Freitag, 28. November 2008

B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde



Autorin: Barbara Messika
Original: B.A.R.F. - Artgerechte Rohernährung für Hunde (2008)
meine Bewertung: 5 von 5

Lange Zeit lebten unsere Hunde sehr gut ohne Fertigfuttermittelindustrie und auch die Wölfe als direkte Vorfahren der domestizierten Hunde hatten wohl kein Dosen- oder Trockenfutter bei der Hand, wenn sie mal der kleinere oder größere Hunger plagte. Futtermittelallergien, Milben und andere Krankheiten bringen immer mehr Hundehalter auf diese natürliche Art der Hundeernährung zurück.

Schäfer und Messika geben einen guten Einblick in die biologisch artgerechte Rohernährung von Hunden und räumen mit vielen Vorurteilen auf. Hunde können aufgrund ihres verkürzten Verdauungstrakts und der erhöhten Magensäurekonzentration fast nie an Salmonellen erkranken, auch der Mythos, Hunde würden dann wildern, von dem niemand mehr sagen kann, woher er kam und wieso er sich weiterhin so hartnäckig hält, wird widerlegt.

Viele barf-Beginner haben Respekt vor dem Zeitaufwand, dem Zusammenstellen von ausgewogener Ernährung und den gesunden Zutaten, doch auch diese Ängste, Unsicherheiten und Zweifel werden dem Leser genommen. Übersichtliche Tabellen über saisonales Obst und Gemüse, gesundes Fleisch und Futterpläne machen das Büchlein zu einem wertvollen Helfer beim Einstieg. Die wissenschaftliche Richtigkeit kann ich nicht beurteilen, allerdings fühle ich mich damit größtenteils gut beraten. Zusätzliche Informationen kann man sich im Zweifel ja aus dem Internet holen. Das Büchlein lässt sich allerdings praktischer in die Küche und zum Einkaufen mitnehmen.

Dem Hund schmeckts, das Fell glänzt, Blutbild passt und da wir von teurem Nassfutter umgestellt auf Rohfütterung haben, kommts auch noch günstiger. Für jeden empfehlenswert, der noch ein wenig Scheu vor dem Thema hat und ein übersichtliches Buch für den Einstieg sucht.
Broschiert: 104 Seiten
Verlag: Kynos; Auflage: 3 (12. Dezember 2006)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3938071117
ISBN-13: 978-3938071113

Kommentare:

  1. Zebulon schreibt am 28.11.2008 um 23:03 Uhr:
    Seit wann ernährt sich der Hund von Gemüse artgerecht?

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  2. chil schreibt am 30.11.2008 um 10:07 Uhr:
    Hunde/Wölfe fressen in ihrer natürlichen Umgebung je nach Größe des Hundes Mäuse/Hasen/Füchse etc., und das sozusagen "mit Haut und Haar", dh. sie fressen den ganzen Hasen, mitsamt Knochen, Innereien, Fell und eben Mageninhalt. Da die meisten Beutetiere wild lebender Wölfe/Hunde Pflanzenfresser sind, befindet sich in deren Magen naturgemäß vorverdaute pflanzliche Nahrung, Getreide, auch Obst, Samen/Nüsse etc. Wölfe/Hunde in der freien Wildbahn klauen eben auch mal Eier und fressen bei gerissenen Hühnern sogar Federn mit.

    Da wir unseren Hunden das Grünzeug bzw. die "Beigaben" nicht vorkauen können, müssen wir es eben so zerkleinern, dass der Hund sie auch verdauen kann, also mixen.

    Hunde, die ausschließlich von Fleisch ernährt werden, leiden an schweren Mangelerscheinungen, meist aufgrund des unausgeglichenen Kalzium/Phosphor-Verhältnisses (schlägt sich auf die Knochen respektive das Skelett).

    Ich weiß ja nicht, ob du auch einen Hund hast bzw. dich mit dem Thema Hundeernährung auseinander(ge)setzt (hast), aber ich konnte bei meiner Hündin gesundheitlich große Verbesserungen beobachten. Und Gras, Kräuter, Beeren, Äpfel etc. hat sie auch früher schon beim Spazierengehen gefressen. Ich erlaube ihr übrigens auch immer, Pferdeäpfel zu fressen.

    So ekelig wir das finden, ist es doch auch ein "natürlicher" Leckerbissen. Stinkt fein, enthält massenhaft vorverdautes Gras und Getreide und Frauchen wird immer so nett grün ums Gesicht, wenn sich der Hund drin wälzt =)

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