Samstag, 3. Januar 2009

Fahrenheit 451



Autor: Ray Bradbury
Original: Fahrenheit 451 (1953)
meine Bewertung: 4 von 5

Guy Montag hat einen angesehenen Beruf: Er arbeitet bei der Feuerwehr und ist dafür verantwortlich, Bücher zu verbrennen. Bücher gelten als gefährlich für die Volksgesundheit, deshalb müssen sie vernichtet werden. Eines Tages lernt Guy jedoch ein junges Mädchen kennen, das seltsame Fragen stellt, das sich Gedanken um andere macht und nicht nur an sich selbst denkt. Zwar verschwinden das Mädchen und ihre Familie kurz nachdem sie in Guys Viertel gezogen sind, doch Guy wird nachdenklich, sie geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Er zweifelt an der Richtigkeit seines Tuns.

Seine Frau, die sich prinzipiell nur für sich selbst und das Unterhaltungsprogramm auf den TV-Wänden interessiert, deshalb bemerkt sie lange nicht, wie es um ihn steht. Seinen Kollegen und vor allem seinem Chef bleibt Guys Unruhe jedoch nicht verborgen. Guys Chef ahnt, dass Guy zumindest eines der zu verbrennenden Bücher gerettet hat und daheim verbirgt.

Tatsächlich hat Guy schon eine kleine Sammlung angehäuft. Ihm ist zwar Angst und Bange, doch trennen möchte er sich von seinen Schätzen auch nicht. Guy schreckt nicht einmal davor zurück, den Freundinnen seiner Frau das Gedicht „Dover Beach“ vorzulesen, obwohl er weiß, dass er dafür wahrscheinlich denunziert wird.

Er lernt den alten Faber kennen, der eine Idee hat, wie man einiges ändern könnte. Doch als schließlich der Befehl kommt, Guys Haus anzuzünden, sind Faber und Montag gezwungen, zu fliehen. Sie tun dies unabhängig voneinander. Guy trifft während seiner Flucht auf eine Gruppe Gelehrter, die von der Gesellschaft verstoßen leben und sich zur Aufgabe gemacht haben, Bücher auswendig zu lernen, um sie vor dem Vergessen zu retten.

Bradburys Werk ist ein Klassiker unter den Dystopien. Er zeigt, was mit Menschen passiert, die sich der Technik hingeben und einer Diktatur unterworfen sind, die absolut regiert. Das Buch erschien erstmals 1953, der Titel „Fahrenheit 451“ (232°C) bezieht sich auf die Temperatur, bei der angeblich Bücherpapier Feuer fängt und verbrennt. Die Gesellschaft und auch zwischenmenschliche Beziehungen werden als abgestumpft und eintönig dargestellt, umso auffälliger und anders ist das Nachbarmädchen, das lebhaft die Welt betrachtet und auch in Frage stellt.

Das Buch liest sich trotz der bedrückenden Stimmung sehr gut, die Geschichte ist spannend. Leider kam mir der Held in seinen Entscheidungen und Beweggründen nicht besonders real vor, dh. ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum er etwas wie gemacht hat und die ganze Sache nicht schlauer angegangen ist. Das Buch gibt jedoch viele Hinweise darauf, dass die Menschen dieser Zeit und dieser Welt nicht daran gewöhnt sind, eigenständig zu denken, was vermutlich auch eine Erklärung für diese Unnachvollziehbarkeit sein könnte. Zusammengefasst ein wichtiges Buch, das man ruhig eine Weile sickern lassen kann. Wieder einmal wird klar: Wehret den Anfängen!

Taschenbuch: 186 Seiten
Verlag: Heyne; Auflage: Überarb. Neuausgabe. (8. September 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453164121
ISBN-13: 978-3453164123

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