Montag, 8. Dezember 2008

Meg Finn und die Liste der vier Wünsche



Autor: Eoin Colfer
Original: The Wishlist (2000)
meine Bewertung: 5 von 5

Meg Finn ist erst vierzehn, aber bereits Waise, mit einem idiotischen Stiefvater geschlagen und außerdem eine Kleinkriminelle. Schon in diesem zarten Alter hat sie mit der Welt abgerechnet und sich mit der Tatsache abgefunden, dass das Leben nunmal nicht fair ist und sich kein Mensch um sie schert. Eines Tages macht sie sich mit ihrem Kumpel Belch und dessen Köter Raptor an einen Einbruch bei einem armen, alten Rentner. Viel zu holen gibt es nicht, außerdem erweist sich der Rentner als ein wenig schwach auf der Brust. Meg stellt sich schützend vor den Mann, will Belch daran hindern, ihm etwas anzutun und flieht schließlich, um die Polizei zu alarmieren.

Natürlich kann Belch das nicht zulassen, also folgt er Meg und stellt sie. Meg steht mit dem Rücken zur Wand und kann nicht fliehen, als Belch, der nicht gerade helle ist, einen Schuss mit einer Schrotflinte abgibt. Woran er nicht gedacht hat: Das Mädchen steht mit dem Rücken zu einem Gastank, der auf den Schuss reagiert, wie er den physikalischen Gesetzen nach reagieren muss. Der Gastank fliegt in die Luft und reißt Meg Finn, Belch und Raptor in den Tod.

Doch weil Meg gestorben ist, weil sie einem anderen das Leben retten wollte, also als direkte Folge einer guten Tat. Ihre Plus- und Minusliste ist deshalb ausgeglichen und Petrus und Beelzebub können sich nicht entscheiden, ob sie nun in den Himmel oder die Hölle kommen soll. Sie schicken Meg deshalb als Geist zurück auf die Erde, wo sie nun entweder Gutpunkte oder eben Schlechtpunkte sammeln soll.

Meg will natürlich in den Himmel und kehrt deshalb zurück zu dem alten Lowrie, den Rentner, den sie und Belch überfallen wollten. Sie beschließt, ihm zu helfen, sein Leben, dessen verbleibende Tage auch gezählt sind, auf die Reihe zu bringen. Lowrie freut sich irgendwie, er hat eine Liste mit vier Wünschen, die er sich mit Hilfe Megs erfüllen möchte, bevor er in die ewigen Jagdgründe eingeht.

Doch der Satan hätte die kleine Meg Finn lieber bei sich in der Hölle. Er hetzt ihr also Belch, der eindeutig in die Hölle gehört, auf die Fersen, um sie daran zu hindern, Gutes zu tun. Werden Meg und Lowrie es schaffen, die Liste abzuarbeiten, bevor ihrer beider Zeit abgelaufen ist? Und was noch wichtiger ist: Wie weit werden sie kommen, bevor ihnen das, was nach der Explosion von Belch übrig geblieben ist, einen Strich durch die Rechnung machen kann?

Eoin Colfer hat mit „Meg Finn und die Liste der vier Wünsche“ ein fantastisches Kinderbuch geschrieben, das ohne Probleme aber allen Lesern, auch den etwas älteren, Spaß machen wird. Es ist ein Buch mit einem Bad Beginning am Anfang, von dem man hofft, dass es mit einem Happy Ending aufhört, einfach weil man Meg Finn, obwohl sie eine Diebin und Kleinkriminelle ist, ins Herz schließt, ebenso wie den sympathischen Lowrie. Es ist eines der seltenen Exemplare von Büchern, bei denen ich laut auflachen musste, selbst in einem gut gefüllten Bahnabteil und gegen Ende nicht so recht wusste, ob ich nun lachen oder heulen soll. Man möchte einfach nicht, dass die Geschichte endet, die Charaktere sind nämlich bis zum Ende hin nicht nur selbst Freunde geworden, sondern auch die Freunde des Lesers. Absolute Empfehlung!
Broschiert: 239 Seiten
Verlag: List Tb.; Auflage: 1 (Mai 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548604730
ISBN-13: 978-3548604732

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