Dienstag, 20. Mai 2008

Der Fangschuss



Autorin: Marguerite Yourcenar
Original: Le Coup de Grâce (1939)
meine Bewertung: FLOP!

Erich von Lhomond, früherer Korpsführer, ist in Italien, um sich von seiner Verletzung aus dem Spanischen Bürgerkrieg zu erholen. Er erzählt dabei seine Erlebnisse in Kratovice, kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei schildert er die Ereignisse im Schloss von seinem Jugendfreund Konrad, in dem sich er und seine Weißgardisten einquartiert haben.

Im Schloss entsteht eine Art Dreiecksbeziehung. Mit Konrad verbindet Erich eine tiefe und innige Beziehung, die über Freundschaft fast schon hinaus geht. Außerdem ist da noch Konrads Schwester Sophie, die sich ihrerseits in Erich unsterblich verliebt hat. Sie macht den Fehler und gesteht Erich von Lhomond ihre Liebe. Doch der fühlt sich dadurch abgestoßen, dennoch auch wieder auf eine Art angezogen.

Aufgrund dieser Ablehnung stürzt sich die verzweifelt Verliebte in eine Unmenge rein körperlicher Beziehungen. Sie möchte dadurch Erich eifersüchtig machen, was ihr mit nur sehr mäßigem Erfolg gelingt. Erst als sie sich eines Tages aus dem Schloss aufmacht, Konrad bereits tot ist und sie Erich zum letzten Mal unter tragischen Umständen wiedersieht, regt sich Bewunderung in Erich. Doch Sophie hat sich mittlerweile dem feindlichen Lager angeschlossen, weshalb den Weißgardisten nichts anderes übrig bleibt, als sie zu erschießen. Als letzten Wunsch äußert Sophie jedoch, die tödliche Kugel von Erich zu bekommen.

Die Geschichte könnte so spannend sein, so tragisch und so wunderschön traurig. Doch in Wirklichkeit ist sie mehr als langweilig. Der Protagonist und Ich-Erzähler Erich ist ein selbstgefälliger, egoistischer und einfach nur kaltherziger Typ, der keine Minute lang sympathisch rüber kommt.

Das Buch hat nur lächerliche 96 Seiten und doch habe ich ewig gebraucht, um es zu lesen. Ständig bin ich dabei eingeschlafen. Man hätte ein wunderbares Buch aus dem Stoff, der angeblich auf einer wahren Begebenheit beruht, machen können und sich die 96 langweiligen Seiten sparen können. Genauso wie das Nachwort, das kein Mensch braucht, weil es nur eine schlechte Geschichte schlecht rechtfertigt.
Gebundene Ausgabe: 96 Seiten
Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (26. Juni 2004)
ISBN-10: 3937793119
ISBN-13: 978-3937793115

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