Dienstag, 11. August 2009

Der Bumerang des Bösen



Autor: Thomas Brezina
Original: Der Bumerang des Bösen (1994)
meine Bewertung: 2 von 5

Axel, Lilo, Poppi und Dominik, die vier Kumpels der Knickerbocker Bande hat es auf den fünften Kontinent verschlagen. Es sind Sommerferien und eine Freundin von Poppis Mutter hat sich dazu bereit erklärt, die Kinder in Australien auf ihrer Farm für ein paar Wochen aufzunehmen.

Blöd nur, dass es im Australischen Busch praktisch nichts zu tun gibt. Tante Margaret, wie die Kinder die Freundin von Poppis Mutter nennen, lebt mit ihrem Mann und ihrer verpickelten elfjährigen Tochter Sarah auf einer Farm, weit und breit ist nichts. Der nächste Nachbar ist mehrere Kilometer entfernt und auch von den Kängurus haben die vier Juniordetektive bald die Nase voll.

Kein Wunder also, wenn sie nach Abenteuer suchen. Sarah ist ihnen zuwider, also machen sie allein rund um die Farm auf Entdeckungsreise. Sie stoßen auf einen alten Schuppen, der ihnen gleich verdächtig vorkommt. Onkel Albert hat ihnen verboten, sich dem Schuppen zu nähern, außerdem ist er mit einem elektrischen Zaun gesichert und hat eine Solaranlage am Dach. Natürlich stellt das für die Knickerbocker Bande eine regelrechte Einladung dar.

Sie klettern über den ausgeschalteten Zaun, nähern sich der Hütte und haben plötzlich alle Waffen in der Hand. Die Kinder gehen aufeinander los. Zum Glück können sie in letzter Minute fliehen, laufen aber direkt einem seltsamen Aboriginee in die Arme, der ihnen einen schwarzen Bumerang vor die Füße wirft und sich aus dem Staub macht.

Zweifellos passieren unheimliche Dinge rund um die Farm und die Kinder möchten sich unbedingt jemandem anvertrauen. Sie können Sarah nicht ausstehen und auch deren Eltern kommen ihnen verdächtig vor. Doch es gibt da noch die junge Buschärztin Dr. Gordon, die mehrmals pro Woche mit ihrem Hubschrauber auf die Farm kommt. Aber ob es so eine gute Idee ist, sie in die Entdeckung der Bande einzuweihen?

Immer wieder habe ich das Gefühl, mich verteidigen zu müssen, wenn ich mal wieder einen Ausflug in meine früheste Kindheit als Leser wage – und ich tue es auch an dieser Stelle wieder. Klar, literarisch wertvoll ist wahrscheinlich was anderes, aber ebenso unwahrscheinlich wie spannend sind die Abenteuer, die die Knickerbocker Bande erlebt.

Wahrscheinlich schätzt man Bücher dieser Art nur dann, wenn man sie das erste mal gelesen hat, als man tatsächlich zur Zielgruppe gehörte. Heißt also: Wer nie im Alter von zehn, elf Jahren mit Poppi, Axel, Lilo und Dominik auf Abenteuerjagd war, wird einfach einen etwas distanzierteren Zugang haben und die Bücher als Schund abtun. Wer sie als Kind gelesen hat, wird sich zurück erinnern, wie man mitgefiebert hat, welches sein Lieblingsmitglied war und welches der Abenteuer man selbst gerne erleben wollte.

Die Knickerbocker Bande hat nicht erst ein Kind zu wahren Leseratten gemacht. Warum also nicht? Kinder zwischen acht und zwölf Jahren werden sich damit wahrscheinlich heute noch genauso gut unterhalten wie die Kinder vor fünfzehn Jahren, auch wenn sich die Zeiten geändert haben mögen. Als Kritikpunkt zu dieser Geschichte: Für mein Empfinden selbst als Knickerbocker-Abenteuer sehr an den Haaren herbei gezogen, irgendwie fehlt da die Logik.
Gebundene Ausgabe: 136 Seiten
Verlag: Ravensburger Buchverlag (1994)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3473470317
ISBN-13: 978-3473470310

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