Donnerstag, 30. Oktober 2008

Das düstere Dorf



Autor: Lemony Snicket
Original: The Vile Village - A Serious of Unfortunate Events 7 (2000)
meine Bewertung: 3 von 5

Die drei Baudelaire-Waisen Violet, Klaus und Sunny sind nach einer Reihe betrüblicher Ereignisse wieder zurück bei ihrem Vormund Mr. Poe. Dieser ist schon wieder dabei, ihnen eine neue Bleibe zu suchen. Dieses Mal verschlägt es die drei Kinder in das düstere Dorf F.F. Sie sollen dort an einem Programm teilnehmen, das sich nach dem Grundsatz richtet, „Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“.

Die Kinder bekommen ihre Unterkunft bei dem ziemlich netten aber sehr schüchternen Gemeindearbeiter Hektor etwas außerhalb des Dorfes. Das Dorf und seine Einwohner sind seltsam genug. Das gesamte Dorf ist von Krähen bevölkert, die friedlich sind und in Ehren zu halten sind. Die Krähen halten sich vormittags in der Wohngegend auf, nachmittags im Stadtzentrum und abends fliegen sie in den Hinterhof von Hektor, um dort in einem Baum ihre Nachtruhe zu halten. Die Kinder und Hektor müssen sich nach dem Rhythmus der Vögel orientieren, denn sie haben alle Arbeiten des Dorfes zu verrichten.

Außerdem müssen sie darauf achten, alle seltsamen Regeln des Dorfes zu beachten, beispielsweise, dass keine mechanischen Apparate benutzt werden dürfen. Natürlich gestaltet sich so die Arbeit auch nicht gerade einfach. Violet, Klaus und Sunny sind erst froh, weil sie gedacht hatten, dem Geheimnis „F.F.“ schon nah zu sein, doch die Abkürzung entpuppt sich als Abkürzung für Dorf der Federvieh-Freunde. Erst sind die Kinder ein wenig enttäuscht, aber immerhin ist Graf Olaf, der ihnen Böses will, um an das Erbe der Kinder zu kommen, nicht in Sicht.

Natürlich dauert es aber nicht lange, bis er auftaucht. Außerdem finden die Kinder Terzette unter dem Vogel-Baum, die sie stark an ihre Freundin Isadora Quagmeier erinnern und die scheinbar eine Botschaft enthalten, wohin Graf Olaf sie und ihren Bruder – ebenfalls Waisen und Freunde der Baudelaires – verschleppt hat. Sie scheinen ganz in der Nähe zu sein.

Wieder einmal müssen die Kinder ihre Fähigkeiten nutzen, um Graf Olaf und seinen Kumpanen ein Schnippchen zu schlagne. Violet macht sich daran, etwas zu erfinden, Klaus liest in der geheimen Bibliothek Hektors und Sunny setzt ihre Zähnchen gekonnt ein. Gerade als sie kurz davor sind, das Geheimnis zu lüften, werden sie ins örtliche Gefängnis geworfen, um am nächsten Tag auf dem Scheiterhaufen geröstet zu werden. Werden die Kinder aus dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – brenzligen Situation entkommen können? Finden sie die Quagmeiers? Und werden sie Graf Olaf entkommen?

Das Buch ist anders als seine Vorgänger nicht ganz so seltsam. Zwar erklärt der Autor immer noch „schwierige“ Wörter nervtötend oft, allerdings jetzt nicht mehr im Sinne eines Wörterbuchs, sondern paraphrasiert auf die jeweilige Situation abgestimmt, was einem doch hin und wieder ein Lächeln auskommen lässt. Es ist ein wenig spannend und auch dieses Mal lässt er das Baby Sunny ein Wort sagen, das gar nicht so richtig aus der Babysprache zu stammen scheint: „Leucophrys“ – es handelt sich dabei um eine Entenart. Fazit: Die Bücher sehen im Regal schön aus, sind halbwegs spannend und für Kinder ab 8 sicher ganz in Ordnung.

Gebundene Ausgabe: 231 Seiten
Verlag: Manhattan; Auflage: 1 (17. August 2005)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442545900
ISBN-13: 978-3442545902

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