Dienstag, 1. März 2011

Das Zeitparadox



Autor: Eoin Colfer
Original: The Time Paradox (2008)
Übersetzung: Claudia Feldmann
meine Bewertung: 4 von 5

Das Leben von Artemis Fowl bleibt weiterhin bewegt. Nachdem er nach seinem letzten Abenteuer rund drei Jahre lang vermisst war, hat sich viel getan: mittlerweile ist Artemis der Bruder von dreijährigen Zwillingen, Butler hat seine Arbeit bei den Fowls aufgegeben und Artemis‘ Vater ist erfolgreicher Geschäftsmann, der sich für das Gute einsetzt. Eine ziemliche Überraschung für Artemis, als er wieder zurückkehrt. Natürlich muss er sein Verschwinden und vor allem sein Auftauchen seinen Eltern irgendwie erklären. Nach seiner Reise hat er einen kleinen Rest Magie behalten, die verwendet er dazu, um seine Eltern mit dem magischen Blick zu bearbeiten. Für sie ist jegliche Erinnerung an Artemis‘ Verschwinden gelöscht.

Dann erkrankt Angeline Fowl an einer seltsamen Krankheit, die sie innerhalb weniger Tage sterben lassen wird. Er holt seine unterirdischen Freunde zu Rat. Die Diagnose, die Holly, die Elfe, stellt, ist vernichtend: Artemis‘ Mutter scheint an Funkenpest zu leiden. Einer Krankheit, die bei den Unterirdischen eigentlich als ausgerottet gilt und in direktem Zusammenhang mit Magie steht. Das einzige Gegenmittel wird aus der Gehirnflüssigkeit von Lemuren gewonnen. Allerdings sind die seit längerem ausgestorben.

Was besonders bitter für Artemis ist: Er weiß genau, wer den letzten Seidenlemur umgebracht hat – oder zumindest für seinen Tod verantwortlich war: Es war er selbst. Um die Suche nach seinem damals verschollenen Vater finanzieren zu können, hat er den letzten seiner Art gegen Bargeld einem verrückten Extinktionisten verkauft, der sich seinen Kick durch die systematische Ausrottung von Tieren holt. Jetzt hat Artemis nicht nur ein schlechtes Gewissen, sondern hat auch einen Plan.

Der Zaubererdämon Nummer Eins öffnet erneut für ihn und Holly den Zeittunnel. Die beiden begeben sich direkt an den Tag, an dem Artemis den Lemur gestohlen hat, um ihn von Artemis dem Jüngeren zurück zu holen. Das große Problem dabei ist: Nicht einmal Minerva war in ihrer überintelligenten Art dem Jungen überlegen. Doch was, wenn dieser Junge gegen sich selbst antreten muss? Zu allem Überfluss taucht als Wurzel allen Übels auch noch eine alte Bekannte auf. Ob das mal gut geht?

„Das Zeitparadox“ ist der sechste Band der Artemis Fowl Reihe und steht an Einfallsreichtum und Spannung den anderen Bänden um nichts nach. Allerdings ist irgendwie schade, dass der Minerva-Strang aus dem fünften Band nicht weiter geführt wurde – aber wer weiß, vielleicht kommt das ja noch im nächsten Band („Der Atlantis-Komplex“, erscheint am 2. März 2011 als Hardcover). Zugegebenermaßen habe ich als erwachsene Leserin sogar Schwierigkeiten mit der Logik des Buches. Was aber nicht an Colfer liegt, sondern daran, dass das Zeitparadox ja ein Problem ist, an dem sich selbst große Philosophen bereits ihre Zähne ausgebissen haben.

Das beste ist in diesem Fall wohl, einfach zurück lehnen und die Dinge so akzeptieren, wie sie eben daher kommen und danach ein fettes Philosophiebuch wälzen! Man darf gespannt sein, was Artemis‘ Zukunft so bringen mag – seine Vergangenheit war ja bisher mehr als bewegt!
Broschiert: 380 Seiten
Verlag: Ullstein Tb (12. Februar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548281826
ISBN-13: 978-3548281827

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