Freitag, 11. Januar 2008

Nur ein toter Mann ist ein guter Mann



Autorin: Gaby Hauptmann
Original: Nur ein toter Mann ist ein guter Mann (1996)
meine Bewertung: 1 von 5

Ursula Winkler ist knapp über 50 Jahre alt und eine graue Maus. Sie hat ihr Leben an der Seite ihres selbstsicheren und erfolgreichen Mannes gelebt, dessen Sarg sie nun hinterhersieht, wie er in der Erde verschwindet. Jetzt ist sie allein, ist Walter los. Doch anstatt zu trauern, hängt sich Ursula in die Arbeit.

Zuerst lässt sie das Wohnzimmer umgestalten, denn es ist nach Walters Geschmack eingerichtet, nicht nach ihrem. Da fällt ihr auf, dass das Klavier auch weg müsste, sie spielt sowieso nicht. Auch in der Firma, eigentlich ihrer gemeinsamen Firma, gilt es, die Geschäfte am Laufen zu halten. Doch irgendwie scheint alles daneben zu gehen. Plötzlich stornieren zwei Kunden ihre Aufträge, außerdem will Willy Waffel von der Konkurrenz-Firma ihre Firma übernehmen.

Auch privat tut sich bei Ursula einiges. Sie schafft reihenweise Männer aus dem Weg, die nicht annähernd so stark sind, wie ihr Mann es war – obwohl sie doch auch froh ist, dass der nicht mehr unter den Lebenden weilt. Im Verlauf der Geschichte kommt Ursula dann hinter das Geheimnis, wer ihrer Firma so zusetzt (der Leser weiß das wahrscheinlich schon nach den ersten 50 Seiten – aber egal) und erkennt auch, dass sie keine Freunde hat. Wies der Zufall so will, lernt sie dann Elisabeth und deren Tochter Jill kennen, Elisabeth erledigte einige Jobs für Walter. Es entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden Frauen und Ursula lernt viel über das Leben, sich selbst und die Geschäftspraktiken ihres Mannes.

Nachdem sie in alle Geheimnisse eingeweiht ist, holt sie zum Rückschlag und zur Rache aus, was für ihre Feinde verhängnisvoll wird. Außerdem entdeckt sie eine sympathische Seite an sich und lebt diese nun auch aus, so dass aus einer verbitterten Frau doch noch sowas wie ein normaler Mensch wird.

„Nur ein ungeschriebener Hauptmann ist ein guter Hauptmann“ könnte das abschließende Fazit lauten, dennoch möchte ich meine Bewertung noch etwas ausführen. Abgesehen davon, dass die Protagonistin nicht unbedingt sympathisch ist und scheinbar auch nicht besonders intelligent – schließlich hat sie sich bis zum Tod ihres Mannes von diesem Despoten unterdrücken lassen – ist die Geschichte sehr flach. Keine der Personen bekommt so richtig Farbe und wenn, dann ist es einfach nur klischeehaft. Einen Punkt gibt es dafür, dass das Buch immerhin einen überraschenden Schluss hat, den man amüsant finden könnte, über den man aber auf jeden Fall nachsinnieren wird. Auch im Bereich der sogenannten „Frauenliteratur“ gibt es Intelligentes, empfohlen sei eines der Werke von Lauren Weisberger.
Taschenbuch: 301 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 19., Aufl. (Juni 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492222463
ISBN-13: 978-3492222464

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