Das fliegende Klassenzimmer
Autor: Erich Kästner
Original: Das fliegende Klassenzimmer (1933)
meine Bewertung: 5 von 5
Im Prinzip werden in diesem Weihnachtsroman drei Geschichten in der Geschichte erzählt. Zuerst einmal tritt der Autor Kästner im Vorwort und im Nachwort des Buches in Erscheinung. Im Vorwort erzählt er von der Entstehungsgeschichte des Buches, die im Sommer spielt. Von seiner Unterkunft, der Kuh, die ihn jeden Abend von der Weide abholt, auf der er mit einem grünen Bleistift seine Geschichte aufschreibt.
Die Geschichte, die er aufschreibt, handelt von fünf Jungen in einem Internat. Die Charaktere könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Zum einen ist da Martin Thaler, der Klassenprimus. Er ist fair und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Die diesjährigen Weihnachtsferien muss er im Internat verbringen, weil seine Eltern arm sind und nicht genug Geld für die Fahrkarte haben. Jonathan Trotz ist Waise und sehr verschwiegen. Auch er verbringt Weihnachten im Internat. Matthias Selbmann möchte einmal Boxer werden. Er ist stark und liebenswertig, setzt sich auch für Schwächere ein, beispielsweise für den kleinen Ulrich von Simmern. Dieser ist alles andere als mutig. Der letzte in der Runde ist Sebastian Frank, der Weihnachten gegenüber sehr skeptisch ist.
Die Geschichte teilt sich in verschiedene Handlungsstränge auf, es gibt keinen Hauptstrang.Traditionellerweise sind die Internatsschüler mit den Realschülern der Stadt verkracht, warum, das weiß eigentlich niemand mehr so genau. Sicher ist jedenfalls, dass der Streit schon lange währt und es eigentlich schon immer so gewesen ist. Eines Tages klauen die Realschüler die Diktathefte der Internatsschüler. Diese wissen nicht, was sie nun tun sollen, also gehen sie zum Nichtraucher. Der Nichtraucher ist ein Erwachsener, der in einem alten Eisenbahnabteil in der Nähe der Schule wohnt und ein guter Freund der Internatsschüler ist. Der Nichtraucher rät ihnen zu einer Schneeballschlacht, die natürlich auch prompt angezettelt und von den Internatsschülern gewonnen wird. Dies ist wohl die bekannteste Szene aus dem Buch, nämlich weil man sich an sie durch die diversen Filme so gut erinnern kann.
Weiter Handlungsstränge erzählen von der Wiederzusammenführung von ihrem geschätzten Klassenlehrer Dr. Bökh mit dessen Studienfreund, dem Nichtraucher, von der Probe und der Aufführung des Theaterstücks „Das fliegende Klassenzimmer“ und wie Martin Thaler doch noch über die Weihnachtsfeiertage nach Hause fahren kann und davon, wie sich der kleine Ulrich von Simmern doch noch Respekt verschafft. Liest man „Das fliegende Klassenzimmer“ als Kinderbuch, so ist es vor allem eines: lustig und spannend erzählt, eine Jungensgeschichte aus vergangenen Zeiten. Liest man es jedoch als Erwachsener, der ein wenig um die Geschichte Erich Kästners Bescheid weiß, wird einem erst klar, wieso das Buch im Nationalsozialismus indiziert wurde. Kästner äußert mehr als nur subtile Regimekritik mit diesem Werk. Zum einen ist da diese Feindschaft, die in einem Krieg gipfelt, von der niemand mehr weiß, wie sie zustande gekommen ist, weil es halt „schon immer so“ war. Außerdem müssen die Internatsschüler den Satz „an jedem Unfug, der passiert, sind nicht nur die Schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern“ schreiben. Deutlicher geht’s kaum. Neben Mut, Zivilcourage und Familie werden Werte wie Freundschaft und Ehrlichkeit groß geschrieben.
„Das fliegende Klassenzimmer“ ist eine großartige Geschichte für Kinder und mittlerweile auch zum Klassiker avanciert. Für Erwachsene ist es sehr interessant, sie auf eben genannte Aspekte zu lesen. Uneingeschränkt empfehlenswert.
Gebundene Ausgabe: 173 Seiten
Verlag: Dressler Verlag; Auflage: 162., Aufl. (2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3791530151
Die Geschichte, die er aufschreibt, handelt von fünf Jungen in einem Internat. Die Charaktere könnten unterschiedlicher gar nicht sein. Zum einen ist da Martin Thaler, der Klassenprimus. Er ist fair und hat einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Die diesjährigen Weihnachtsferien muss er im Internat verbringen, weil seine Eltern arm sind und nicht genug Geld für die Fahrkarte haben. Jonathan Trotz ist Waise und sehr verschwiegen. Auch er verbringt Weihnachten im Internat. Matthias Selbmann möchte einmal Boxer werden. Er ist stark und liebenswertig, setzt sich auch für Schwächere ein, beispielsweise für den kleinen Ulrich von Simmern. Dieser ist alles andere als mutig. Der letzte in der Runde ist Sebastian Frank, der Weihnachten gegenüber sehr skeptisch ist.
Die Geschichte teilt sich in verschiedene Handlungsstränge auf, es gibt keinen Hauptstrang.Traditionellerweise sind die Internatsschüler mit den Realschülern der Stadt verkracht, warum, das weiß eigentlich niemand mehr so genau. Sicher ist jedenfalls, dass der Streit schon lange währt und es eigentlich schon immer so gewesen ist. Eines Tages klauen die Realschüler die Diktathefte der Internatsschüler. Diese wissen nicht, was sie nun tun sollen, also gehen sie zum Nichtraucher. Der Nichtraucher ist ein Erwachsener, der in einem alten Eisenbahnabteil in der Nähe der Schule wohnt und ein guter Freund der Internatsschüler ist. Der Nichtraucher rät ihnen zu einer Schneeballschlacht, die natürlich auch prompt angezettelt und von den Internatsschülern gewonnen wird. Dies ist wohl die bekannteste Szene aus dem Buch, nämlich weil man sich an sie durch die diversen Filme so gut erinnern kann.
Weiter Handlungsstränge erzählen von der Wiederzusammenführung von ihrem geschätzten Klassenlehrer Dr. Bökh mit dessen Studienfreund, dem Nichtraucher, von der Probe und der Aufführung des Theaterstücks „Das fliegende Klassenzimmer“ und wie Martin Thaler doch noch über die Weihnachtsfeiertage nach Hause fahren kann und davon, wie sich der kleine Ulrich von Simmern doch noch Respekt verschafft. Liest man „Das fliegende Klassenzimmer“ als Kinderbuch, so ist es vor allem eines: lustig und spannend erzählt, eine Jungensgeschichte aus vergangenen Zeiten. Liest man es jedoch als Erwachsener, der ein wenig um die Geschichte Erich Kästners Bescheid weiß, wird einem erst klar, wieso das Buch im Nationalsozialismus indiziert wurde. Kästner äußert mehr als nur subtile Regimekritik mit diesem Werk. Zum einen ist da diese Feindschaft, die in einem Krieg gipfelt, von der niemand mehr weiß, wie sie zustande gekommen ist, weil es halt „schon immer so“ war. Außerdem müssen die Internatsschüler den Satz „an jedem Unfug, der passiert, sind nicht nur die Schuld, die ihn begehen, sondern auch die, die ihn nicht verhindern“ schreiben. Deutlicher geht’s kaum. Neben Mut, Zivilcourage und Familie werden Werte wie Freundschaft und Ehrlichkeit groß geschrieben.
„Das fliegende Klassenzimmer“ ist eine großartige Geschichte für Kinder und mittlerweile auch zum Klassiker avanciert. Für Erwachsene ist es sehr interessant, sie auf eben genannte Aspekte zu lesen. Uneingeschränkt empfehlenswert.
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