Freitag, 4. Januar 2008

Silentium



Autor: Wolf Haas
Original: Silentium (1999)
meine Bewertung: 5 von 5

Kommissar Simon Brenner hat es ins Salzburgerland verschlagen. Er wurde ins altehrwürdige Knabeninternat Marianum gerufen, weil aus selbigem der nächste Bischofskandidat hervorgegangen ist. Leider gibt es da einen ziemlich dunklen Fleck in der Vergangenheit des designierten Bischofs. Angeblich soll er früher einem seiner Schutzbefohlenen privaten Hygiene-Unterricht in den Duschräumen im Keller gegeben haben und sich dafür selbst auch ein wenig nackig gemacht. Brenner wird gerufen und soll diese Gerüchte ein für allemal aus der Welt schaffen.

Doch schon bald wird seine Aufmerksamkeit von etwas anderem beansprucht: Zwei der Marianums-Schüler finden beim Tischtennisspielen im Tischtennistisch die Leiche des Bischofskandidaten, fein säuberlich verpackt in 23 Plastiktaschen. Erst wird der Obdachlose verdächtigt, der sich in einer der Duschen in einem Raum gleich nach dem Tischtennistisch erhängt hat, doch als das Morden kein Ende hat und dem Brenner wieder seine berühmten Kopfschmerzen das Leben zur Hölle machen, kommt der ehemalige Polizist in die Gänge und stellt geschickt Nachforschungen an. Und auch sein Unterbewusstsein meldet sich wieder tatkräftig zu Wort, indem es ihn ein Lied pfeifen lässt, dass ihm den entscheidenden Hinweis geben könnte.

Durch und durch empfehlenswert sind alle Werke von Wolf Haas, dem wohl genialsten Krimi-Autor, den Österreich jemals hervorgebracht hat. In seiner lockeren Art lässt er den Erzähler dem Leser quasi unter vier Augen die neueste Geschichte vom Brenner hautnah miterleben. Mit einer unvergleichlichen Schreibweise, viel schwarzem Humor und einer durchdachten wie spannenden Geschichte entführt er die Leser in die historische Salzburger Innenstadt und in die Untiefen der menschlichen Seele. Unbedingt lesen!
Taschenbuch: 224 Seiten
Verlag: rororo; Auflage: 20 (1. August 2000)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499228300
ISBN-13: 978-3499228308

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