Sonntag, 9. Dezember 2007

Welpen richtig erziehen

Autor: Uli Köppel
Original: Welpen richtig erziehen (2005)
meine Bewertung: 0 von 5
Mittlerweile habe ich eine recht ansehnliche Sammlung an Welpenratgebern um mich gehortet, gelesen und auch versucht, die gegebenen Ratschläge in die Praxis umzusetzten. Natürlich ist ein Hund keine Maschine, für dessen Erziehung bzw „Programmierung“ es einen Plan gibt. Darin waren sich bisher auch alle Ratgeber einig – dieser allerdings nicht.

Konsequent werden die Werke anderer, international anerkannter, Hundeexperten kritisiert, herabgewürdigt und abgetan, die Verfasser anderer Bücher sowieso nur als „Hundeexperten“ oder selbsternannte „Hundeexperten“ bezeichnet – natürlich dürfen die Anführungszeichen dabei nicht fehlen. Dadurch gelingt dem Autor dieses Werkes allerdings nur eines: Eine komplette Abneigung gegen ihn beim Leser hervorzurufen.

Als Zwergpinscher-Besitzerin stößt mir natürlich auch auf, dass der Autor nicht gründlich genug recherchiert hat und gerade den Zwergpinscher als Beispiel dafür gewählt hat, welche Hunde keine ausdauernden Jogger bzw. Spazierengeher sind. Er gibt die Belastungsgrenze der kleinen Teufelskerlchen mit 5 km an – womit er – Zwergpinscherbesitzer und Kenner der Rasse werden das wissen – meilenweit daneben liegt. Soviel zu diesem kleinen Faux Pas, der ja an sich das Buch nicht so schlecht machen würde, wie es schließlich geworden ist.

Köppel ist Anhänger der Technik des Kehlkopfgriffes zur Unterwerfung bzw. Zurechtweisung. Es mag schon sein, dass Wölfe in der freien Wildbahn oder eben auch wild lebende Hunde, das so handhaben, die haben aber auch die richtigen Instinkte und Techniken dafür. Doch was sagt dem Menschen, wie er es richtig macht? Wenn man diesen Griff tatsächlich anwenden möchte, dann sollte man auf jeden Fall vorher mit einem erfahrenen Hundetrainer darüber sprechen und sich zeigen lassen, wie mans richtig macht. Auf keinen Fall jedoch sollte man solche Dinge aus einem Buch unkritisch übernehmen. Denn wie gesagt: Jeder Hund ist anders, für Welpen gibt es nun mal keine Gebrauchsanweisung.

Ein weiteres kleines Detail (aus vielen), das einem komisch vorkommen sollte: Köppel empfiehlt tatsächlich, alte Tennisbälle als Spielzeug zu verwenden. Natürlich sind sich nicht alle Hunderatgeber über alles einig – darüber aber schon: Tennisbälle sind kein geeignetes Spielzeug für Hunde. Der Filz aus Glasfaser zerstört die empfindlichen Welpenzähnchen und ist keineswegs zur Verdauung gedacht.

Zu guter letzt ist es noch der Ton, mit dem der Autor den Leser anspricht, der absoluten Widerwillen beim Lesen erzeugt. Er möchte locker und flapsig, irgendwie lustig sein. Ist er aber nicht. Er ist nur anbiedernd. Wie man es richtig macht, zeigen die Bücher von Katharina von der Leyen. Sie ist eine wirklich anerkannte Hundeexpertin und es macht einfach Spaß, ihre Bücher zu lesen. Sie macht dem Leser kein schlechtes Gewissen, nur weil er beschlossen hat, sein Leben mit einem Hund zu teilen. Von der Leyen gibt praktikable Ratschläge und man spürt ihre Liebe zu Hunden hinter jeder Zeile. Ich denke, es ist klar geworden, was ich sagen möchte: Es gibt weit, weit, weit, weit Besseres im Bereich der Hunderatgeber.

  • Taschenbuch: 95 Seiten
  • Verlag: Blv Buchverlag; Auflage: 1 (September 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3405168538
  • ISBN-13: 978-3405168537
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    Kommentare:

    1. argh schreibt am 09.12.2007 um 15:18 Uhr:kannst du vielleicht ein wirklich gutes welpenbuch empfehlen...irgendwann werde ich mir nämlich auch einen hund zulegen und möchte mich aber vorher schonmal eingehend informieren, was da so auf mich zu kommt - gerade im umgang mit welpen :-)

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    2. chil schreibt am 09.12.2007 um 16:37 Uhr:Hi argh,
      ich würde dir alles von Katharina von der Leyen empfehlen. Die Frau hat einen unvergleichlichen Humor und ist sehr kompetent. Sie schreibt auch in der "DOGS" (dieser Hundezeitschrift) öfters Artikel. Du findest die Rezensionen zu ihren Büchern auch auf meiner Seite: rechts bei "Autoren von A-Z" auf "V" klicken.

      Was möchtest du denn für einen Hund, wenn ich fragen darf? Ich habe seit ca. 2 Monaten mein Zwergpinscher Baby und bereue es keine Sekunde :-)

      Liebe Grüße,
      chil

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    3. argh schreibt am 09.12.2007 um 16:44 Uhr:erstmal vielen dank für deinen tipp - ich werde nacher gleich mal schauen!

      ich träume seit jahren von einem mops :-) leider habe ich in meiner studentenbude keinen platz und auch (noch) nicht das geld, mir einen kleinen welpen aus guter zucht leisten zu können...aber irgendwann *träum*

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