Dienstag, 6. Juni 2006

Der dritte Mann



Autor: Graham Greene
Original: Der dritte Mann (1950)
meine Bewertung: 2 von 5


Der Brite Rollo Martins wird von seinem Freund Harry Lime in das besetzte Wien der Nachkriegszeit gerufen. Martins folgt diesem Ruf, nur um dann als er in Wien angekommen ist, feststellen zu müssen, dass sein Freund Harry Lime in der Zwischenzeit gestorben ist.
Man berichtet ihm, er sei auf die Straße vor seiner Wohnung getreten, als er auf der anderen Seite einen guten Freund entdeckt habe. Er habe dabei nicht nach links oder rechts geblickt und sei von einem Auto erfasst worden. Zwei Männer hätten ihn dann ins Haus getragen und der Arzt, den man gerufen hatte, hätte nur noch den Tod Harrys feststellen können.
Martins, der unter dem Pseudonym Buck Dexter billige Westernromane schreibt, hört sich ein wenig um. Er glaubt einfach nicht daran, dass ein Mensch wie Harry so unvorsichtig auf die Straße tritt und dann das Opfer eines Verkehrsunfalls wird. Martins hört sich um. Er spricht mit vielen Menschen, schließlich auch mit der Polizei. Er erfährt, dass sein Freund Lime in Schiebergeschäfte größerer Ordnung eingestiegen sei.
Außerdem erzählt der ehemalige Nachbar von Harry, dass er den Unfall beobachtet habe. Seinen Angaben nach war noch ein dritter Mann in die ganze Sache verwickelt, den er aber von seinem Standpunkt aus nicht erkennen konnte. Martins macht sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Dritten Mann, doch Koch muss für sein Wissen mit dem Leben bezahlen. Martins ist immer mehr davon überzeugt, dass sein Freund Harry Lime einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, doch was er schließlich entdeckt und wie die Geschichte endet, ist tragischer, als er es angenommen hatte...
Teilweise hat Greene eine spannende Kriminalgeschichte verfasst, die die Spannung über kurze Strecken auch wirklich aufrecht erhalten kann. Leider ist das Buch etwas schwach, insgesamt betrachtet. Die Figuren sind alle ziemlich flach, auch die Stimmung des zerstörten Wiens kommt nicht wirklich zur Geltung. Wie Greene selbst im Vorwort schreibt, ist der Film weit besser, als das Buch, auf dem es beruht. Die Geschichte wurde nämlich von Anfang an als Film konzipiert, und das merkt man beim Lesen. Hier zahlt es sich wirklich aus, sich den Film zu besorgen!


  • Gebundene Ausgabe: 122 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (2. Oktober 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793305
  • ISBN-13: 978-3937793306
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