Donnerstag, 15. Juni 2006

Suche impotenten Mann fürs Leben




Autorin: Gaby Hauptmann
Original: Suche impotenten Mann fürs Leben (1995)
meine Bewertung: 2 von 5

Carmen Legg ist genervt. Genervt von ihrem Freund Peter, der ihr ständig auf die Pelle rückt und sich anscheinend von seinem Penis steuern lässt. Carmen kennt diese Sorte Mann nur zu gut, denn ständig geht es ihr mit den Männern so - wahrscheinlich, weil sie unglaublich hübsch ist. Peter hat das Fass nun aber zum Überlaufen gebracht, deshalb schmeißt ihn Carmen raus.
Alleine bleiben möchte sie allerdings auch nicht, deshalb überlegt sie, wie ihr Traummann sein müsste. Impotent - das ist es! Kurzerhand gibt Carmen also in der Lokalzeitung eine Anzeige auf, in der sie einen impotenten Mann sucht. Sie verspricht sich davon, Männer kennen zu lernen, die nicht bloß Sex von ihr wollen, sondern die sie als ernsthafte Partnerin sehen. Viele Männer melden sich auf ihre Anzeige, und schon beginnt die Auswahl. Sie tut sich mit ihrer älteren Nachbarin Elvira und ihrer Freundin Laura zusammen, um den richtigen Mann für sie zu finden.
Carmen muss erst viele Männer treffen, bevor sie endlich den findet, der wirklich perfekt zu ihr passt. Doch plötzlich wird das Auswahlkriterium für ihre Kandidaten zum Problem für sie. Als Carmen nämlich auf David trifft, der sie durch seine Berührungen und Liebkosungen ständig auf den Gipfel treibt, sich selbst aber immer zurückzieht, wenn Carmen ihm näher kommt, möchte sie nichts anderes, als mit David zu schlafen. Sie geht zu einer Kräuterhexe und einer Psychotherapeutin, um das Problem zu lösen.
Nebenbei tut sich auch noch einiges anderes: Laura ist schwanger, hat aber keinen Mann zum Kind. Deshalb angelt sie sich kurzerhand einen von Carmens verschmähten Kandidaten und Elvira trifft auf das Kind eines befreundeten Paares, dass schon vor 50 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam.
Das Buch ist eines, das nicht besonders viel Spuren hinterlässt, wenn man mal damit durch ist. Es ist zwar kurzweilig geschrieben, aber alles andere als ein Brüller. Sogar Menschen mit geringer Leseerfahrung werden schon ziemlich bald ahnen, wie die Geschichte ausgehen könnte. Witzig ist es bestimmt nicht, humorvoll eventuell. Hauptmann hätte mehr Esprit in das Buch bringen können, hätte sie auch die Figur des David zu einer Hauptfigur gemacht - also auch über seine Gedanken, Gefühle und vor allem "Aktionen" im Zusammenhang mit seiner Impotenz geschrieben.
Was mich persönlich wirklich sehr gestört hat, waren die vielen verschiedenen Handlungsstränge, die es nicht möglich machten, wirklich eine Art einheitlichen Spannungsbogen aufzubauen und die Tatsache, dass das Buch im Präsens geschrieben ist. Natürlich kann und möchte ich keinem Autor sagen, wie er seine Bücher schreiben soll, allerdings bin ich ein versierter Leser und kann somit klar sagen, was mich beim Lesen stört.
Das eine ist der Tempus, das andere die oft unglückliche Wahl von Bezeichnungen. Irgendwie stört es schon, dass das Werk mit einer Beschreibung der Beine der Hauptperson beginnt - die dann (un)passender Weise auch noch "Legg" heißt...




  • Taschenbuch: 314 Seiten
  • Verlag: Piper; Auflage: 4., Aufl. (Oktober 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492262198
  • ISBN-13: 978-3492262194

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