Sonntag, 4. November 2007

Meine bösesten Gruselstunden



Hrsg: Alfred Hitchock
Original: Tales to send Chills down your Spine (1979)
meine Bewertung: 1 von 5

In diesem Buch hat Alfred Hitchcock angeblich „Tales that send chills down your spine“ gesammelt – leider ist ihm das in keiner Art und Weise geglückt. Einige der Geschichten sind zwar spannend und steuern auch auf einen Höhepunkt hin, doch leider kommt spätestens am Ende jeder Geschichte der tiefe Fall. Von Grusel weit und breit keine Spur. Doch zum Inhalt:

Ein Mann läuft davon – Bill Pronzini
In einem Lokal in der Wüste tauchen zwei Männer auf, die die beiden Mitarbeiter des Lokals und den einzigen Gast als Geiseln nehmen. Sie warten auf einen anderen, den sie erschießen wollen, sobald er das Lokal betritt. Zum Glück entdeckt der als Geisel genommene Gast den Revolver des Wirts.

Alter spanischer Wein – Borden Deal
Der 60-jährige Richter wurde vor kurzem nach zehn Jahren Ehe von seiner (viel jüngeren) Frau verlassen. Sie kehrt ein letzes Mal heim, um ihre Sachen zu holen. Mitgebracht hat sie ihren (noch viel jüngeren) Liebhaber. Während die Frau im Obergeschoß ihre Sachen packt, trinken der Richter und der Liebhaber die Flasche Wein, die eigentlich für die Silberhochzeit reserviert gewesen wäre. Der Wein ist ausgezeichnet, doch der Richter hat seine .38er griffbereit…

Der Voyeur – Henry Slesar
Ausgerechnet in der Nobelabteilung des Kaufhauses häufen sich in letzter Zeit die Ladendiebstähle. Der Geschäftsführer lässt also in allen Kabinen Einwegspiegel montieren und beauftragt den Kaufhausdetektiv, den Damen beim Umziehen zuzusehen und so die Diebin zu entlarven. Es dauert auch nicht lang, bis er sie entdeckt, doch leider verliebt er sich in sie…

Mörderisches Zwischenspiel – Paul Tabori
Weil seine Maschine Verspätung hat, treibt sich Venture am Flughafen herum. Zufällig stößt er auf eine Art Pressekonferenz mit Buffett und Sekt. Er gesellt sich zu den Gästen, von denen er einige sogar kennt. Eigentlich wäre es ja ein ganz netter Empfang, blöd nur, dass der Hauptredner ausgerechnet in seiner Rede tot zusammen bricht. Venture untersucht die Leiche und hat schon bald einen Verdacht.

Die gläserne Brücke – Robert Arthur
Seit die junge Frau das Haus von Hillyer betreten hat, ist sie spurlos verschwunden. Das Haus liegt auf einer Anhöhe, es ist Winter. Es gibt Zeugen, die Marianne Montrose gesehen haben, als sie eintrat, aber niemand hat sie zurück kommen sehen. Die Spuren im Schnee führen zum Haus, es gibt keine Spuren, die wieder zurück führen. Alle Ermittlungen der Polizei bleiben ergebnislos. Erst viel später kommen einige Freunde auf die Spur des Mörders.

Flucht ohne Ausweg – Evans Harrington
Zwei Häftlinge beschließen, aus dem Gefängnis auszubrechen. Der junge Dunham, der im Affekt den Vater seiner Geliebten totgeschlagen hat, ist eigentlich nicht besonders begeistert, da er zwar Boxer ist, allerdings Gewalt, die zu weit geht, strikt ablehnt. Er ist also entsetzt, als sein Mithäftling während ihres Ausbruchs eine Spur aus Gewalt und Blut hinterlässt. Die beiden entführen den Aufseher in seinem Wagen und versuchen, damit zu fliehen. Als Mann, Dunhams Mitausbrecher, plötzlich fast durchdreht und auch auf Dunham losgeht, erhält dieser Hilfe von ungeahnter Seite.

Junger Mann in fremdem Haus – Donald Martin
Die ältliche Dame erwischt einen Postdieb auf frischer Tat. Als der junge Mann erschrocken fliehen will, stolpert er und verletzt sich am Knöchel. Die Dame nimmt ihn erstmal mit in ihre Wohnung, wo sie ihm heißes Wasser gibt. Der junge Mann überredet sie, ihn laufen zu lassen. Die Dame steigt darauf ein. Als sie kurz das Zimmer verlässt, nutzt der Dieb die Chance und steckt einige Schmuckstücke ein. Er flieht hinkend und läuft schon kurz darauf der Polizei in die Hände. Diese findet den Schmuck, der vor längerer Zeit aus einem ziemlich betuchten Haus verschwunden waren – in dem der junge Mann noch nie in seinem Leben war.

Verbrechen ist erblich – Glenn Andrews
Die junge Ann Griffith leidet sehr unter ihrem Vater. Dieser war in einen Mordprozess verwickelt, als sie gerade acht Jahre alt war. Der Fall hatte damals bundesweit Schlagzeilen gemacht. Ann floh zu ihren entfernt lebenden Verwandten. Als sie nun aufs College kommt, lebt sie immer noch in ständiger Angst. Sie möchte auf keinen Fall, dass jemand von ihrem Vater erfährt. Außerdem hat sie sich mit der Vererbungslehre beschäftigt und ist sich sicher, dass auch sie eines Tages einen Mord begehen wird.

Gangsterurlaub – Jean Garris
Diese wirklich spannende und gute Geschichte erzählt vom perfekten Mord. Der Mörder hat einen tollen Plan ausgeheckt, der auch aufgeht. Das Opfer ist ein Gangsterboss, dem die Justiz nichts anhaben konnte und die Welt ist zweifellos ohne ihn besser dran. Das wohl einzige Highlight in dieser Geschichtensammlung.


  • Broschiert
  • Verlag: Scherz, Mchn. (1983)
  • ISBN-10: 350250900X
  • ISBN-13: 978-3502509004
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