Donnerstag, 23. Oktober 2008

Elvis, Jesus und Coca-Cola



Autor: Kinky Friedman
Original: Elvis, Jesus & Coca-Cola (1993)
meine Bewertung: 3 von 5

Als eines Abends Downtown Judy zum alten Kinkstah ins Apartement kommt, obwohl gerade eine bestimmte Zeit im Monat ist, hätte Kinky Friedman, seines Zeichens jüdischer Cowboy aus Texas und Detektiv in New York, bereits ahnen müssen, dass die Nacht noch was für ihn bereit hält. Als dann das leicht feminine Telefon in Pink auf seinem Nachtkästchen zu läuten beginnt, schwant ihm Böses. Er nimmt das Gespräch deshalb an seinem Schreibtisch an, hätte sich aber lieber setzen sollen.

Sergeant Cooperman vom Polizeipräsidium ordert ihn an einen Tatort. Kinkys Freundin Uptown Judy ist verschwunden, hinterlassen hat sie nur eine Schleifspur am Boden ihrer Wohnung und Kinkys Namen und Telefonnummer auf einem Block neben dem Bett. Blöd, dass kurz darauf auch noch Legs ermordet aufgefunden wird. Neben ihm die Telefonnummer und der Name des Kinkstahs. Er scheint in ernsten Schwierigkeiten zu stecken.

Kinky ruft also seine Freunde, die Village Irregulars, zusammen, um den Fall aufzuklären. Irgendwie scheint es damit zusammen zu hängen, dass der kürzlich verstorbene Tom Baker, Freund der Irregulars, eine Dokumentation über Elvis gemacht hat. Der Fall scheint verrückt zu werden, aber das sind die Irregulars ja auch.

Mit viel Alkohol, Zigarren und der Hilfe seiner Freunde schafft Kinky es dann natürlich wieder, das Geheimnis um die Elvis-Dokumentation und die beiden Judys zu lösen. Er tut dies auf seine eigene höchst ungewöhnliche aber auch amüsante Weise.

Man muss bei jedem Kinky-Buch darauf gefasst sein, auf seine kinky-ismen zu stoßen, die mit der Zeit etwas langweilig werden. Als Paradebeispiel dafür: „Ich war so high, dass ich eine Leiter brauchte, um mir in den Arsch zu treten“. Dieser Satz kommt in jedem Buch vor – manchmal sogar mehrmals. Und es ist nicht der einzige seiner Gemeinplätze. Beim ersten Mal noch kreativ, beim zweiten Lesen vielleicht noch amüsant, dann aber nervend.

Wie an anderer Stelle schon erwähnt, darf man auch nicht gerade zart besaitet sein, wenns um die Schilderung von Körperausscheidungen oder Mordopfern geht, außerdem kanns doch auch vorkommen, auf ein paar Vorurteile des Kinkstahs zu stoßen. Wer meine schräge Art von Humor teilt, wird immer wieder ein paar Stunden Amüsement und geringfügige Spannung damit erleben, ideal für eine zweistündige Bahnfahrt. Zuviele von Friedmans Krimis in kurzen Abständen nacheinander verderben den Spaß allerdings gewaltig.
Broschiert
Verlag: Rotbuch Verlag (2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3434540644
ISBN-13: 978-3434540649

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