons (1959)
meine Bewertung: 3 von 5

Die Zeiten im steinreichen persischen Königreich Ramat sind rau geworden. Man munkelt, dass eine Revolution gegen den aktuellen Herrscher Prinz Ali geplant ist. Prinz Ali bittet seinen persönlichen Freund, den Engländer Bob Rawlings, die wertvollen Juwelen des Prinzen als Versicherung außer Landes zu schmuggeln. Bob hat nicht viel Zeit, um die Diamanten einem harmlos aussehenden Ausländer unterzujubeln. Wie praktisch, dass sich ausgerechnet seine Schwester mit ihrer Tochter in Ramat befindet.

Bob sucht seine Schwester in deren Hotelzimmer auf, doch Mrs. Suttcliffe ist gerade mit ihrer Tochter Jennifer auf einem Ausflug. Bob bleibt nichts anderes übrig, als ihr die Steine ins Gepäck zu schmuggeln und darauf zu hoffen, seine Schwester in England wieder zu sehen. Er macht sich also ans Werk und ahnt nicht, dass er dabei beobachtet wird.

Einige Tage später sind sowohl Bob als auch der Prinz tot. Doch die Juwelen haben es unbeschadet nach England geschafft. Verschiedene Gruppierungen haben davon gehört, doch niemand weiß, wo die kostbaren Steine versteckt sind. Ein Einbruch in die Villa der Suttcliffes hat schon keiner Ergebnisse gebracht, also muss ein Spitzel in das teure Mädcheninternat der Tochter eingeschleust werden.

Als plötzlich drei Morde geschehen und die Cousine des ermordeten Prinzen entführt wird, die zufällig auch eine Schülerin in Meadowbanks war, scheint die vornehme Schule dem Untergang geweiht zu sein. Doch Miss Bulstrode, die Gründerin der Schule, kämpft gemeinsam mit Monsieur Poirot, dem berühmten belgischen Detektiv, und Inspektor Kelsey um die Aufklärung der Tat und den guten Ruf der Schule.

Agatha Christie hat einen spannenden Krimi mit dichter atmosphärischer Stimmung geschrieben, allerdings erscheint die Auflösung ein wenig an den Haaren herbei gezogen und auch Poirot kommt erst sehr spät ins Spiel. Fast so, als hätte Christie erst im letzten Moment entschieden, die Lösung des Falls Kelsey doch nicht zuzutrauen. Es gibt bessere Krimis von Agatha Christie, dieser ist eher schwach.
Broschiert: 207 Seiten
Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 3., Aufl. (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596168260

Sonntag, 14. Dezember 2008

Happy Hour in der Unterwelt



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and unappreciated (2006)
meine Bewertung: 3 von 5

Man hats einfach nicht leicht, wenn man an seinem 30. Geburtstag gestorben ist, dann als Vampir von den Toten wieder zurückgekehrt ist und sich schließlich als Vampirkönigin in der Welt der Toten wiederfindet. Betsy weiß das, denn auf sie treffen all diese Attribute zu. Sie ist mit dem umwerfenden Eric Sinclair, seinerseits mächtigster Vampir alive, verheiratet, blöd nur, dass sie ihn so gar nicht ausstehen kann. Betsy lebt mit ihrer besten Freundin Jessica, die noch dazu steinreich ist, in einem riesigen Herrenhaus, gemeinsam mit ihrer aller Freund Marc, seines Zeichens schwul und vielbeschäftigter Arzt in Ausbildung.

Auch so ist Betsys Leben nicht gerade einfach. Da sie im letzten Band die Bar „Scratch“ geerbt hat (sozusagen), versucht sie sich nun als Barbesitzerin und Geschäftsfrau, allerdings nur mit sehr mäßigem Erfolg. Außerdem hat sie gerade eben erfahren, dass sie irgendwo da draußen eine Halbschwester hat. Blöderweise ist diese Halbschwester eine Tochter des Teufels. Das Buch der Toten prophezeit, dass diese Ausgeburt der Hölle eines Tages die Weltherrschaft übernehmen wird.

Betsy muss das Schlimmste verhindern und macht sich deshalb auf die Suche nach ihrer ominösen Halbschwester. Dass diese sich als absolut süß und lieb erweist, ist natürlich nicht gerade eine große Hilfe. Soll Betsy Laura, so heißt sie nämlich, einfach bitten, die Weltherrschaft doch netterweise nicht zu übernehmen? Langsam bemerkt Betsy außerdem, dass ihr Eric Sinclair doch nicht so egal ist, wie sie immer dachte…

Der dritte Band um die Vampirkönigin Betsy ist ein wenig schwächer als seine Vorgänger. Zwar sorgt die untote Tussi immer wieder für Überraschungen, aber in diesem Band wird lediglich die Geschichte um Sinclair etwas vorangetrieben. Der Handlungsstrang mit ihrer Schwester Laura findet ein zu abruptes Ende. Wahrscheinlich wird sie in den Nachfolgebänden noch öfters auftauchen oder sogar eine größere Rolle spielen, wenn nicht, wäre das wirklich sehr schwach. Man hat einfach den Eindruck, dass das Buch viel mehr Umfang gebraucht hätte, um alle Handlungsverläufe zufriedenstellend abzuschließen. So hat man irgendwie das Gefühl, ein Buch begonnen zu haben, aber nicht zu Ende gelesen zu haben.
Broschiert: 222 Seiten
Verlag: Egmont Lyx (15. Februar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581253
ISBN-13: 978-3802581250

Halbritters Tier- und Pflanzenwelt



Autor: Kurt Halbritter
Original: Halbritters Tier- und Pflanzenwelt (1975)
meine Bewertung: 4 von 5

Kurt Halbritter, seines Zeichens Satiriker und Karikaturist, hat in diesem Buch witzige Figuren aus der Tier- und Pflanzenwelt porträtiert und mit einer kurzen Erklärung versehen. Längst vergessene Wesen wie Finguine, Lampire und Fußpilze werden von ihm gebührend gewürdigt.

Wortspiele, geniale Karikaturen und lustige Erklärungen machen dieses Buch zu einem unverzichtbaren Lexikon imaginärer Tiere und Pflanzen, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, weil man sich einfach nett damit amüsieren kann.
Gebundene Ausgabe: 159 Seiten
Verlag: Carl Hanser (1975)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3446119906
ISBN-13: 978-3446119901

Samstag, 13. Dezember 2008

Das Wetter vor 15 Jahren



Autor: Wolf Haas
Original: Das Wetter vor 15 Jahren (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Vittorio Kowalski ist bei „Wetten dass…!?“ Wettkönig geworden, weil er das Wetter an jedem Tag der letzten 15 Jahre im Urlaubsort seiner Kindheit, dem österreichischen Alpendorf Farmach, auswendig hersagen konnte. Er hat jeden Tag die Frau Bachl angerufen, um das Wetter zu erfragen.

Die traurige Geschichte hinter dieser Wette erfährt der Leser erst nach und nach, denn es hatte schon seine Gründe, warum der Kowalski das Wetter der letzten 15 Jahre hersagen konnte und er ausgerechnet bei der Frage nach dem Wetter am ersten Tag der vergangenen 15 Jahre ins Stocken geriet. Damals spielte nämlich das Wetter eine entscheidende Rolle, als er nämlich mit seiner Ferienliebe Anni in ein Unwetter gerät und dabei in doppelter Hinsicht seine Unschuld verliert. Er hat sich in die Anni verliebt, sie aber seit jenem Tag vor 15 Jahren nicht mehr gesehen. Und jetzt war er eben bei „Wetten dass…!?“ im Fernsehen und ist sogar Wettkönig geworden.

Es verwundert ihn also nicht, dass er aus dem Urlaubsort seiner Kindheit eine Karte bekommt, obwohl diese eigentlich sein Freund Riemer abgeschickt hat, und macht sich auf den Weg in die Alpen. Er hofft darauf, die Anni zu sehen, in die er seit 15 Jahren verliebt ist. In Farmach jedoch überschlagen sich die Ereignisse, denn die Anni hat sich entschieden, den Lukki, Vittorios Peiniger aus der Kindheit, zu heiraten. Für Vittorio bricht eine Welt zusammen – und nicht nur die. Er gerät in eine höchst brenzlige Lage, aus der er sich nur mit roher Gewalt befreien kann. Doch kommt er noch rechtzeitig in die Kirche, um die Hochzeit von Anni und Lukki zu verhindern?


So betrachtet scheint der Inhalt des Buches nichts Besonderes zu sein – eine tragische Liebesgeschichte eben. Allerdings liegt der Clou in der Erzähltechnik Haas‘. Das Buch um die Liebesgeschichte gibt es nicht wirklich, sondern der Leser erfährt nach und nach durch ein Interview davon. Das eigentliche Buch ist nämlich als Interviewsituation zwischen einer deutschen Journalistin und dem österreichischen Autor verfasst und in diesem Interview geht es eben um das Buch des Autors über die Liebesgeschichte zwischen Anni und Vittorio, in der natürlich auch ein bis zwei Leichen vorkommen – sonst wäre es ja kein Haas.

Was auf den ersten Blick kompliziert erscheint, entpuppt sich beim Lesen als interessantes Experiment. Man liest zwar nur ein Interview über ein Buch, hat aber nach der Lektüre das Gefühl, nicht nur das Interview, sondern auch das Buch über die Anni gelesen zu haben. Mit Leichtigkeit findet man sich in den beiden Ebenen zurecht und kann zwischen ihnen umschalten, wie zwischen Fernsehkanälen.

Mit viel Humor und gespickt mit typisch österreichischen Ausdrücken erzählt der Interviewte über die Entstehung seines fiktiven Werkes und spielt mit den Unterschieden Österreich – Deutschland, was sich über das ganze Werk hinzieht, aber immer geprägt von einer sympathischen Zuneigung ist, was auch dadurch gut zur Geltung kommt, dass die deutsche Journalistin bemüht ist, Haas zu verstehen und umgekehrt.

„Das Wetter vor 15 Jahren“ ist ein Werk, dass sich gänzlich von den Brenner-Büchern, mit denen Wolf Haas seine größten Erfolge gefeiert hat, unterscheidet. Es besticht nicht so sehr durch die Geschichte, die zwar auch interessant ist, als vielmehr durch die Form. Der Leser kann sich nach der Lektüre die Anni-Vittorio Geschichte detektivähnlich zusammenpuzzeln und gleichzeitig erfährt man, was sich Autoren beim Schreiben denken könnten und nach welchen Motiven sie handeln könnten. Eine Erfahrung, auf die man sich einlassen sollte!
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Dtv (September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423136855
ISBN-13: 978-3423136853

Hunde, Hunde, Hunde



Fotograf: Araldo de Luca
Original: -
meine Bewertung: 3 von 5

In diesem Bildband hat Araldo De Luca Fotografien von Hunden auf rund 240 Seiten versammelt. Die Verarbeitung des Bildbandes ist hochwertig, es handelt sich um ein großformatiges, dickes und schweres Buch mit vielen Hochglanzfotos. Von daher also einwandfrei.

Was mich aber ein wenig daran stört (deshalb auch die Abzugspunkte) ist die Tatsache, dass die Auswahl der Hunde schwer nachvollziehbar ist. Auf rund 240 Fotografien sind es nur wenig unterschiedliche Hunde aus nur wenigen Rassen. Ausgewählt wurden weder Hunderassen mit markanten körperlichen Merkmalen, noch Rassen einer bestimmten FCI Gruppe oder einer bestimmten Farbe.

Leider sind es vor allem für mein Empfinden nicht so sehr ästhetische Hunde, beispielsweise Chow Chow, Dackel oder Boxer. Weiters sind es Studioaufnahmen mit schwarzem oder weißen Hintergrund, auf den Fotos sind ausschließlich Hunde. Wahrscheinlich hat jeder Hundebesitzer witzigere, ästhetischere, „schönere“ Fotos in seiner Sammlung als gestellte Studioaufnahmen.
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: WHITE STAR VERLAG, Vertrieb durch TRAVEL HOUSE MEDIA; Auflage: 1 (1. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3867260745
ISBN-13: 978-3867260749

Freitag, 12. Dezember 2008

Süß wie Blut und teuflisch gut



Autorin: Mary Janice Davidson
Original: Undead and Unemployed (2004)
meine Bewertung: 4 von 5

Betsy hat sich gerade erst an ihren neuen Status als untote Königin der Vampire abgefunden, den alten Diktator-Vampir Nostro getötet und den unheimlich gut aussehenden Sinclair offiziell zu ihrem Prinzgemahl gemacht, als schon wieder neue Probleme auf sie warten. Ihre steinreiche Freundin Jessica beschließt, ein riesiges Herrenhaus zu kaufen, da Königin Betsy angemessen wohnen sollte, also ist ein Umzug zu managen.

Außerdem ist es nicht einfach, sich in einem Haus mit 30 Schlafzimmern zurecht zu finden, selbst für Betsy mit ihren außergewöhnlichen Vampir-Sinnesorganen nicht. Ständig gehen Leute ein und aus, die Tochter einer Angestellten taucht immer wieder in Betsys Zimmer auf und auch sonst läuft ihr Leben einfach nicht normal. Um ein bisschen Regelmäßigkeit in ihr Leben zu bringen, nimmt die schuhsüchtige Betsy einen Job bei Macy’s an.

Die Flucht in ein halbwegs normales Leben ist allerdings nur von kurzer Dauer, denn schon gehen die Probleme in der Vampirwelt weiter. Irgendjemand hat sich scheinbar in den Kopf gesetzt, Vampire zu töten. Betsy muss ran und als Königin für Ordnung sorgen. Irgendwie stellt sie sich das aber leichter vor, als es ist. Es geht ziemlich heiß her – nicht nur im Kampf gegen die Vampirkiller, sondern auch zwischen Betsy und Sinclair, den sie immer noch nicht lieben will.

Bereits der erste Band der Reihe um die unfreiwillige Vampirkönigin mit dem Schuhtick und der rotzfrechen Ausdrucksweise hat mich begeistert. Die Idee, Vampire auch mal als Sympathieträger darzustellen und ihnen ein mehr oder weniger normales Leben zu geben, finde ich genial. Seltsam ist allerdings, dass einige Dinge nicht ganz konsequent durchgezogen werden. So bekommt Betsy an einigen Stellen Kopfschmerzen, auf anderen Seiten wiederum ist sie froh, tot zu sein, weil ihr damit Kopfschmerzen und Schmerzen generell erspart bleiben. Andererseits erlebt sie phänomenale Orgasmen.

Darüber kann man jedoch hinweg sehen, sind die Charaktere doch einfach plastisch und sehr sympathisch gezeichnet, die Situationen, in die sich Betsy immer wieder manövriert witzig und die Reihe bisher empfehlenswert und mit vielen Überraschungen gespickt. Es sind eher Frauenbücher, was vor allem dadurch deutlich wird, dass Betsy einen beinahe nervtötenden Schuhtick hat.
Broschiert: 253 Seiten
Verlag: Egmont Lyx (15. November 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3802581245
ISBN-13: 978-3802581243

Montag, 8. Dezember 2008

Meg Finn und die Liste der vier Wünsche



Autor: Eoin Colfer
Original: The Wishlist (2000)
meine Bewertung: 5 von 5

Meg Finn ist erst vierzehn, aber bereits Waise, mit einem idiotischen Stiefvater geschlagen und außerdem eine Kleinkriminelle. Schon in diesem zarten Alter hat sie mit der Welt abgerechnet und sich mit der Tatsache abgefunden, dass das Leben nunmal nicht fair ist und sich kein Mensch um sie schert. Eines Tages macht sie sich mit ihrem Kumpel Belch und dessen Köter Raptor an einen Einbruch bei einem armen, alten Rentner. Viel zu holen gibt es nicht, außerdem erweist sich der Rentner als ein wenig schwach auf der Brust. Meg stellt sich schützend vor den Mann, will Belch daran hindern, ihm etwas anzutun und flieht schließlich, um die Polizei zu alarmieren.

Natürlich kann Belch das nicht zulassen, also folgt er Meg und stellt sie. Meg steht mit dem Rücken zur Wand und kann nicht fliehen, als Belch, der nicht gerade helle ist, einen Schuss mit einer Schrotflinte abgibt. Woran er nicht gedacht hat: Das Mädchen steht mit dem Rücken zu einem Gastank, der auf den Schuss reagiert, wie er den physikalischen Gesetzen nach reagieren muss. Der Gastank fliegt in die Luft und reißt Meg Finn, Belch und Raptor in den Tod.

Doch weil Meg gestorben ist, weil sie einem anderen das Leben retten wollte, also als direkte Folge einer guten Tat. Ihre Plus- und Minusliste ist deshalb ausgeglichen und Petrus und Beelzebub können sich nicht entscheiden, ob sie nun in den Himmel oder die Hölle kommen soll. Sie schicken Meg deshalb als Geist zurück auf die Erde, wo sie nun entweder Gutpunkte oder eben Schlechtpunkte sammeln soll.

Meg will natürlich in den Himmel und kehrt deshalb zurück zu dem alten Lowrie, den Rentner, den sie und Belch überfallen wollten. Sie beschließt, ihm zu helfen, sein Leben, dessen verbleibende Tage auch gezählt sind, auf die Reihe zu bringen. Lowrie freut sich irgendwie, er hat eine Liste mit vier Wünschen, die er sich mit Hilfe Megs erfüllen möchte, bevor er in die ewigen Jagdgründe eingeht.

Doch der Satan hätte die kleine Meg Finn lieber bei sich in der Hölle. Er hetzt ihr also Belch, der eindeutig in die Hölle gehört, auf die Fersen, um sie daran zu hindern, Gutes zu tun. Werden Meg und Lowrie es schaffen, die Liste abzuarbeiten, bevor ihrer beider Zeit abgelaufen ist? Und was noch wichtiger ist: Wie weit werden sie kommen, bevor ihnen das, was nach der Explosion von Belch übrig geblieben ist, einen Strich durch die Rechnung machen kann?

Eoin Colfer hat mit „Meg Finn und die Liste der vier Wünsche“ ein fantastisches Kinderbuch geschrieben, das ohne Probleme aber allen Lesern, auch den etwas älteren, Spaß machen wird. Es ist ein Buch mit einem Bad Beginning am Anfang, von dem man hofft, dass es mit einem Happy Ending aufhört, einfach weil man Meg Finn, obwohl sie eine Diebin und Kleinkriminelle ist, ins Herz schließt, ebenso wie den sympathischen Lowrie. Es ist eines der seltenen Exemplare von Büchern, bei denen ich laut auflachen musste, selbst in einem gut gefüllten Bahnabteil und gegen Ende nicht so recht wusste, ob ich nun lachen oder heulen soll. Man möchte einfach nicht, dass die Geschichte endet, die Charaktere sind nämlich bis zum Ende hin nicht nur selbst Freunde geworden, sondern auch die Freunde des Lesers. Absolute Empfehlung!
Broschiert: 239 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604730
ISBN-13: 978-3548604732

Sonntag, 7. Dezember 2008

Der Tod hat 24 Türchen



Herausgeber: Jan Seghers
Original: Der Tod hat 24 Türchen (2008)
meine Bewertung: 3 von 5

Jan Seghers hat einen mörderischen Adventskalender herausgegeben: in 24 grausamen, makaberen und unheimlichen Geschichten wird die Wartezeit auf das Fest der Feste verkürzt. Beiträge stammen unter anderem auch von Gisa Klönne, Sandra Lüppkes, Stefan Slupetzky, Oliver Bottini, Ruth Berger, Jan Costin Wagner und Elisabeth Herrmann.

Seghers ist es gelungen, eine vortreffliche Auswahl zusammenzustellen, die spannend ist und bei der es einem einfach schwer fällt, jeden Tag nur ein Kapitel zu lesen (weshalb ich das ganze Buch beinahe ohne Unterbrechung gelesen habe). Besonders hervorzuheben ist auch die ziemlich hohe Beteiligung von österreichischen Geschichten, die sich hervorragend in das Gesamtbild einfügen. Eine wahre Empfehlung für die Wartezeit auf das Fest.
Taschenbuch: 298 Seiten
Verlag: Rowohlt TB-V. Rnb. (1. November 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499248646
ISBN-13: 978-3499248641

The Tales of Beedle the Bard



Autorin: Joanne K. Rowling
Original: The Tales of Beedle the Bard (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

Was für die Kinder normaler Menschen die Märchen der Gebrüder Grimm sind, sind für die Kinder der Zaubererwelt die Geschichten von Beedle dem Barden. Das Büchlein enthält die Geschichten „The Wizard and the Hopping Pot“, „The Fountain of Fair Fortune“, „The Warlock’s Hairy Heart“, „Babbitty Rabbitty and her cackling Stump“ und „The Tale oft he Three Brothers“. Alle Geschichten sind so, wie man es auch aus den Märchen der nichtmagischen Welt kennt: Sie transportieren eine ziemlich eindeutige Meinung von Gut und Böse und sollen den Kindern, für die sie gedacht sind, Orientierung in ihrer Welt bieten. Und genauso ist es in der magischen Welt.

Die kleinen Zaubererkinder lernen mit den Geschichten, welche Macht Zauberer ausüben können, aber auch, welche Gefahren mit ihrer Gabe verbunden sind. Wie es Märchen so an sich haben, sind sie eher unheimlich und sogar ein wenig grausam. Im vorliegenden Fall sind die Geschichten eher kurz, doch jede Geschichte wird von einem Kommentar von Albus Dumbledore ergänzt, übersetzt wurden die Geschichten angeblich von Hermine Granger.

Das lange Warten auf ein so dünnes Büchlein aus der Feder von Joanne K. Rowling hat sich gelohnt. Zwar wird man ein wenig wehmütig, wenn man an das Ende von Band 7 der Harry Potter Reihe denkt und dann die Kommentare von Albus Dumbledore liest, doch man findet sich sofort wieder in der magischen Welt zurecht. Die Märchen könnten ebenso Märchen aus unserer Welt sein und könnten von der Machart her tatsächlich sehr, sehr alt sein.

Man nimmt Rowling einfach ab, dass es sich um althergebrachte Legenden handelt und findet sich schnell wieder in der Zaubererwelt zurecht. Einfach empfehlenswert, die Geschichten sind wunderschön und zauberhaft. Dumbledores Kommentare empfand ich als mit einem Augenzwinkern vorgebracht und durchaus erheiternd. Es tut einen direkt Leid, dass das Buch so dünn ist, fast wünscht man sich, einen dicken Schmöker vor sich zu haben.
Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
Verlag: Carlsen; Auflage: 1 (4. Dezember 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551599998
ISBN-13: 978-3551599995

Freitag, 5. Dezember 2008

Katze, Kind und Katastrophen



Autor: Kinky Friedman
Original: Meanwhile back at the Ranch (2002)
meine Bewertung: 3 von 5

Als eines Tages im New Yorker Loft des Kinksters die beiden roten Telefone gleichzeitig zu läuten beginnen, kostet das der Katze nur ein müdes Grinsen. Der Kinkster allerdings weiß, dass was Schreckliches passiert sein muss. Wer würde ihn sonst anrufen? Und tatsächlich hat er einen neuen Fall an der Backe. Ein kleiner autistischer Junge, der nicht viel mehr als „shnay“ sagen kann, ist verschwunden.

Die Polizei hat bisher nicht wirklich etwas erreichen können, also wendet sich selbst Sergeant Fox hilfesuchend an ihn. Kinky und McGovern, sein Freund von den Village Irregulars, machen sich daran, die Familie zu interviewn. Kinkys jüdische Nase trügt ihn nicht: Irgendetwas ist mit der Familie gewaltig faul. Doch gerade als er nah dran ist, einen Geistesblitz zu haben, läuten die beiden Telefone wieder.

Dieses Mal ist es Cousine Nancy, die sich zuhause in Texas um Kinkys Rescue Ranch kümmert, wo über siebzig Hunde leben, die von Kinky und seinen Helfern aus den widrigsten Umständen gerettet wurden. Und ausgerechnet von dort ist eine Katze verschwunden. Cousine Nancy ist verzweifelt und bittet den Kinkstah, sofort zu kommen.

Der in New York lebende jüdische Texaner mit der dicken Zigarre, den Stiefeln aus Brontosaurusvorhaut und dem riesigen Hut hat ein unglaublich weiches Herz. Er macht sich auf den Weg nach Texas, wo er sich auf der Farm sofort wieder wohl fühlt. Während der nach der verschwundenen Katze sucht, hat er Zeit, sich über einiges klar zu werden.

Natürlich kommt es in New York nicht besonders gut an, dass sich der Detektiv, der beauftragt wurde, nach einem vermissten Kind zu suchen, abgesetzt hat, um in Texas nach einer verschwundenen Katze zu fahnden. Doch als sich Kinky wieder auf den Weg nach New York macht, weiß er schon mehr als vor seinem Abflug – und eins ist sicher: die, die am meisten heulen, haben vielleicht auch das meiste zu verbergen…

Wie immer kommen zahlreiche Kinky-Gemeinplätze in dem Buch vor, es hat Wortwitz und hin und wieder auch ruhige und melancholische Momente. Der Kinkstah zeigt Herz, das Buch scheint einmal mehr zahlreiche autobiografische Elemente zu enthalten. Schade ist, dass die Village Irregulars dieses Mal nicht wirklich eine Rolle spielen, sondern nur McGovern bei der Aufklärung des Falls behilflich ist.

Geniales Detail am Rande: "Judge Judy" wurde mit "Barbara Salesch" übersetzt - witziger Gedanke, allerdings ist Judge Judy auch hier ein Begriff.Die Geschichte ist nicht besonders spannend und hält auch weiters keine Überraschungen parat. Ein durchschnittlicher Friedman also, der zwar amüsiert, aber nicht herausragend ist.
Broschiert: 158 Seiten
Verlag: Bittermann (März 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3893201076
ISBN-13: 978-3893201075

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Rohfütterung für Hunde



Autorin: Silke Böhm
Original: Rohfütterung für Hunde (2006)
meine Bewertung: 5 von 5

Rohfütterung für Hunde trifft auf immer mehr aufgeschlossene Menschen, die diese Art der Fütterung als einzig natürliche empfinden und deshalb selbst zu Hackebeil, Pürrierstab und Fleischermesser greifen, um ihr Hundefutter selbst herzustellen. Viele hält einerseits die schiere Informationsflut, die man im Internet und gerüchteweise am Hundeplatz hört, und die ganz schön beängstigend sein kann.

Von irgendwelchen Kalzium-Phosphor Verhältnissen ist die Rede, von Bedarfsberechnung und Zeitaufwand. Davon, wieviel mal falsch machen kann, man hört Gerüchte über wildernde Hunde und Salmonellen, da lässt man lieber gleich die Finger davon und greift zur guten alten Dose, die ja „ausgewogen“ alle Nährstoffe enthält, die der Hund angeblich braucht, oder zum praktischen Sack Trockenfutter.

Silke Böhm hat ein übersichtliches Buch zur Einführung in die Rohfütterung geschrieben, das mit Gerüchten aufräumt und dieser Ernährungsweise für Hunde das Komplizierte nimmt. Natürlich rät auch sie nicht dazu, einfach drauflos alles in den Mixer zu schmeißen, was einem so unterkommt, aber sie macht auch deutlich, dass es nicht nötig ist, Ernährungswissenschaften studiert zu haben oder jeden Tag drei Stunden Zeit zur Verfügung zu haben, um seinen Hund artgerecht ernähren zu können.

Mit Listen und schönen Illustrationen bietet das Buch alles, was ein Einsteiger wissen muss. Ergänzende Informationen finden sich zu dieser Thematik im Internet dann ja zuhauf. Und wer einmal angefangen hat, seinen Hund roh zu füttern, und sieht, mit welch großer Begeisterung der eigene Hund darauf reagiert, wie sein Fell glänzt und er seine Futterschüssel immer blitzblank ausleckt, wird sowieso restlos begeistert sein.
Broschiert: 96 Seiten
Verlag: Cadmos; Auflage: 1 (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3861277425
ISBN-13: 978-3861277422

Zauberstreit in Caprona



Autorin: Diana Wynne Jones
Original: The Magicians of Caprona (2006)
meine Bewertung: 4 von 5

In Caprona gibt es zwei mächtige Zauberer-Häuser: die Petrocchis und die Montanas. Jeder Montana weiß, wie sehr die Petrocchis stinken und welch Halunken aus dieser Familie hervorgingen. Und jeder Petrocchi kennt die Geschichte um die Übeltaten der Montanas und deren Sippschaft. Und jeder, der nicht zu einer der beiden Familien gehört, weiß, wie falsch die Gerüchte der verfeindeten Zaubererhäuser übereinander sind. Warum sie jedoch verfeindet sind, weiß niemand mehr so genau.

Dann jedoch bedroht ein starker Zauberer Caprona, außerdem verschwinden sowohl Tonino Montana als auch Angelica Petrocchi. Natürlich hat jede Familie die jeweils andere in Verdacht, hinter der Entführung zu stecken. Nicht nur die Situation in Caprona wird immer bedrohlicher, sondern auch in den umliegenden Ländern bricht der Krieg aus.

Den beiden Zaubererhäusern wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als gemeinsam zu versuchen, die beiden entführten Kinder zurück zu bekommen, Italien vor dem drohenden Krieg zu retten und Caprona von dem unheimlichen Zauberer zu befreien. Doch die Erwachsenen sehen das ganz anders. Lediglich die Kinder sind auf dem richtigen Weg. Doch kommen sie noch rechtzeitig?

Diana Wynne Jones Buch ist eine Romeo und Julia – Geschichte für Kinder, für Erwachsene sehr vorhersehbar, für Kinder aber sicher spannend und unterhaltsam zu lesen. Es wird Toleranz und Moral vermittelt, jedoch nicht explizit und belehrend, sondern sozusagen nebenher. Die Atmosphäre des Buchs hat etwas sehr heimeliges und wer Gefallen an dem Buch gefunden hat, kann weitere Bücher aus der Chrestomanci-Serie von Diana Wynne Jones lesen.
Gebundene Ausgabe: 266 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (März 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866151306
ISBN-13: 978-3866151307

Haushaltsschnecken leben länger



Autorin: Christine Nöstlinger
Original: Haushaltsschnecken leben länger (1987)
meine Bewertung: 4 von 5

Hausfrauen kennen es: Schuldgefühle, Multitasking, Zwiegespräche mit der Waschmaschine und Bügeln als Wellnesserlebnis. Christine Nöstlinger hat ihre Kolumnen und Erlebnisse aus einem reichen Leben zwischen Brote-Schmieren und Windeln Wechseln gesammelt und in diesem sehr amüsanten Büchlein versammelt. Wieder ist zu beachten, wie alt das Buch schon ist (1987 erstmals herausgegeben). Man merkt, wieviel sich verändert hat – und was auch noch nach 20 Jahren Gültigkeit hat!
Broschiert: 153 Seiten
Verlag: Dtv (Mai 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3423252499
ISBN-13: 978-3423252492