Sonntag, 15. Februar 2009

Die Farben der Magie



Autor: Terry Pratchett
Original: The Colours of Magic (1983)
meine Bewertung: 4 von 5

Bizarr. Kein anderes Wort als dieses beschreibt die Scheibenwelt wohl besser. In ihrer Zwillingsstadt Ankh Morporg gibt es neben Blutschinken, Zauberern, Trollen, Gnomen und Gnollen ebenso intelligentes Birnbaumholz wie Elfen. Eigentlich könnte man davon ausgehen, dass Ankh Morpork bereits alles gesehen hat, was man sich in seinen kühnsten Träumen ausmalen kann.

Eines Tages jedoch taucht Zweiblum in der Stadt auf. Dies ist insbesondere deshalb bemerkenswert, weil er ein Vertreter einer Rasse ist, die man bis dahin nicht kannte. Er ist Tourist und außerdem Fär-sicher-ungs-berater. Die Ankh Morporker möchten ihren Ruf natürlich wahren, weshalb der Patrizier die Parole ausgibt, auf den Touristen gut acht zu geben. Blöd nur, dass der Tourist eine Truhe aus intelligentem Birnbaumholz mitgebracht hat. Diese Truhe verfolgt ihren Herren Zweiblum auf ihren hunderten kleinen Füßen, ist sehr gefräßig, bissig und außerdem Herberge von schier Unmengen an Gold.

Verständlich, dass sich die Gilde der Diebe und Meuchelmörder nicht lange an die Parole hält und es fast als ihre Pflicht ansieht, den Touristen von seiner Truhe zu befreien. Zweiblum ist ein besonders positiv denkender Mensch und begierig darauf, Abenteuer zu erleben, von denen er zuhause berichten kann. Die wiederholten Anschläge auf sein Leben bekommt er deshalb gar nicht richtig mit. Anders als Rincewind. Der Pechvogel unter den Zauberern begegnet Zweiblum in einer Kneipe. Da er der einzige ist, der sich mit ihm trotz der Sprachbarriere unterhalten kann, wird Zweiblum bald zum Sputnik Rincewinds, der die viele Action, die unzähligen Fluchtversuche und das Bangen um sein Leben so gar nicht positiv sehen kann.

Letztlich passiert etwas, von dem jeder Scheibenwelt-Bewohner in größtem Horror lebt: Rincewind schafft es, über den Rand der Scheibenwelt zu fallen, vorbei an den vier Elefanten, die die Sceibenwelt tragen, die ihrerseits auf der Weltschildkröte Groß A’Tuin ruhen. Doch auch er kann das Geschlecht der Schildkröte nicht wirklich erkennen und so nichteinmal einen wissenschaftlichen Beitrag zur Forschung liefern.

Die Geschichte um Rincewind und Zweiblum ist die erste Pratchetts, die auf der Scheibenwelt spielt. Es handelt sich deshalb um eine ideale Einstiegslektüre, weil man nicht gleich mit einer Riesenlatte an Figuren und deren besondere Eigenschaften konfrontiert wird, sondern langsam eine Art Überblick erhält.

Es ist eine durchwegs komische Erzählung, mit viel Humor und etwas hintergründig. Leider war das Ende für mich ein wenig unbefriedigend, da man mit einigen losen Fäden in der Hand zurück gelassen wird. Dagegen hilft wohl nur, den empfohlenen Nachfolgeband zu lesen: Das Licht der Fantasie. Alles in allem also ein Buch, das Lust auf mehr macht, sympathisch und witzig ist, zwar nicht überragend, aber immerhin.
Taschenbuch: 269 Seiten
Verlag: Piper; Auflage: 7., Aufl. (Juli 2008)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 3492285104
ISBN-13: 978-3492285100

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