Donnerstag, 9. April 2009

N.P



Autorin: Banana Yoshimoto
Original: N.P (1993)
meine Bewertung: 3 von 5

Der japanische Schriftsteller Takase, der in seinem Leben nicht viel Bedeutendes geschafft hat, bringt sich um. Sein Erbe ist ein unvollendetes Manuskript, das aus 99 Geschichten besteht, außerdem lässt er das Zwillingspaar Otohiko und Saki sowie die Halbschwester Saki zurück.

Die Ich-Erzählerin des Romans, Kazami, ist eine junge Frau im selben Alter der Takase-Kinder. Auch ihr Schicksal ist mit der Geschichtensammlung „N.P“ verwoben. Ihr Freund Shojito war mit der Übersetzung der 98. Geschichte ins Japanische beschäftigt, als auch er sich umbrachte. Genauso wie Takases Kinder ist auch Kazami von der beunruhigenden Wirkung der Geschichte fasziniert.

Nach dem Tod ihres Freundes lernt sie Otohiko, Saki und Sui kennen. Sie bemerkt die Vertrautheit zwischen den Geschwistern Otohiko und Saki, hat aber auch das Gefühl, dass Sui und Otohiko mehr als nur Geschwisterliebe verbindet. Ein Grund, weshalb die beiden Frauen Saki und Sui sich meiden.

Kazami erfährt von der inzestuösen Liebe zwischen Sui und Otohiko, ebenso wie zwischen Sui und dem Vater Takase. Dennoch versteht sich Kazami mit beiden gut und erlebt einen wunderschönen Sommer. Sie ist nicht nur von den beiden Mädchen, sondern auch von Otohiko und der Geschichte Nummer 98 fasziniert. Wird auch Kazami der tödlichen Wirkung zum Opfer fallen? Bleiben die vier Freunde? Oder werden sie sich nie wieder sehen?

Mit japanischer Literatur hatte ich bisher keine Erfahrungen, ein wenig schade fand ich es deshalb, dass so gar nichts an japanischem Flair rübergekommen ist. Die Geschichte hätte ebenso in Wien wie New York spielen können, was insofern schlecht ist, da das Geheimnis der Übersetzung dieser Geschichte in den japanischen Schriftzeichen liegt, die japanische Kultur also grundlegend ist.

Ansonsten erzählt das Buch von vielerlei Arten der Liebe und davon, wie sie miteinander verbunden sind und fast nicht getrennt werden können. Yoshimoto tritt eindeutig dafür ein, dass jeder Mensch sein Leben und Lieben so gestalten soll, wie er das möchte. Ein ganz interessanter Roman, der dicht gedrängt sowohl an Raum, Zeit als auch an Personen viel unterbringt. Wahrscheinlich war das nicht mein letzter Roman von ihr, sicher auch nicht der letzte japanische Roman, der in mein Bücherregal Eingang findet.
Taschenbuch: 188 Seiten
Verlag: Diogenes Verlag; Auflage: 6., Aufl. (Mai 1995)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3257227906
ISBN-13: 978-3257227901

Kommentare:

  1. Ich weiß nicht, ob du das möchtest, aber ich habe gerade ein Buch gelesen, dass ich empfehlenswert finde. Es heißt "Der Junge im gestreiften Pyjama" von John Boyne und die Verfilmung kommt Anfang Mai in die Kinos.

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  2. Natürlich freue ich mich über Empfehlungen! (Noch mehr über Rezensionsexemplare *gg*)

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