Donnerstag, 5. Januar 2006

Konrad



Autor: Christine Nöstlinger
Original: Konrad (1975)
meine Bewertung: 5 von 5

Frau Berti Bartolotti lebt alleine in ihrer Wohnung. Sie ist sehr chaotisch und liebt es bunt. Nichts hasst sie mehr, als Konventionalität. Frau Bartolotti hat auch einen Tick: Sie bestellt oft irgendwelchen Kram, den sie gar nicht gebrauchen kann. So ist sie auch nicht verwundert, als ihr der Paketbote eines Tages in gut 20 kg schweres Paket bringt, in dem sich nichts anderes befindet als eine überdimensionale Blechdose.

Erstaunt ist sie dann aber schon, wenn sie die Büchse öffnet und ein kleines, runzeliges Männlein daraus hervorspringt. Sie muss eine beigelegte Nährlösung über den Kleinen gießen, dann wird aus dem Männlein ein siebejähriges Kind. Ein beigelegter Brief informiert sie, dass das Kind Konrad heißt und sieben Jahre alt ist. Die Frau Bartolotti beschließt, den kleinen Kerl zu behalten, auch wenn sie sich nicht mehr daran erinnern kann, ein Kind bestellt zu haben. Außerdem entpuppt sich Konrad als sehr artiges Kind, ganz zur Freude von Herrn Egon, dem Freund von Frau Bartolotti.

Konrad ist ein wirklich außergewöhnliches Kind. Er ist folgsam, artig, klug und zuvorkommend. Ein richtiger Musterknabe. Das ist es auch, was ihn in der Schule sehr unbeliebt macht. Er verhält sich so, wie es die Lehrer für angemessen halten, darum verpetzt er seine Mitschüler, lässt sie nicht abschreiben und ist in allem der Beste. Die einzige, die seine Freundin wird, ist Kitt Rusika, die in der Wohnung unter Frau Bartolotti wohnt.

Gerade als sich alle an die Situation gewöhnt haben, bekommt Frau Bartolotti einen Brief, der sie darüber informiert, dass ihr Konrad versehentlich zugestellt wurde und er demnächst wieder abgeholt würde. So nicht mit Kitti, Konrad, Frau Bartolotti und dem Herrn Egon. Die vier hecken einen genialen Plan aus...

Christine Nöstlinger ist wohl die mit am meisten Humor gesegnete österreichische Schriftstellerin. Sie erzählt auf spannende Art und Weise eine Geschichte, die Kinder amüsiert und in der Erwachsene unschwer eine Menge Gesellschaftskritik entdecken können. Sehr empfehlenswert!
Gebundene Ausgabe: 141 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek (September 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3866151055
ISBN-13: 978-3866151055

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